SHW Autozulieferer will Aktionäre mit über 12% Dividende belohnen
Die SHW AG zählt mit einem Gründungsdatum im Jahre 1365 zu den ältesten Industriebetrieben in Deutschland. Der ursprünglich auf Erzverhüttung spezialisierte Betrieb (daher auch der ursprüngliche Name "Schwäbische Hüttenwerke") hat sich zwischenzeitlich zu einem der Technologieführer bei der Herstellung von Fahrzeugbauteilen gewandelt, die zu einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und damit auch von Schadstoffemissionen beitragen. Dabei handelt es sich insbesondere um Pumpen und Motorenkomponenten sowie Bremsscheiben. Das Unternehmen aus Aalen-Wasseralfingen wird gegenwärtig an der Börse mit knapp 192 Millionen Euro kapitalisiert.
Am 7. Mai gab einer der führenden Automobilzulieferer von CO2-relevanten Pumpen und Motorkomponenten sowie Bremsscheiben Zahlen zur Geschäftsentwicklung im 1. Quartal 2013 bekannt. Eigenen Aussagen zufolge ist es der SHW AG zu Jahresbeginn gelungen, trotz erwartungsgemäß schwierigem Marktumfeld in Europa mit 84,9 Millionen Euro einen Konzernumsatz nahezu auf dem Vorjahresniveau von 85,4 Millionen Euro zu erzielen. Die Ergebniskennziffern litten jedoch teilweise deutlich unter den Auswirkungen mehrerer Sondereinflüsse. Zum einen belastete die konzernweite Einführung von SAP mit operativen Mehraufwendungen für Beratungsunterstützung, Überstunden, Sondertransporte, Fremdbearbeitungsaufträge temporär die Ertragsentwicklung. Dazu kamen noch Auswirkungen durch Produktmixverschiebungen, höhere Anlaufkosten und IT-Aufwendungen sowie der Aufbau des Standorts Brasilien. Aufgrund dieser Einflussfaktoren reduzierte sich das EBITDA um 23,3% von 9,6 auf 7,3 Millionen Euro. Das EBIT sank um 36,0% von 6,7 auf 4,3 Millionen Euro. Die EBIT-Marge lag nach 7,9% im Vorjahr nunmehr bei 5,1%. Das Periodenergebnis ging um 43,2% von 5,2 auf 2,9 Millionen Euro zurück.
Für das Gesamtjahr 2013 gehe der Spezialist für die Herstellung von Fahrzeugprodukten, die zur Reduktion des Kraftstoffverbrauchs beitragen, laut BÖRSE ONLINE dennoch von einstelligem Umsatzwachstum und "positivem Effekt auf das Ergebnis aus". Viel mehr Einfluss auf die aktuelle Kursentwicklung der SHW-Aktie als die reine Geschäftsentwicklung sei derzeit allerdings aufgrund anderer Nachrichten vorhanden. Nachdem Ende April der überraschende Abschied des Firmenchefs Wolfgang Krause den Kurs kurzfristig erst einmal um 4% habe abrutschen lassen, richte sich das Augenmerk der Anleger nun Richtung Hauptversammlung am 14. Mai. Dort plane der Konzern die Ausschüttung einer "sagenhaft" hohen Sonderdividende vorzuschlagen. Neben der "regulären" Dividende von 1,00 Euro je Aktie habe die Gesellschaft die einmalige Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 3,00 Euro je Aktie vor. Zum aktuellen Kurs käme der Titel damit auf eine Dividendenrendite von über 12%. Neben den nach wie vor guten Geschäftsperspektiven für den Automobilzulieferer und aufgrund "der üppigen Dividende" sei die Aktie laut BÖRSE ONLINE ein Kauf, zumal das 2014er-KGV von 9 immer noch günstig sei. Das Kursziel sehen die Börsenexperten bei 37,00 Euro (rund 12% Potential).
Charttechnische Einschätzung: Schon auf die Ankündigung der Sonderdividende reagierte der Kurs der SHW-Aktie Mitte März mit einem Freudensprung. Die mehrmonatige Seitwärtsrange zwischen 28,00 und 31,00 Euro wurde sofort nach oben hin verlassen. Der Kurs schoss bis auf 35,00 Euro empor und markierte dort das neue Allzeithoch. Seit Mitte März verharrt die Aktie auf recht hohem Niveau knapp unterhalb des Rekordhochs. Viel tiefer als 32,50 Euro setzte die Aktie nicht zurück. Am Tag der Dividendenausschüttung werden allerdings aller Voraussicht nach 4,00 Euro vom Schlusskurs des Vortages abgezogen werden. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau fiele die Aktie damit in den Bereich um 29,00 Euro zurück. Bei 28,75 Euro liegt eine wichtige Horizontalunterstützung. Anleger sollten daher genau beobachten, wie sich die Aktie in den Handelstagen nach der Dividendenzahlung verhält. Spätestens mit einem Rutsch unter 28,00 Euro droht eine Verkaufswelle in Richtung 24,00 Euro. Verkraftet der Titel den Dividendenabschlag jedoch sehr schnell und zeigt eine positive Reaktion in Richtung des bisherigen Rekordhochs dürfte die seit Jahren intakte Rallye fortgesetzt werden.
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