Bei der Wirkung gebe ich Dir recht. Allerdings wurde diese Wirkung m.E auch geradezu von den Medien forciert, indem sie derart auf diesem Punkt rumgeritten sind.
Dabei habe ich für diese Betrachtungsweise ehrlich gesagt noch nicht einmal großes Verständnis.
Zumindest bei den beiden Volksparteien ist es doch gang und gebe, dass der Verlierer weg vom Fenster ist.
Jedenfalls wird er die Führung abgeben und bei der nächsten Wahl mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr als Kandidat aufgestellt werden.
(Denn man hat ja bereits gesehen, dass die entsprechende Person keine Mehrheit finden konnte.)
Bei den kleineren Parteien, die von einigen Ausnahmen abgesehen, gar nicht die realistische Aussicht haben, den Ministerpräsidenten zu stellen, mag das anders aussehen.
Dort ist es dann ja schon ein Erfolg, besser abgeschnitten zu haben, als im Vorjahr. Wem das gelingt, der darf dann nächstes Mal möglicher Weise wieder ran.
Aber wer in der CDU oder in der SPD eine Wahl verliert, der wird in der Regel die Verantwortung auf sich nehmen müssen und zurück in die zweite Reihe oder eben gehen.
- womit er seiner Partei in der Regel wohl auch tatsächlich einen Gefallen tut.
Da ließen sich jetzt viele Beispiele aufzählen.
Insofern finde ich das Argument, dass der Kandidat es dem Wähler schuldig sei, als Verlierer zu bleiben und als Lenker in der Opposition weiter zu wirken, unreell und scheinheilig.
Aber einigen Wählern mag man sowas einreden können.
Was machte es für einen Unterschied, ob der Röttgen nach einer verlorenen Wahl zurück nach Berlin ginge, oder in der Opposition in der Versenkung verschwünde, da er als Verlierer ohnehin nicht mehr tragbar wäre.
Er hat ja nun auch verloren. Möchte die Presse nun ernsthaft behaupten, dass es für die Partei oder den Wähler irgendeinen Sinn ergäbe, wenn er nun geblieben wäre?
Und was wäre eigentlich aus Frau Kraft geworden, hätte sie verloren.
Selbstverständlich hätte es einen Führungswechsel gegeben. Dass sie vielleicht nicht aus NRW weggezogen wäre, ist ja schön, aber was hilft das dem Wähler.
Die nächste Kandidatin der SPD wäre sicher nicht mehr Frau Kraft geworden
Der Wähler wählt ja in erster Linie eine Partei und keine singuläre Person. Was hülfe es also dem Wähler, wenn eine Person entgegen den Interessen der Partei an seinem Posten klebte?
Den Medien ist es aber tatsächlich gelungen Röttgens m.E. völlig nachvollziehbaren Standpunkt dazu, als Unding zu verkaufen und zu verzerren.
Was habe ich mich die letzten Jahre immer wieder über die Medien geärgert.
Ihre Aufgabe ist es, der Meinungsfreiheit Ausdruck zu verleihen und zu informieren - nicht aber eine Meinungshoheit in Anspruch zu nehmen und die Menschen in ihrer Meinungsbildung zu indoktrinieren.
Ich kann mich nur der damals schon von Franz Joseph Strauss geäußerten Medienkritik anschließen.