14.02.2010 10:06
WOCHENAUSBLICK: Dax auf dem Weg der Erholung - Griechenland bleibt im Fokus
Nachdem die Zuspitzung der Griechenlandkrise in den vergangenen Wochen den deutschen Aktienmarkt unter Druck gebracht hat, sollte sich der Dax in der neuen Woche wieder stabilisieren. Positive Konjunktur- und Unternehmensnachrichten dürften wieder stärker in den Vordergrund rücken, ist etwa Marktexperte Markus Reinwand von der Helaba überzeugt. In jüngster Zeit seien diese Zahlen und Daten von Ängsten überlagert worden, dass Griechenland und auch andere südeuropäische Staaten angesichts ausufernder Staatsdefizite in Zahlungsschwierigkeiten geraten könnten. Doch der Pessimismus ist seines Erachtens übertrieben und dass sich die angespannte Haushaltslage in Griechenland zu einer systemischen Krise ausweisen könnte, sei "wenig wahrscheinlich, auch wenn die Details einer Lösung noch ausstehen".
Reinwand rechnet daher damit, dass es in der neuen Woche nicht mehr so kräftige Schwankungen gibt, sondern vielmehr eine Erholungsbewegung einsetzen könnte. Die Experten der Landesbank Berlin (LBB) hingegen sehen noch kein Ende der seit Mitte Januar laufenden Konsolidierungsbewegung an den Euro-Börsen. Vielmehr gäben nun auch die Chartbilder bedeutender Indizes wie das des EuroStoxx50 Anlass zur Sorge, da wichtige Unterstützungen durchbrochen worden seien. "Der Dax dagegen konnte seine bedeutende Haltezone um 5.300 Zähler dagegen noch verteidigen." Anleger sollten im aktuellen Umfeld dennoch "eher zurückhaltend agieren", raten sie. Ihre vorsichtig optimistische Sichtweise für das erste Halbjahr gaben die Analysten der LBB trotz des holprigen Starts in das neue Jahr noch nicht auf.
Auch wenn Griechenland in der neuen Woche weiter im Blick stehen dürfte, so sollte die Aufmerksamkeit doch wieder verstärkt den Bilanzen gelten. Unter den Dax-Konzernen sind es MAN am Montag, die Deutsche Börse am Dienstagabend und Daimler am Donnerstag, die über ihr abgelaufenes Quartal und das Gesamtjahr berichten.
MAN, DEUTSCHE BÖRSE UND DAIMLER MIT ZAHLEN
Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN wurde im vierten Quartal vom Weggang der Führungsmannschaft rund um den früheren Vorstandschef Hakan Samuelsson erschüttert. Beim ersten Auftritt des neuen Managements am Montag wird es deshalb auch darum gehen, ob sich die neuen Vorstände überzeugend vorstellen und Vertrauen schaffen können, den Konzern stabil durch die Krise zu führen.
Die Deutsche Börse hingegen dürfte erstmals in ihrer Geschichte als börsennotiertes Unternehmen einen Quartalsverlust ausweisen. Die Finanzkrise, die 2008 die Handelsvolumina noch in die Höhe schnellen ließ und für ein neues Rekordjahr mit einem Milliardenüberschuss sorgte, sollte damit nun auch dem Frankfurter Marktbetreiber ihre negative Seite gezeigt haben. Aus der zweiten Reihe werden unter anderem dann noch der Touristikkonzern Tui Quartalszahlen präsentieren.
Unter den Konjunkturdaten dürften in Deutschland vor allem die ZEW-Konjunkturerwartungen die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf sich ziehen. Höhepunkte auf der US-Agenda werden die Baubeginne und die Verbraucherpreise sein. Am Mittwoch veröffentlicht zudem die US-Notenbank Fed das Protokoll der Zins-Sitzung (FOMC) vom Januar. Dies sollte auch die neuen Prognosen der Ausschussmitglieder enthalten. Ferner stehen die regionalen Stimmungsbarometer aus New York und Philadelphia und der Frühindikator des Conference Board auf dem Programm./ck/gr
--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---
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