Es ist doch wohl mehr als logisch, dass ich mit einer kleineren Anlage ganz automatisch einen höheren Eigenbrauchprozentsatz erziele, als mit einer größeren Anlage. Wenn du das nicht kapierst ManuBaby, dann hast du dir noch nie Gedanken über eine PV-Anlage gemacht. Es geht nicht um den Verbrauch in absoluten Zahlen, der bleibt selbstverständlich gleich, sondern natürlich um den Prozentsatz und der wird bei einer kleineren Anlagen mit z.B. 4 kW deutlich höher sein wie bei einer größeren Anlage mit z.B. 8 kW.
So viel mal zu "erklär mal hier bitte der Leserschaft, wieso man mit einer kleineren Anlage einen höheren Eigenverbrauch hat?". Übrigens habe ich das gestern schon mal erklärt.
Komm mir jetzt bitte nicht mit deinen Gerüstkosten, denn ich rede bei Systemkosten von den kompletten Anlagenkosten. Hier ein Beispiel für eine 4,7 kW-Anlage, die von Neotron angeboten wird für einen Komplettpreis von 8.514 € (1.811 €/kW):
Anlagenpreis ohne Montage: 6.950 €
Montage inkl. Gerüst: 1.050 €
Netzanschluss: 514 €
Flächenbedarf: 33 m2
Die Module für diese Anlage sind OEM-Module von IBC Solar (PolySol 235 W), der Wechselrichter kommt von SMA (SB 5000TL-22), das Montagegestell, die Befestigungselemente und die Kabel kommen von IBC Solar.
Es wird meiner Einschätzung nach bei den mittelgroßen Aufdachanlagen (20 bis 100 kW) einen richtigen Schub in Deutschland geben, vielleicht sogar einen reglerechten Boom. Der neue RWE-Chef Peter Terium hat das gestern ja auch schon deutlich gemacht mit "in wenigen Monaten werden RWE-Panels massenhaft auf den Flachdächern von Möbelhäusern, Lebensmittelhändlern oder Speditionen montiert sein. Wir sind mit mehreren Filialketten in Gesprächen, um auf den Dächern von Filialen oder Lagerhallen Solarzellen zu montieren. Bis zum Jahresende wollen wir 1.000 Megawatt zusammenbekommen". Das heißt, dass alleine RWE in diesem Jahr 1 GW an mittelgroßen Dachaufanlagen installieren lassen wird. Das ist doch mal eine richtige Hausnummer. Centrosolar hat erst vor ein paar Wochen gemeldet, dass man derzeit auf 100 süddeutschen Supermarktfilialen (ich denke, dass es Aldiläden sind) mit einer Gesamtleistung von 8 MW Module rauf baut. Rd. 90% des erzeugten Stroms dieser Aufdachanlagen wird von diesen Supermärkten selbst verbaucht und nur rd. 10% werden ins Stromnetz eingespeist und somit können diese Supermarktfilalen etwa 45% ihres Strombedarfs selbst abdecken. So was wird Schule machen, zumal ja die Strompreise sicherlich nicht rückläufig sein werden. Das Schlüsselwort heißt auch hier Eigenverbrauch und nicht Einspeisevergütungen. Es gibt verdammt viel Platz auf den Dächern von Kaufhäuser, auf Discounterdächer wie Lidl, auf Möbelhäuser, Kühlhäuser, Metzgereien und und und, die alle einen hohen Stromverbrauch haben.
Bis irgendwann die Elektromobilität richtig kommen wird, da wird es aber dann schon noch 5 bis 10 Jahre dauern. Aber der neue Trend bei Solar wird sein, dass viele Unternehmen aufgrund steigender Strompreise und den niedrigen Systempreisen sich Solaranlagen auf ihr Dächer setzen werden und es werden viel mehr kleinere Anlagen (3 bis 4 kW) auf Einfamilienhäuser gebaut werden, als wie zu Zeiten hoher Einspeisvergütungen größere (7 bis 10 kW).
Da bin ich mir schon mehr als sicher, dass genau das passieren wird. Wieder heißt hier das Schlüsselwort: Eigenverbrauch und genau der wird der entscheidende Renditehebel für jede Solaranlage sein.
In Deutschland wird der Solarmarkt in diesem Jahr sicher noch nicht einbrechen. Wie das im nächsten Jahr sein wird ist natürlich verdammt schwer abszuschätzen, da durch den atmenden Deckel die Einspeisevergütungen im Frühling 2013 nur noch bei etwa 0,17 €/kW bei Anlagen bis 10 kW und bei Anlagen bis 40 kW nur noch bei etwa 0,15 €/kWh liegen werden. Ohne einigermaßen hohe Einspeisevergütungen kommt natürlich auch trotz eines hohen Eigenverbrauchs von 40 bis 60% keine nennenswerte Rendite mehr raus. Außer die Systempreise fallen weiter so extrem wie im letzten Jahr von 3.000 €/W auf 2.200 €/W bei Anlagen bis 10 kW. Kann mir aber nicht vorstellen, dass es Anfang 2013 in Deutschland Systempreise für kleine Aufdachanlagen von 1.400 bis 1.500 €/W geben wird. So billig kann das alles gar nicht mehr werden.