Conergy kauft keine Wafer, sondern die kaufen Zellen und in den Zellen sind Wafer !!! Außerdem hat Conergy so gut wie keine Wafer jemals selbst produziert, denn sonst hätte man ja wohl auch keinen Wafervertrag mit MEMC abgeschlossen. Es ist auch davon auszugehen, dass Conergy nicht alle ihrer chinesischen Zellen mit dem Flugzeug einführen lässt, denn das wäre ganz einfach viel zu teuer.
Die Zellpreise sind im letzten Jahr um rd. 0,65 $/W bzw. 54% gefallen (Wafer um 0,50 $/W bzw. 53%), während die Modulpreise um rd. 0,80 $/W bzw. 43% gefallen sind. Man darf nicht den Fehler machen sich das prozentual anzusehen, sondern man muss das schon in absoluten Zahlen betrachten. Entlang der kompletten Solarwertschöpfungskette (von Polysilizium bis zu den Modulen) sind die Preise massiv gefallen. Sonst bringt das nichts. Die reinen Modulbauer haben zwar mittlerweile wesentlich bessere Einkaufspreise, aber trotzdem müssen sie ihre Prozesskosten in den Griff bekommen, denn sonst wird draufgezahlt und zwar gnadenlos, denn logischerweise sind ja nicht nur die Zellpreise unter Preisdruck, sondern auch die Modulpreise.
Sicher wird Conergy Geld sparen, weil man die hochdifizitäre Zellproduktion eingestellt hat, aber ich glaube nicht, dass Coneergy mit ihrem Frankfurter Werk Geld verdient. Dafür sind die Modulfertigungslinien ganz einfach nicht mehr auf dem neusten Stand, die Produktion ist ja auch nicht gerade allzu groß und der Preisdruck wird immer weiter gehen.
Meiner Meinung nach würde Conergy liebend gerne die Frankfurter Produktion schließen, aber das würde wahrscheinlich nur gehen, wenn man erhaltene Subventionen zurückzahlen würde.
An schwarze Zahlen auf Nettobasis, also nicht Bruttogewinn, nicht EBITA und auch nicht EBIT, glaube ich nicht, da die operativen Kosten wie auch die Holdingkosten von Conergy ganz einfach zu hoch sind gegenüber anderen Mitbewerber.
Q1 dürfte die für die gesamte Branche einigermaßen gut gelaufen sein, jedenfalls erheblich besser wie man das noch im Dezember letzten Jahres erwarten konnte. Die Nachfrage war in Deutschland überraschend gut und die Chinesen konnten auf diesen Fakt sehr spät reagieren, das alles hat dazu geführt, dass wir in Q1 sehr stabile Modulpreise hatten, die sind sogar leicht angestiegen, aber mittlerweile fallen die Modulpreise wieder kräftig (seit Mitte März um 10%), denn der Nachfrageschub in Deutschland ist abgeebbt. Q2 wird wohl schwerer werden wie Q1, vor allem wegen den fallenden Modulpreisen.