Guten Tag,
über das gestrige Hearing in Sachen Tricadia bin ich sehr erstaunt und überlege, ob die Spiele, die Tricadia hier zu spielen versucht, vielleicht auf irgendeinem Wege Einfluß aufs Equity haben könnten.
Sollte es hier User (Zungo, ElCondor, Mmafr oder andere) geben, die ähnliche Gedanken haben und darüber ruhig und vorbehaltlos diskutieren wollen, würde mich das freuen.
Wer weiß, vielleicht ist es ja zu irgendetwas gut !!
1. Ich gehöre ja zu denen, die von Anbeginn ihres Invests in WMI immer daran geglaubt haben, daß den NOL´s der Holding der mit Abstand größte Wert inneliegt.
Für diese ketzerische Ansicht habe ich mir 2 Jahre lang viele „Freunde“ gemacht.
Im November 2009, nach dem die Erweiterung des NOL-Carryback beschlossen wurde und sich der Kurs trotzdem negativ entwickelte, bekam ich für diese Ansicht die erste kräftige Watsche und nach der Vorlage des ersten PoR, der die Ausbuchung der alten Stämme vorsah, die zweite, noch gewaltigere, Watsche.
Danach war dieses Thema NOL´s zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung und in der öffentlich gemachten Auseinandersetzung zwischen den Beratern und Anwälten eigentlich fast tot.
Nun kommt aber auf einmal eine Firma, die nur eine relativ kleine Forderung hält, an, und versucht mit einem kleinen Trick, einen wesentlichen Teil der vortragsfähigen NOL´s zu greifen und kann dabei scheinbar nicht sofort von den etablierten Gegenparteien gestoppt werden.
Auch wenn die NOL-Verwertung in der Reorg-Gesellschaft stattfinden soll, stellt sich doch nun die Frage:
- warum ist keiner der 100en Steuerexperten, die bisher an dem Fall WMI per Mandat arbeiteten und
- warum ist keiner der sicher 1000en Steuerexperten, die den Fall WMI allein wegen dessen Größe und Bedeutung quasi „begleitend“ aus beruflichem Interesse beobachtet haben,
auf die gleiche Idee gekommen, wie die der Tricadia-Boys ?
Das scheint mir sehr erstaunlich.
Speziell eine Kanzlei wie die von Susman (!!), aber auch die von Solomon und Hochberg hätten doch, auch wenn die Tricadia-Spiele keine Auswirkung aufs Equity haben sollten, zumindest tendenziell zu ähnliche Ansichten, wie Tricadia finden müssen.
2. Warum hat Tricadia gestern um eine Handelsbeschränkung der CCB´s gekämpft ?
Was soll das ?
Die CCB´s werden von den qualified Holders scheinbar seit deutlich mehr als 18 Monaten gehalten.
Diese Claims werden plangemäß zu 100 % (!) bedient.
Warum sollte jetzt irgendeiner der Holder hingehen, und unmittelbar vor dem „Endziel“ seine CCB´s verkaufen wollen ?
Könnte es sein, daß Tricadia denjenigen CCB-Holdern einen Riegel vorschieben möchte, die vielleicht aus „erpresserischen“ gründen ihre CCB´s verkaufen möchten, um die Pläne von Tricadia zunichte zu machen, sofern auch innerhalb der CCB´s bereits ein Ownership-Change-Szenario droht ? Möglicherweise mache ich hier einen groben Denkfehler, aber die Verschiebung von mehr als 50 % Anteilen, müsste doch auch innerhalb dieser Creditors-Klasse eine Rolle spielen für ein Ownership-Change-Szenario. Und nahe an 50 % Anteilsverschiebung scheint man ja in Class 14/15 zu sein.
3. Warum hat Walrath dem gestrigen Handelsbeschränkungsantrag von Tricadia so schnell stattgegeben ?
Ist der Antrag nur ein strategisches Spiel gewesen oder steckt was dahinter ?
Und warum soll das Equity die (zwar geringen) Kosten für die Bekanntmachung der Handelsbeschränkung übernehmen ?
4. warum hat Tricadia in der Notice of Stock Elections vom 22.11.10 keinerlei (!) Ansprüche auf die Shares der Reorg-Gesellschaft angemeldet ?
Quelle: www.kccllc.net/documents/0812229/0812229101122000000000027.pdf
Das scheint mir sehr erstaunlich.
5. Welche Möglichkeiten seht Ihr, daß das Tricadia-Game irgendwie, und sei es über sehr verschlungene Umwege, das Equity erreichen könnte ?
Gibt’s zu 1. bis 5. sachliche Meinungen ?
Grüße
VanDelft