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Von Stefan Corssen, 17.08.11, 07:06h
Mehr Windkraft für Wipperfürth
Ob Sonnenenergie, Windräder oder Wasserkraft: Bei erneuerbaren Energien hängt die Bergische Energie und Wasser GmbH zurück. Doch dies lässt sich in zwei bis vier Jahren aufholen, wenn die Windkraft vor Ort ausgebaut wird. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten.
WIPPERFÜRTH - Ob Sonnenenergie, Windräder oder Wasserkraft: In Sachen erneuerbare Energien hängt die Bergische Energie und Wasser GmbH (BEW) zurück. Nur drei Prozent des Stroms im Netzgebiet der BEW stammt aus regenerativen Energiequellen. Bundesweit sind es dagegen bereits elf Prozent.
Doch dieser Rückstand lässt sich in zwei bis vier Jahren aufholen, vor allem, wenn die Windkraft vor Ort ausgebaut wird. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten, dass die BEW in Auftrag gegeben hat. Klaus-Joachim Frost, Prokurist der Fichtner Management Beratung AG aus Stuttgart, stellte am Montagabend das „Konzept einer 100 Prozent Erneurbaren Energien Region“ vor. Ein Thema, dass offensichtlich in Wipperfürth auf großes Interesse stößt, über 60 Zuhörer verfolgten den Vortrag und die von BEW-Aufsichtsrat Frank Mederlet moderierte anschließende Diskussion.
Einige wenige Kommunen in Deutschland haben das Ziel, ausschließlich auf regenerative Energien zu setzen, bereits erreicht. Rund 100 Städte, Landkreise und Regionalverbünde haben sich die 100 Prozent als verbindliches Ziel gesetzt.
Im BEW-Gebiet, so Frost, sei dies nur erreichbar durch die kombinierte, dezentrale Nutzung von Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme. Den größten Stromanteil liefert hier derzeit die Photovoltaik. 2010 wurden 7355 Megawattstunden (MWh) Leistung aus Sonnenstrom ins BEW-Netz eingespeist, weitere 400 Kilowatt sind in Planung. Doch Frost räumt der Photovoltaik kein großes Wachstumspotenzial mehr ein, die geeigneten Dachflächen seien zu weiten Teilen bereits genutzt. Die Vergütung für Sonnenstrom werde zudem weiter zurückgehen.
Wasser gibt es in der Region zwar reichlich, doch die Möglichkeiten, damit Strom zu erzeugen, seien begrenzt, so Frost. Zudem sei Wasserkraft technisch weitestgehend ausgereizt.
Sehr viel mehr Potenzial bietet dagegen die Windkraft. In Hückeswagen stehen bereits einige Windräder, in Wipperfürth-Dörpinghausen werden demnächst drei Räder ans Netz gehen. Zudem existiert in Obergaul noch ein weiteres Vorranggebiet für Windkraftanlagen, also eine Fläche, auf der weitere Windräder errichtet werden dürfen. 2010 wurden 4560 MWh Strom aus Windturbinen eingespeist, Frist hält ein wirtschaftlich tatsächlich nutzbares Potenzial von zusätzlich knapp 20 000 Megawattstunden für möglich. Dazu müssten sich die Kommunen von der derzeitigen maximalen Nabenhöhe von 75 Metern verabschieden und größere Räder zulassen, außerdem auch Windräder in Waldflächen erlauben.