28. Juli 2010, 21:03 Uhr
Wenngleich die Wirtschaft in den USA weiter anzieht, verliert das Wachstum in einigen Regionen bereits wieder an Schwung. Vor allem die Häusermärkte seien "schwach", warnt die US-Notenbank.
Zu diesem Urteil kommt die US-Notenbank Federal Reserve in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht Beige Book, der den Zeitraum bis Mitte Juli abdeckt.
Laut dem Beige Book berichteten mit Atlanta und Chicago zwei der zwölf Fed-Distrikte, dass sich das Tempo der Konjunkturerholung verlangsamt habe. Zwei andere, Cleveland und Kansas City, erklärten, sie habe sich von Ende Mai bis Mitte Juli nicht weiter verstärkt. Im vorigen Beige Book Anfang Juni hatten noch alle Distrikte eine zunehmendes Wirtschaftswachstum beobachtet.
Der Ausblick für die US-Konjunktur steht derzeit weltweit im Fokus. Einerseits dürfte eine starke Wachstumsabschwächung die Weltwirtschaft enorm treffen und somit auch die Finanzmärkte belasten. Andererseits bestimmt er den Kurs der Fed, die nach wie vor großen Einfluss auf andere Notenbanken weltweit hat.
Vergangene Woche hatte Fed-Chef Ben Bernanke gesagt, dass er zwar weiter eine moderate Erholung der US-Wirtschaft erwartet, dass der Ausblick aber "außergewöhnlich unsicher" sei. Die Fed sei bereit, im Notfall ihre Hilfen für die Wirtschaft auszuweiten.
In der Fed ist über die Frage weiterer Hilfen eine heftige Debatte entbrannt. Während der Präsident der regionalen Fed Philadelphia, Charles Plosser, trotz schwächerer Daten keine Veranlassung dafür sehen, halten sich andere diese Option zumindest offen. Sie fürchten eine erneute Rezession.
Nicht nur zum Häuser-, sondern auch zum Arbeitsmarkt äußerte sich die Fed am Mittwoch erneut besorgt. Die Arbeitslosigkeit in den USA ist weiter sehr hoch. Die Fed soll nicht nur die Preise stabil halten, sondern auch eine hohe Beschäftigung sichern.
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Das Geld, das man hat, verhilft uns zu Freiheit – das Geld, dem man nachjagt, macht uns zu Knechten. (Rousseau)