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dpa-AFX: Röttgen rechnet nicht mit Solarmarkt-Einbruch
ERFURT (dpa-AFX) - Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) rechnet
nach der Kürzung der Solarstrom-Vergütung nicht mit einem Markteinbruch bei
Solaranlagen. 'Dafür gibt es keine Indizien', sagte der Minister am Montag nach
dem Besuch eines Solarzentrums in Erfurt. Röttgen verteidigte die Förderkürzung
von bis zu 16 Prozent ab Oktober gegen erneute Kritik von Vertretern der Solarindustrie.
Der Chef der Branchenvereinigung 'Solarvalley
Mitteldeutschland', Hubert Aulich, rechnet dagegen mit einem etwas verlangsamten
Wachstum der Branche bereits im zweiten Halbjahr. In den ersten Monaten dieses
Jahres hatte die Debatte um die Förderkürzung zu einem Nachfrageboom geführt.
Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU)
verwies auf die große Bedeutung der Solarindustrie für Investitionen und
Arbeitsplätze in den neuen Ländern. Sie hatte sich vehement gegen die ihrer
Meinung nach zu deutlichen Einschnitten bei der Förderung von Solarstrom
gewandt. Lieberknecht sagte der Branche auch künftig Unterstützung der
Landesregierung zu.
Die Vereinigung Solarvalley schätzt die Zahl der Arbeitsplätze in den
Mitgliedsunternehmen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt derzeit auf mehr
als 10 000. 75 Prozent der in Deutschland produzierten Solarzellen kämen aus
diesen drei Bundesländern. Die Branche sieht sich einem verschärften Wettbewerb
vor allem durch Hersteller aus China ausgesetzt. 'Der Mark für Solar wird
wachsen', sagte Aulich. 'Aber die große Frage wird sein, ob die deutschen
Produzenten noch dabei sind.'
Er sei überzeugt, dass die Entwicklung der erneuerbaren Energien
weiter vorankommt, äußerte Röttgen. Er sprach von einem guten Kompromiss bei der
Fördersenkung, mit der auf bis zu 40 Prozent Preisverfall bei Solarstromanlagen
reagiert worden sei. Gleichzeitig gebe der Kompromiss vom Sommer Verlässlichkeit
für die Branche. 'Ich stehe dafür, dass er eingehalten wird.'
Röttgen plädierte dafür, Sondergewinne bei einer möglichen
Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken für die Ökostrom-Förderung einzusetzen.
'Wenn es durch politische Entscheidungen Sondergewinne gibt, dann sollten sie
überwiegend den erneuerbaren Energien zu Gute kommen.' Entscheidungen seien
jedoch noch nicht gefallen./ro/DP/juw