Am US-Immobilienmarkt ließen sich zuletzt Schwächetendenzen nicht mehr verheimlichen.
So kam es unter anderem im Juni bei den Baugenehmigungen und –beginnen jeweils
zu überraschend deutlichen Rückgängen von 4,2 % bzw. 9,3 % im Vergleich zum
Vormonat. Ein Grund für die nachlassende Bauaktivität dürfte eine Moderation bei den
Immobilienpreisen sein, die im Mai basierend auf der FHFA Umfrage um 0,2 % gg. Vm.
gefallen sein dürften, was eine Rückbildung der Jahresrate von 6,0 % auf 5,0 % als Konsequenz
hätte.
Der nachlassenden Bauaktivität steht eine zuletzt markant anziehende Nachfrage nach
Mietwohnungen gegenüber, was zu einer signifikanten Beschleunigung bei den Mietpreisen
geführt hat. Dies hinterlässt zunehmend Spuren bei den gesamten Lebenshaltungskosten
– ein Phänomen, das übrigens zuletzt auch in Deutschland zu beobachten war. In den
USA überraschten die Konsumentenpreise in den letzten drei Monaten leicht auf der
Oberseite, was zu einem emporschnellen der Jahrsteuerung von 1,1 % im Februar auf
2,1 % im Juni führte. Die Kernrate zog im gleichen Zeitraum von 1,6 % auf 2,0 % an.
Neben den anziehenden Mieten gingen preistreibende Effekte von den Preisen für Gästeunterkünfte
und Flugtickets aus. Beide Komponenten haben in der Vergangenheit eine
hohe Volatilität ausgewiesen, und wir sehen jeweils keinen Grund für einen anhaltenden
Aufwärtstrend. Im Juli rechnen wir insgesamt mit einem Preisplus von 0,3 % gg. Vm.
(Kernrate: 0,2 %) und einer Jahresrate von 2,1 % (2,0 %). Auch in den kommenden Monaten
dürfte sich die Teuerung in dieser Größenordnung einpendeln. Das sind Inflationsraten,
die bei der US-Notenbank nicht für eine gesteigerte Unruhe sorgen dürften, aber auch
nicht im Einklang mit einer auf Dauer extrem expansiven Geldpolitik stehen. Wir rechnen
daher weiter mit einer ersten Zinserhöhung ab der Jahresmitte 2015.
Quelle: HSBC