Der starke Yen macht den Japanern schwer zu schaffen. In einer Dringlichkeitssitzung hat die Bank of Japan beschlossen, noch mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Die Reaktionen fielen verhalten aus.
Die japanische Notenbank hat auf einer Dringlichkeitssitzung beschlossen, den Banken des Landes mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Das bestehende Programm werde auf 30.000 Mrd. Yen (275,5 Mrd. Euro) aufgestockt, teilte die Bank of Japan (BOJ) am Montag mit. Damit weitet die Zentralbank das erst im Dezember 2009 im Kampf gegen die Deflation eingeführte Finanzprogramm von zuletzt 20 Billionen Yen aus.
Zeitgleich arbeitet die Regierung neue Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur aus. Grundrisse des neuen Stimulierungspakets werden voraussichtlich im Anschluss an die Zentralbanksitzung entschieden. Aggressivere Schritte behalten man sich für den Fall vor, dass es deutlichere Zeichen für eine wirtschaftliche Verlangsamung gebe. Den Leitzins ließen die Notenbanker wie erwartet bei 0,1 Prozent. Am Nachmittag wurde eine Erklärung von Zentralbank-Chef Masaaki Shirakawa zu der Entscheidung erwartet.
Das exportabhängige Japan leidet zunehmend unter dem starken Yen und der hartnäckigen Deflation mit andauernd fallenden Preisen. Eine Deflation drückt die Umsätze und Gewinne der Unternehmen, die dann Abstand von neuen Investitionen nehmen und Arbeitsplätze abbauen.
Die Währung hatte zuletzt ein 15-Jahres-Hoch zum Dollar erreicht. Die BOJ steht entsprechend unter wachsendem Druck der Regierung, ihre Geldpolitik zu lockern. Im Laufe des Tages sollte Shirakawa Medienberichten zufolge mit Ministerpräsident Naoto Kan zu Gesprächen zusammengekommen.
Der Yen legte nach der Ankündigung leicht zu, bleib jedoch im Tagesverlauf zum Dollar im Minus. Der Nikkei gab einen Teil seiner vorherigen Gewinne wieder ab. In einer ersten Reaktion sprach Andy Ji von der Royal Bank of Scotland in Singapur von einem halbherzigen Vorgehen der Notenbank. "Nichts hat sich grundsätzlich geändert", sagte er. Die BOJ widersetze sich weiter dem Druck der Regierung.