Die jüngste Erholung des Euro zum US-Dollar verlief bereits wieder im Bereich der 38-Tages-Linie (akt.
bei 1,2615 USD) im Sande. Während übergeordnet der Bruch des langfristigen Aufwärtstrends seit dem
Jahr 2001 (auf Wochenbasis akt. bei 1,2877 USD) für Gegenwind sorgt (siehe Chart), droht im Tagesbereich
die Ausprägung einer „bearishen“ Flagge. Deshalb müssen Investoren perspektivisch ein Wiedersehen
mit der Kombination aus dem Tief vom Oktober 2008 und dem bisherigen Jahrestief bei
1,2332/2288 USD einkalkulieren. Wird auch dieser Boden „ausgeschlagen“, droht sogar ein Test des
2010er-Tiefs bei knapp 1,19 USD. Auf der Indikatorenseite sind die gültigen Verkaufssignale seitens der
Trendfolger MACD und Aroon hervorzuheben. Im Tagesbereich untermauert zudem die rückläufige
Trenddynamik – gemessen am ADX –, dass es sich bei der jüngsten Verschnaufpause nur um eben eine
solche gehandelt hat. Mit dem US-Präsidentschaftszyklus – Wahljahre fallen traditionell günstig für den
Greenback aus – steht den EUR-Bären in den kommenden Monaten zudem ein weiteres Argument zur
Verfügung. Interessant ist dabei, dass das zyklische Tief regelmäßig knapp vor dem US-Wahltermin ausgeprägt
wird. Per Saldo befindet sich der Euro zum US-Dollar weiter im Baissemodus. Erst eine schnelle
Rückeroberung des o. g. Langfristaufwärtstrends würde eine Revision dieser Einschätzung erfordern.
HSBC/Trinkaus