In Anlegerkreisen gilt Gold nach wie vor
als Inflationsschutz und ruhiger Hafen in
stürmischen Zeiten. Vor allem zu Beginn
des Jahres haben sich diese Vorzüge des
glänzenden Metalls gezeigt, als der
Goldpreis nach einer fulminanten Rallye
im März bei 1.032 US-Dollar seinen vorläufigen
Höchststand erreicht hat. In der
darauf folgenden Korrektur fiel der Preis
für eine Feinunze Anfang Mai bis auf
846 US-Dollar zurück. Hier erwies sich
die charttechnische Unterstützung aus
dem November 2007 als zuverlässige
Haltelinie. Vor zehn Tagen konnte das
Edelmetall dann wieder aus seinem
kurzfristigen Abwärtstrend ausbrechen
und bis auf 925 US-Dollar klettern. Damit
verläuft der Goldpreis weiterhin solide
über seiner 200-Tages-Linie.
Zumindest kurzfristig hat Gold wieder
Aufwärtspotential. Dabei dürfte sich
der charttechnische Widerstand bei der
930-US-Dollar-Marke als entscheidende
Hürde auf dem Weg nach oben erweisen.
Kann diese genommen werden, ist der
Weg bis 955 US-Dollar zunächst frei.
Sollte die Feinunze auch diesen Widerstand
knacken, könnte der Preis sogar
bis zu den alten Hochs klettern. Zwar
steht einem erneuten Gipfelsturm eine
saisonal bedingte Nachfrageschwäche
vor dem dritten Quartal gegenüber. Im
Moment ist der Nachfrageüberhang jedoch
noch sehr stark: Die Anzahl der an
der COMEX gehandelten Long-Positionen
übersteigt die Zahl der Short-Kontrakte
derzeit um das Sechsfache. Zudem wird
der Goldpreis weiterhin durch den
schwachen US-Dollar unterstützt.
Quelle: Euro Derivateexpress