Und genau darin liegt der Fehler, denn man "interpretierst" etwas und da kann man wie du richtig gesagt hast alles hinein interpretieren wenn man will.
Deshalb sollte man das "Interpretieren" einfach mal lassen, sondern einfach nur mal die Zahlen sprechen lassen, indem man historische Vergleiche zieht.
Klar kann man aus der Historie heraus nicht zwingend auf die zukünftige Entwicklung schließen, doch man kann hohe Wahrscheinlichkeiten feststellen, die umso wahrscheinlicher an "Extrempunkten" wie wir sie momentan sehen, sind. Und wie bei der Charttechnik gilt, eben die höhere Wahrscheinlichkeit zu handeln, in der Hoffnung, dass auch andere Anleger so handeln und sich die höhere Wahrscheinlichkeit durchsetzt.
Die Schwierigkeit dabei ist, dass die hohe Wahrscheinlichkeit oftmals nicht so offensichtlich ist, wie man es vermuten würde, denn der Mensch ist und bleibt ein "Schlitzohr!" und hierbei vor allem die Banken und Big Player am Markt.
Und an dieser Stelle spielen die Medien eine entscheidende und wichtige Rolle um Kurse zu "manipulieren!"
Bestes Beispiel ist der Verfall des EURO, der ja angeblich mit der Griechenlandkrise zu tun hat.
In Wahrheit jedoch haben sich die BigPlayer die 1,50 als Wendepunkt ausgesucht und da kam ihnen Griechenland sehr gelegen, denn dadurch konnten sie über die Medien den EURO sehr wirkungsvoll bashen. Mal ehrlich, wussten wir nicht schon viele Wochen vorher, dass es Schuldenprobleme in Europa gibt? Spätestens seit Island und Irland, die in der Krise massiv zu rudern hatten, war doch jedem klar, dass da solche Probleme wahrscheinlich sind, doch stattdessen wurde der EURO damals gepusht, so nach dem Motto, in den USA sieht es ja noch viel drüsterer aus.
Klar logisch, hätte man sofort die Wahrheit erzählt, dann hätten die BigPlayer um 1,50 nicht Kasse machen können ;-)
So passiert es auch jetzt an den Aktienmärkten, es wird künstlich eine schlechte Stimmung geschaffen, die ihren Ursprung u.a. im 10%igen Crash des Dow im Mai hatte und nun so richtig schön niedergedrückt wird. Ich würde mich nicht wundern, wenn in 3 Monaten die Lage sich plötzlich wieder aufhellt und dann plötzlich wieder alles halb so schlimm ist und dann auch die Arbeitslosigkeit in den USA sinkt.
Darum sollte man es sich abgewöhnen, Daten zu "interpretieren", sondern stattdessen einfach völlig neutrale Vergleiche in die Vergangenheit ziehen UND vor allem den Kopf einschalten und überlegen, wer davon profitieren könnte und wie logisch eine Rückkehr der Krise wirklich ist.
Wenn Unternehmen wie Intel, AMD tolle Gewinne machen und auch einen positiven Ausblick geben, wenn Unternehmen viele Milliarden investieren und es schon zu Lieferengpässen kommt, wenn die Kapazitäten wieder zunehmend ausgelastet und zudem ausgebaut werden müssen um der Nachfrage gerecht zu werden, dann fällt es mir sehr schwer, an eine Rückkehr der Krise zu glauben.
U.a. sind viele Investitionen heute viel solider finanziert, haben restrukturiert und haben wieder volle Auftragsbücher.
Eine Krise sieht da eher so aus.
Die Unternehmen können ihre Kapazitäten nicht mehr auslasten, die Kosten für Rohstoffe steigen, die Margen sinken, Kredite sind teuer geworden, die Gewinnentwicklungen stagnieren auf hohem Nivau, die Stimmung ist dennoch relativ gut und an der Börse werden "Durchhalteparolen" laut, so nach dem Motto "Eine kleine Konsolidierung steht ins Haus, langfristig brummt das Geschäft mit China und Asien!"
Davon sind wir meilenweit entfernt und Unsicherheit bestimmt das Handeln.