Wir haben das 2009 schon mal ausführlich diskutiert: Urteil oder Vergleich.
Damals war ich der Meinung, dass der Fall WaMu so gross ist, dass es zu beidem kommen wird, in mehreren Stufen, bis alles enigermassen zu einer Lösung gefunden haben wird.
Aber der Hauptgrund scheint mir zu sein, dass die eigentlichen Verfehlungen so schwerwiegend sind, dass man an einer wirklichen Lösung nicht vorbei kommt.
Platt geesagt: So kann es nicht weitergehen (Das musste mal gesagt werden...)
Die momentane Tendenz geht damit sowieso konform, denke ich, z.B. anico sieht das wohl ähnlich, dass klagen im Strafrechtsbereich einen Sinn hat.
Anders gesagt: Es wird auf die eine oder andere Art und Weise sowieso dazu kommen, dass Vieles aufgedeckt wird. JPM ist offenbar angeschlagen, und da werden immer mehr Parteien klagen. Warum also sollte Susman sich der wirksamsten Mögklichkeiten benehmen?
Einem Vergleich würde ich z.B. nur dann zustimmen, wenn er einer Rückabwicklung plus Entschädigung gleich kommt, und damit stehe ich nicht alleine da.
Es kann sein, dass Susman es genau so sieht, also, dass es möglich ist, das durchzusetzen.
Warum also nicht? Und ob das dann Urteile oder Vergleiche sind, die dort hin führen, ist doch einerlei.
Ich bin z.B. sicher, dass er die Gelegenheit vor dem Insolvenzgericht nutzt, alles durch einen Vergleich zu beenden. Und wenn das nicht geht, geht es vor dem Schwurgericht weiter. Denkt jemand wirklilch, dass er das nicht so handhabt? Kann ich mir nicht vorstellen.
Zwei weitere Dinge sind hinzuzufügen, und diese füge ich seit längerem immer wieder hinzu:
- Niemand traut JPM zu, dass sie sich verschätzen, aber genau das passiert doch offenbar gerade. Es ist also z.B. möglich, dass sie mit einem Vergleich zu lange warten. Zu lange kann bedeuten, dass sie den alten Wert herausgeben müssen. Ob jemand dabei in den Knast gehen muss oder nicht, ist nicht so wichtig. Der Effekt wäre vergleichbar.
- Ich glaube, dass JPM nach dem "Sanierungsversuch" durch die Übernahme von WaMu schon wieder in Schwierigkeiten ist, abgesehen vom WaMu-Zweig.
Das normale Bankgeschäft beherrschen sie offenbar nicht gut genug, weswegen sie von Zeit zu Zeit "andere Wege gehen", um zu wachsen.
Und wenn sie vor der Übernahme von WaMu der Insolvenz wesentlich näher standen als WaMu, wie das offensichtllich aus den Zahlen hervorgeht, so kann ihnen das nach ein paar nicht so glücklichen Jahren - 2008 bis 2011: Silber, BP, CFD etc etc - wieder passieren.
Das heisst, das sie m.E. lange nicht so stark da stehen, wie sie alle Welt glauben machen wollen.
Wenn JPM tatsächlich wieder vor der Insolvenz stehen sollte, so wäre WaMu gerade der Zweig, der gut läuft, und genau den bekämen wir wieder. Eine einfache Rechnung.
Wie es dann JPM selbst geht, kann uns doch egal sein, oder? Wird hier jemand JPM nachtrauern? Bitte per PN melden. So etwas Denkwürdiges sammle ich gerne. (Aber bitte keiner von den Nebelkerzen.)
Unvorstellbar, dass Susman sich ähnlliche Gedanken gemacht hat? Für mich nicht.
Gruss, St. JCF
Ich denke gerne das Undenkbare
Meine Meinung. Keine Handelsempfehlung
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