Hello Ercoan,
mit Ihrem Beitrag rennen Sie bei einem sehr großen Teil der Bevölkerung offene Türen ein !
Zu Absatz 1: "Da wir uns keinen Krieg erlauben können / wollen, wird eben mal so
die Wirtschaft und die Völker in den Ruin getrieben und dies mit völlig
legalen / demokratischen Mitteln ! "
Krieg, a u s g e h e n d v o n d e u t s c h e m B o d e n wäre gemäß
der uns von den Siegermächten verordneten Verfassung
(Ihr wißt ja sicher, daß die nicht von uns selbst verfaßt wurde),
problematisch. Kriegerische Beteiligung wie z.B. im Irak und in
Afghanistan ist gemäß unserer politischen Erfahrung der letzten Jahre
dann ganz offensichtlich nicht so sehr problematisch und schon deutlich
leichter umsetzbar. Man nennt es dann eben einfach "Konflikt" und nicht
Krieg wie es ja zu Guttenberg und Vorgänger sowie unsere Bundesheim-
leiterin Angela Merkel über lange Zeit "formuliert" hatten und erst spät
eine gewisse "Erleuchtung" erfuhren, es dann eine Auseinandersetzung
mit Waffeneinsatz nannten und erst in der Enphase als es nicht mehr anders
ging, fand die einzig richtige und deutliche Version, nähmlich der glasklare
Begriff Krieg in der Rhetorik der Regierungsmitglieder seinen Einzug.
Zum Theme "Wirtschaft und die Völker in den Ruin getrieben und dies
mit völlig legalen/demokratischen Mitteln". Ich allerdings möchte gerne
hinter das Wörtchen "legal" schon gerne mehrere Fragezeichen setzen
wenn nicht in Abrede stellen.
Politische Richtungen wie z.B. die nach eigener Einschätzung durch und durch
pragmatische, liberale FDP sowie große Teile der Union waren in der
Nachkriegszeit bzw. seit Menschengedenken der Ansicht und haben das auch
politisch immer und immer wieder vertreten und bis heute verteidigt,
"daß der Markt alles schon richten werde" und man den Kräften des Marktes
und dessen verschiedene Strömungen nur möglicht viel freien Handlungs-
spielraum einräumen bzw. lassen muß und alles pendelt sich in der Folge
dann schon von selbst ein. Was das Unterlassen von Richtliniengebung und
klares einziehen von Grenzen gegenüber den Akteuren in der Bankenwelt,
Finanz- und Börsenwelt, speziell auch von Hedgefonds bewirkt haben,
können wir jetzt zum zweiten Male nach 2008 und jetzt in 2011 am
Weltstimmungsbarometer mehr als nur eindeutig ablesen.
Wie sich u.a. das Fehlen von Grenzen an den Börsen auswirkt, sieht man
auch daran, wie sich z.B. der Handel mit Lebensmittel wie Reis, Mais,
Weizen für die armen Länder in der südlichen Hemnisphäre auswirkt.
Diese Leute können sich bereits jetzt diese überhöhten, spekulativ
manipulierten Preise nicht mehr leisten und das führte dann letztendlich zu
millionenfachem Hunger !
Allen Akteueren und nicht nur denen, sondern auch den Bevölkerungen
ist ihre Angst vor dem was uns vielleicht alles blühen wird, ins Gesicht
geschrieben.
Genau wie bereits in zwei früheren Artikeln von mir beschrieben,
bin ich immer noch der Ansicht und bleibe auch dabei, daß mit eine der
Hauptursachen für diese beiden Schlamassel unter anderem auch
interessengesteuerte und klientelorientierte US-Hedgefonds,
welche unkontrolliert und undurchsichtig agieren, einen großen Teil
der Schuld tragen. Nicht grundlos laufen in den Staaten und in Italien
die ersten Anklagen gegen diese Bewertungsmafia. Seit der letzten
Krise vor drei Jahren forderten Ökonomen als Gegengewicht, endlich
eine eigene, deutsche oder europäische Ratingagentur, auch Merkel
sagte bereits 2008 schon, sie wolle sich darum kümmern.
Was ist seither in dieserr Richtung passiert, nichts wesentliches !
Auf diesbezgl. Nachfragen seitens der Journalisten hört man von
Regierungsseite lediglich, im Hintergrund würde "darüber gesprochen" !
Zu Absatz 2: "Es kann ja nicht sein, daß ständig mehr produziert wird, was keiner
braucht, bzw. keiner mehr bezahlen kann."
Also ich denke "das geht sehr wohl", denn lt. Merkel und vielen anderen
Regierenden und vorne an China ist man sich doch bis heute absolut
sicher daß es jedes Jahr 5, besser 10 % - oder mehr Wachstum geben
muß oder zumindest sollte, da ausschließlich dadurch weltweit alles
gesichert werden könne, alle Bedürfnisse befriedigt und sämtliche
soziale Probleme damit lösbar wären.
