30.01.12 16:40 DJN: Einigung über Griechenland-Kredit diese Woche möglich - Kreise
BRÜSSEL (Dow Jones)--Eine vorläufige Einigung über den angestrebten neuen
Kredit für Griechenland könnte nach Aussage informierter Personen noch in
dieser Woche gefunden werden. Wie Offizielle aus der Eurozone und dem
Internationalen Währungsfonds (IWF) sagten, soll eine abschließende Einigung
über einen fünfzigprozentigen Forderungsverzicht privater Gläubiger nun so
lange warten, bis ein IWF-Bericht über die Schuldentragfähigkeit Griechenlands
vorliegt.
Dieser Bericht wird auf einer Einschätzung der so genannten Troika beruhen,
der neben dem IWF auch die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB)
angehören. Er könnte noch in dieser Woche vorgelegt werden. Auf seiner Basis
würden IWF und EU entscheiden, wie hoch ihr Anteil am nächsten Rettungspaket
sein muss. Der IWF darf nur solchen Ländern Kredit geben, die seiner
Einschätzung nach in der Lage sind, ihre Schulden langfristig zu tragen.
Im Falle Griechenlands ist eine solche positive Einschätzung nur für den Fall
zu erwarten, dass sich die privaten Gläubiger zu einem Schuldenschnitt bereit
finden. Nach Angaben informierter Personen haben sich die Parteien am
Wochenende weiter einer Einigung angenähert. Der neue Griechenland-Kredit
könnte nach Angaben eines Offiziellen, der an dem Gipfel teilnimmt, bei einem
Sonder-Gipfel im Februar besprochen werden. Allerdings gebe es hierzu noch
keine Entscheidung.
Die Troika hatte sich im Oktober prinzipiell darauf geeinigt, Griechenlands
Verschuldung über einen teilweisen Forderungsverzicht und weitere fiskalische
Maßnahmen bis 2020 auf 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung zu
reduzieren. Gegenwärtig beträgt die Verschuldung rund 160 Prozent. Allerdings
haben sich die finanziellen Verhältnisse Griechenlands seit Oktober weiter
verschlechtert, so dass in dieser Rechnung eine Lücke auftut. "Es gibt
niemanden, der diese Lücke füllen will", sagte ein IWF-Offizieller. Das neue
Hilfspaket wird ein Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro haben.
-Von Costas Paris, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300,
konjunktur.de@dowjones.com
DJG/hab
(END) Dow Jones Newswires
January 30, 2012 10:40 ET (15:40 GMT)
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Finanzielle Probleme lassen sich am besten mit anderer Leute Geld regeln. (J. Paul Getty)