09.06.2008 11:25
UPDATE: Lufthansa will keine Flüge wegen hohem Ölpreis streichen
SINGAPUR (Dow Jones)--Die Lufthansa AG (News/Aktienkurs) will wegen der derzeit hohen Kerosinpreise keine Flüge streichen. Ebenso wenig wolle die Fluggesellschaft den Treibstoffzuschlag erhöhen, sagte der Vizepräsident der Lufthansa für die Region Asien und Pazifik, Uwe Müller, am Montag.
Müller erwartet dagegen im laufenden Jahr einen Ausbau der Lufthansa-Flugkapazität um 6% bis 7% für die Asien-Pazifik-Region. In China, Indien und Südkorea soll das Wachstum sogar um 15% bis 20% betragen.
Einige Fluggesellschaften hatten wegen der Treibstoffkosten bereits Flüge aus ihrem Angebot genommen. Die Continental Airlines Inc etwa hatte am Donnerstag mitgeteilt, ihre Kapazität im vierten Quartal um 11% zu verringern und ihre Flotte um 67 Flugzeuge zu verkleinern. Die United Airlines wird ihre Flugkapazität um 10% und die Flotte um 70 Maschinen reduzieren. Zudem sollen von den derzeit 55.000 Arbeitsplätzen des Unternehmens zwischen 1.400 und 1.600 Stellen gestrichen werden.
Andere Airlines, wie beispielsweise Air France-KLM, hatten auf den Kostendruck durch die gestiegenen Kerosinpreise mit einer Erhöhung der Treibstoffzuschläge auf die Flugtickets reagiert. Die schweizerische Fluggesellschaft Swissair, eine Tochter der Lufthansa, hat diesen Aufpreis für Langstreckenflüge am vergangenen Freitag um 11 CHF auf 155 CHF erhöht. Für Europaflüge wurde der Zuschlag um 3 CHF auf 39 CHF erhöht.
Lufthansa selbst hat laut Müller keine wesentlichen Auswirkungen aus den gegenwärtigen wirtschaftlichen Unsicherheiten erfahren. Auch die verschärften Einreisebestimmungen nach China, die nach den olympischen Spielen wahrscheinlich wieder gelockert werden, hätten Lufthansa nicht belastet.
Das Unternehmen sei in guter finanzieller Verfassung, weil es seine Flugstrecken diversifiziere. Mit der Streuung des Geschäftsrisikos sei die Airline gegen Rückgänge in einigen Regionen abgesichert. Die Treibstoffkosten werde man weiterhin beobachten, sagte Müller. Lufthansa werde jedoch keine Flüge wegen der Rekordpreise für Rohöl streichen.
In Bezug auf mögliche Zukäufe sagte Müller, die Lufthansa AG plane derzeit keine Investitionen in eine asiatische Fluggesellschaft. Sollte das Unternehmen aktiv nach möglichen Übernahmekandidaten suchen, dann würde sich der Konzern zuerst in Europa umschauen. Details nannte er nicht.