'FTD': Merck überholt Postbank für Aufstieg in den DAX
HAMBURG (dpa-AFX) - Der Chemie- und Pharmakonzern Merck hat einem
Pressebericht zufolge bessere Chancen auf den Aufstieg in den DAX als
die Postbank . Derzeit liege Merck bei Handelsumsatz und
Marktkapitalisierung mindestens auf Platz 35, die Post dahinter, schreibt die
"Financial Times Deutschland" am Montag unter Bezug auf aktuelle Daten. Noch
sind beide Unternehmen im Mittelwerteindex MDAX notiert. Bei der
regulären Überprüfung Anfang September werde entschieden, wer den DAX-Platz von
Schering einnimmt.
Bisher hätten viele Marktteilnehmer auf die Postbank als Schering-Nachfolger
gesetzt. Auf Basis der Juli-Daten habe die Postbank noch wie der Sieger
ausgesehen. Im August fiel die Postbank laut Daten der Deutschen Börse beim
Handelsvolumen aber auf Platz 36 hinter Salzgitter, schreibt die Zeitung./fn/sk
ADL: ROUNDUP: Pharmakonzern Merck hat beste Chancen auf Schering-Nachfolge im DAX
FRANKFURT/DARMSTADT (dpa-AFX) - Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Merck
hat im Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Postbank um die Aufnahme
in den DAX nach Meinung von Analysten die Nase vorn. "Sollte es der
Postbank nicht gelingen, den Rückstand beim Börsenumsatz aufzuholen, könnte doch
Merck das Rennen für sich entscheiden", schrieb die Analystin der Landesbank
Rheinland-Pfalz (LRP), Anke Platzek, in einer Studie vom Montag. Fest steht,
dass der Pharmakonzern Schering nach der Übernahme durch Bayer
aus dem DAX ausscheiden wird.
Der Index-Experte der National-Bank in Essen, Manfred Jaisfeld, sagte der
"Financial Times Deutschland", er rechne nicht damit, dass die Postbank das
DAX-Rennen noch gewinnen könne. Am 5. September will der Arbeitskreis
Aktienindizes der Börse nach den Kriterien Handelsvolumen und
Marktkapitalisierung vorläufig über die künftige Zusammensetzung der
Börsenindizes beschließen. Die endgültige Entscheidung fällt am 15. September.
Die Merck-Aktie stieg bis zum Nachmittag in einem schwächeren Marktumfeld um
1,02 Prozent auf 76,20 Euro.
Bislang hatte die Postbank vor Merck und Puma als
aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Schering im DAX gegolten. Puma
könne sich kaum mehr Chancen auf einen Aufstieg ausrechnen, die Konstellation
für Merck habe sich dagegen verbessert, schrieb LRP-Analystin Platzek. Mercks
Versuch, den Konkurrenten Schering zu übernehmen, war im Frühjahr gescheitert.
Bei Aktien der Postbank seien im August bislang nur rund 360 Millionen Euro
umgesetzt worden, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung
auf die Deutsche Börse. Damit rutsche der Wert in der Index-Rangliste auf Platz
36 zurück. Voraussetzung für den Aufstieg aus dem MDAX in den DAX ist
aber ein Ranking unter den ersten 35. Die bisher ebenfalls im MDAX notierte
Merck erfülle dieses Kriterium sowohl beim Handelsumsatz als auch bei der
Marktkapitalisierung.
"Insgesamt wäre Merck als Konzern aus der Pharmabranche sogar der
sympathischere Kandidat für den DAX", sagte ein Börsianer. Die Pharmabranche
zähle zu den bedeutendsten in Deutschland, und Merck wäre damit ein guter Ersatz
für Schering. "Damit bleibt die Mischung im DAX ausgewogener, als wenn noch ein
weiteres Finanzinstitut einzöge", sagte er. Merck sei aber spätestens an der
Reihe, wenn Altana vor dem Ausstieg aus dem Leitindex stehe. Dies sei
nach den Umstrukturierungen zum Ende des Jahres der Fall./hs/DP/dr/stw/sc
