Dass die Übernahme von Wamu durch JPM nicht ganz koscher war, dürfte hinreichend bekannt sein und aus meiner Sicht der einzige Grund, warum wir uns jetzt in der Mediation befinden.
Rosen hat ja durch einen geschickten Schachzug noch einmal versucht, die Mediation abzuwenden bzw. ausschließlich auf die Untersuchung des IT zu beschränken. Schön und konsequent, dass die Richterin dem nicht gefolgt ist. Unabhängig vom Ausgang der Mediation wird Rosen auch immer einer der besten Anwälte bleiben, weil er SEINEN Job sehr gut erledigt hat. Es ist weder sein Job, für Gerechtigkeit zu sorgen, noch die Aktionäre ins Geld zu bringen. Er hat eine Firma aus dem Chapter 11 Verfahren herauszuführen. Dass die Aktionäre die Eigentümer der Firma sind und auch noch etwas Geld für sich haben wollen, hat ihn nicht zu kümmern. Und dass die Konkursrichterin ihm viele Fehler verzeiht und den Anschein hat, dass er - zumindest zu Beginn des Verfahrens - gegen die eigenen Inhaber der Firma gearbeitet hat, juckt ihn nicht. Er ist ein gestandener Anwalt, hat sein Geld und seine Auftraggeber (nicht die Inhaber/ Aktionäre) sind mit ihm zufrieden.
Wen ich im Augenblick nicht einschätzen kann, ist Susman. Klar finde ich es gut, dass er mit dem Anfangsverdacht des IT eine Mediation erreicht hat. Klar möchte ich, dass die HF kippen/ auspacken und JPM ans Messer liefern. Aber 1., was wenn nicht und 2. welche Konsequenzen hat das. Ich befürchte, dass JPM die Ohren so lange auf Durchzug stellt, bis handfeste Beweise für Betrug auf dem Tisch liegen. Und ob Susman diese Beweise hat bzw. bekommt, ist für mich fraglich.
Für mich ist die Assetliste Dreh- und Angelpunkt. Hat Susman sie, so ist das jetzige Vorgehen einzig und allein richtig. Egal, ob JPM an der Mediation teilnimmt oder nicht, jetzt lässt er ihnen die Info und die damit nachweisbaren Betrügereien durch Rosen zukommen und gibt ihnen die letzte Chance zu settlen. Ansonsten verläuft die Mediation ergebnislos, das Verfahren wird durch Genehmigung des PoRs genehmigt und Susman geht an eine andere Instanz - das aber kurzfristig und mit großem Pressetamtam.
Hat Susman die Assetliste nicht, ist die Mediation kein Verhandeln, sondern pokern. Er weiß nicht, was rauskommt, weil er unter Umständen zwar fünf Karten hat, die aber nichts wert sind. Hat Susman die Assetliste wirklich nicht, verstehe ich aber nicht, warum er das GSA nicht in seinen Grundzügen durch Fehlen der Assetliste angezweifelt hat. Bei aller Liebe, so blöd kann ein solcher Mann nicht sein. (Sorry, ich kann auch einfach nur einige Zusammenhänge nicht erkennen!)
In der Konsequenz muss Susman einige Trümpfe und wahrscheinlich sogar die Assetliste in der Hand haben. Frei nach dem Motto: Macht mal Euer Spiel - ihr reitet euch nur weiter in den Sumpf. Erst wenn nach drei Jahren akribischter Kleinarbeit feststeht, dass wirklich kein Geld vorhanden ist - schließlich habt ihr intensivst und ausführlichst geprüft - hau ich euch alles um die Ohren und weise euch Betrug nach. Ergebnis ist ein horrender Entschädigungsbetrag und viele Jahre Knast - es lebe die Gerechtigkeit.
Hat Susman Trümpfe in der Hand - oder nicht? Er aknn doch nicht so blöd sein..... - oder doch? Die Frage lautet leider nicht: "War es Betrug oder nicht.?" sondern "Kann der Betrug bewiesen werden oder nicht?".