Ich geb Dir recht Motzer: Sicher werden Putzlappen, Schrubber und Schaufeln nicht die Schieflage beheben. Da hast Du natürlich absolut Recht; sehen wir es eher als Metapher...;-))
"....Wenn es insgesamt Überkapazitäten im Baumarkt-Sektor gibt, dürfte es schwierig werden. Aufgrund der Euro-Krise geben die Menschen (v. A. in den Südländern) weniger Geld aus. Auf der anderen Seite gehen vielleicht mehr Menschen in die Baumärkte, um sich den teuren Handwerker Einsatz zu ersparen...."
Das letzte wird sicher so sein. Die wenigsten werden schnell mal zig tausende Euros auf Tasche haben um üppige Handwerkeraufträge aus der Portokasse in Auftrag geben zu können. Etliche werden erstmal im Do-it-yourself Verfahren die unvermeindlich notwendigen Arbeiten vornehmen.
"...Dass Frau Krassny die Verdoppelung des Aktienkurses versprochen hat, macht nachdenklich. Sollte das reiner Zweckoptimismus sein?..."
Na ja, wie wirkt dass, wenn ich als Investor selber nicht an das Unternehmen glaube, auf das ich einstmals gesetzt habe? Es gab (und gibt) sicherlich einen Masterplan für die Umflaggung. Man geht (ging) von bestimmten Szenarien aus und natürlich ist es bitter, wenn die Rahmenbedingungen dann so daneben liegen, dass das Szenario nicht aufgeht. Ich stell mir einen Hotelier vor, der sein Hotel in den Alpen groß umbaut und in der Folgesaison fällt schlicht kein Schnee. Die prognostizierten Gästezahlen erreichen nur einen Bruchteil der Prognose. Gott, da steckt man ja wirklich nicht drin und was die zurückliegenden, gefühlten 10 Monate Winterdauer betrifft, da hat es die ganze Baumarkt-Branche erwischt. Blöd bei Praktiker, dass das bei ohnehin knapper Kassenlage natürlich doppelt reinhaut.
Ohnehin halte ich nichts von Versprechungen. Auch Frau Krassny kann nicht sagen, wie das erste Quartal 2014 dann schlussendlich aussehen wird. Die nun von außen herbei geführte Chance die Kassenlage zu verbessern spült Geld in die Kasse, mit der man den Masterplan der Umflaggung wieder aufnehmen bzw. deutlich stabiler fortsetzen kann. Darin sehe ich die Chance. Praktiker muss von dem Billigheimer-Image weg.
Die Eurokrise macht mir ehrlich gesagt mehr Sorgen. Die betroffenen Länder müssen wieder Perspektiven sehen. Das wird noch dauern. Insofern denke ich, war die Entscheidung richtig südeuropäische Standorte auf den Prüfstand zu stellen und dicht zu machen.
Ich denke, die nä. 12 Monate werden entscheidend sein, ob Praktiker -besser Max Bahr- sich wieder konsolidieren kann und auf dem Markt als wenig(er) gefährdet wahrgenommen wird. Aktuell ist der Kurs eh nur von Shorties bestimmt die die Kurse runterdrücken. Aber das macht ja auch den Kitzel aus. Seit ich mein desaströses CoBa Erlebnis verdaut habe, sage ich mir: Schlimmer kanns bei Praktiker auch nicht laufen, nur dass ich jetzt an der Seitenlinie mit den Füssen scharre- und nicht schon 70 80 % Verlust verbuchen kann. Wenn mir jemand im Frühjahr 2011 gesagt hätte, dass das zweitgrößte deutsche Geldhaus, ein Dax-Titel, kurstechnisch derartig auf die Fresse bekommt, ich hätte es schlicht nicht geglaubt. Seitdem weiß ich: Völlig wurscht, ob Kleinaktie wie Praktiker oder Dax-Titel; Schluss ist bei Null (Kostolany)..und da sind wir ja bei Praktiker noch nicht. Gell!??