Windkraft
Rotorblätter im Stresstest
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Eine neue Testanlage verbiegt die Spitzen der Rotorblätter um bis zu 25 Meter. Wenn sie solchem Extrem-Stress übersteht, hält Windkraft den Arbeitsbedingungen auf hoher See stand.
Windkraftanlage: Bald erreichen ihre Rotorblätter einen Durchmesser von 180 Metern
Die Welt verlangt nach mehr erneuerbarer Energie. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Windkraft. Die Anlagen werden immer größer. Rotorblätter werden bald einen Durchmesser von 180 Metern erreichen. Sie erfordern spezielle Prüfstände. Bei Stresstests müssen die mächtigen Blätter zeigen, ob sie dem Druck des Windes gewachsen sind.
Gut 60 Meter messen die Rotorblätter der weltgrößten Anlagen heute. Das ist so viel wie drei Lkws mit Auflieger hintereinander. Um 30 weitere Meter sollen sie wachsen. Solche enormen Längen der Rotorblätter sind vor allem für Windenergieanlagen auf hoher See gedacht.
Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Bremerhaven rüstet sich für die künftigen Rotorblatt-Riesen. Demnächst eröffnet es eine Testhalle, in der Rotorblätter von bis zu 90 Metern Länge Stresstests ausgesetzt werden.
In vier Monaten müssen die Rotorblätter zeigen, dass sie einer 20-jährigen Betriebsdauer standhalten
Prüfstand des Fraunhofer-Instituts IWES: Hierin werden die Rotorblätter wie Strohhalme verbogen
Fraunhofer IWES
Herzstück des Prüfstandes ist ein 1000 Tonnen schwerer Stahlbetonblock. Er bewegt sich wie eine Klappbrücke. Mit ihm lassen sich die riesigen Rotorblätter verbiegen wie ein Plastiklineal. An der Blattspitze bewegen sie sich bis zu 25 Metern nach außen. Für die Hersteller ist das ein banger Moment. Haben sie korrekt gerechnet, die Rotorblätter robust konstruiert?
Die Testanlage ahmt auch das Drehen der Rotorblätter nach. So ändert sich mit jeder Umdrehung die Belastung – zunächst rauscht das Blatt in voller Fahrt hinab, dann wieder saust es mit Macht aufwärts. Durch dieses Auf und Ab wirken ständig wechselnde Kräfte auf den Kohle- oder Glasfaserkunststoff ein.
Vier Monate dauert eine Prüfung mit allen Extrembelastungs- und Langzeittests. In dieser Zeit werden auf das Rotorblatt die Lasten aufgebracht, denen es normalerweise in einer 20-jährigen Betriebsdauer standhalten muss.