Man hat sich jetzt eingestanden, daß es in der Welt also nicht nur
drei große Weltreligionen, also das Christentum, den Islam und den
Budhismus gibt, sondern eine weitere vierte Weltreligion die überall
praktiziert wird, existiert: Das Wachstum !!! Und dieses ständig
propaierte ökonomische Wachstum ist allüberall gegenwärtig und
hängt wie ein Damoklesschwert über den Volkswirtschaften.
(Nicht zu verwechseln mit dem gesunden Wachstum, was trotz
Medienzeitalter noch wie man hört, -wenn auch nur noch vereinzelt-,
nach der Spätausgabe der Tagesschau in gewissen Situationen vorkommt.)
Auf die Idee, daß man doch durchaus auch zufrieden sein könnte,
wenn wirtschaftlich alles so bleibt und nicht schlechter wird, ist wohl
die Politik noch nicht gekommen. Diese Erkenntnis fehlt gänzlich !
Warum wohl titeln Autoren / kluge Leute schon in vielen Zustands- und
Zukunftsbeschreibungen "GRENZEN DES WACHSTUMS", weil es so nicht
ewig weiter gehen kann.
Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und mathematisch berechnet,
wie sich das oben bezeichnete, ständige Wachstum aus unserer heutigen
Perspektive in der Zukunft auswirken könnte.
"Also wenn das so weiter geht, müssen unsere Ururenkel dann jede Woche
ein neues Handy, jede zweite Woche ein neues IPhon, jeden Monat
einen neuen Full-HD - 3-D-Flatscreen (4-D ist ja noch nicht erfunden)
und zu guter letzt alle 3 Monate ein neues Auto kaufen.
Am Ende sieht es dann so aus, um Geld zu verdienen haben die Bürger
dann keine Zeit mehr, denn sie müssen ja nur noch kaufen, kaufen und
nochmals kaufen, damit dann die jährlich erforderliche Wachstumsrate
erreicht wird".
Zu Absatz 3: "So wird über die lange Hand der Markt bereinigt, die Verursacher belohnt
und die Verkäufer (Politiker ohne private Haftung) bekommen nach der
Bewältigung der Krise einen guten Posten in den entsprechenden
Aufsichtsgremien."
Richtig ! Beispiel systemrelevante Banken wie seinerzeit die HRE und
andere welche gerettet werden müssen, damit die Wirtschaft nicht ohne
Kreditversorger dasteht und die Sparer nicht ihre Einlagen verlieren,
haben viele Jahre lang z.B. mit giftigen Immobilien-Papieren das
Fremdkapital (Spar- und andere Einlagen) hierin investiert und damit
hervorragende Gewinn realisiert. Ergo: Jahrelang haben diese Jungs
diese horrenden Gewinne größtenteils selbst eingesteckt d.h. privatisiert
und jetzt nachdem diese Spekulationsblasen geplatzt sind, sollen die
entstandenen Verluste aus diesen Geschäften sozialisiert werden was im
Klartext nichts anderes bedeutet, als der kleine Mann soll nun einen
beträchtlichen Teil - besser gesagt die Hauptlast der Verluste tragen.
Zu Absatz 4: "Bezeichnend ist nur, daß alle (außer den Linken) dieses Spiel mitmachen
(obwohl sie kurz zuvor noch tobend dagegen in den Medien angegangen
sind), sie wollen nach der nächsten Wahl ja an die gefüllten Fleischtöpfe.
Mich wundert nur, daß das Volk sich alles gefallen läßt.
(So war und ist der deutsche Michel.)"
Das ist richtig, bis auf einige wenige Abweichler der Parteidisziplin aus
der Regierungskoalition sowie der SPD/Grünen - Opposition hat der
Großteil der Abgeordneten (503) der Erweiterung des Rettungsschirmes
mittels Hebel zugestimmt. Selbst unsere Regierungsschefin hatte ja noch
vor etwas einem Monat einen Schuldenschnitt Griechenlands
kathegorisch ausgeschlossen.
Bezgl. der Auflehnung durch das dt. Volk ist zu sagen, daß es derzeit
noch und ich sage ganz bewußt noch, dem überwiegenden Teil der
Bevölkerung immer noch r e l a t i v !! einigermaßen gut geht und
erst wenn sich dieser Zustand gravierend ändert, werden die Straßen
mit Demonstranten wieder voller.
Außerdem denke ich, in Deutschland hat das auch etwas mit unserer
Mentalität zu tun. In den meisten anderen europ. Ländern wie z.B.
England, Frankreich, Italien etc. wird ständig wegen irgend etwas
gestreikt. Die Streikkultur ist dort eine ganz andere als bei uns.
Gruß an alle,
Schwarzwälder