Diese ganzen Restrukturierungsfinanzmaßnahmen werden wohl darauf raus laufen, dass sich die Aktienanzahl um den Faktor 2,5 bis 3 erhöhen wird. Bei der hoch verschuldeten Conergy lag der Faktor bei 3,2 (Conergy-Nettofinanzverschuldung damals bei 375 Mio. € - Centrosolar aktuelle Nettofinanzverschuldung liegt bei 90 Mio. €). Sollte es mehr wie der Faktor 3 sein, dann gehört das Centrosolarmanagement gelyncht.
Die Anleihengläubiger werden wohl so um die 20 Mio. neue Centroaktien bekommen und die Altaktionäre können über die Bezugsrechte wohl die selbe Menge kaufen. Nutzen die Altaktionäre das Angebot nicht oder nur teilweise, dann wird der Rest von Investoren oder einem Investor übernommen, denn die Kapitalerhöung ist ja abgesichert laut Centrosolar.
Ich denke mal der Faktor 3 dürfte der Worst Case sein für die Altaktionäre. Dann hätte Centrosolar bei einem Kurs von 1 € eine Marktkapitalisierung von knapp über 60 Mio. €. Ob das zu viel ist für ein Unternehmen das dann bilanziell wieder sehr gut da steht mit einer Eigenkapitalquote von > 40% und einer Nettofinanzverschuldung von < 50 Mio. € muss jeder für sich selbst entscheiden. Solide aufgestellt ist Centrosolar ohnehin.
Warum ein Kapitalschnitt heftig sein muss für die Altaktionäre erschließt sich mir nicht, denn normalerweise ist ein Kapitalschnitt bei einer Kapitalerhöhung ein rein bilanziell formeller Vorgang, denn unter einem Kurs von 1 € darf in Deutschland nun mal keine Kapitalerhöhung stattfinden.
normann123, wohin der Kurs kurzfristig geht keine Ahnung, aber im Normalfall geht er auf das Kursniveau bei dem die Kapitalerhöhung durchgezogen wird. Interessant dabei ist, dass die Centro-Aktie nach wie vor bei der 1 €-Marke notiert.
Langfristig sehe ich hier deutlich höhere Kurse, denn Centrosolar ist nach den geplanten Finanzmaßnahmen kaum noch verschuldet und hat dann eine sehr komfortable Liquititätsausstattung durch den Cash der bei der Kapitalerhöhung eingenommen wird und durch die teilweise Stundungen der Kredittilgungen und Zinszahlungen bis Ende 2014. Darüber hinaus zeigt die sehr gute Rohertragsmarge von um die 27% in den ersten 9 Monate 2012 (Conergy hat gerade mal 14%), dass Centrosolar ihre Modulproduktion kostenseitig voll im Griff hat und wie das Q3-Ergebnis gezeigt hat schreibt Centrosolar in ihrem europäischen Kerngeschäft eine schwarze Null. Gibt nicht allzu viele die das von sich aktuell behaupten können. Das einzige richtige Problem für mich bei Centrosolar ist das obere Management, denn es wurden in den letzten zwei Jahren einfach zu viele Fehler gemacht wie z.B. der Kauf der insolventen Gecko, Ausbau des Projektgeschäftes wurde komplett verpennt oder ein viel zu hohes Working Capital (Centrosolar Ende Q3 bei 62 Mio. € - Conergy gerade mal bei 38 Mio. €). Auch hat Centrosolar meiner Meinung nach definitiv Vertriebsprobleme.
@Quekko2000: Mage Solar ist ein ganz solides schwäbisches Solarunternehmen mit rd. 200 Mitarbeiter und einem Umsatz von knapp über 200 Mio. € in 2012. Jedoch verkauft Mage Solar mehr an Module (um die 150 MW) wie Centrosolar (rd. 125 MW), weil sie im Projektgeschäft wesentlich aktiver sind wie Centrosolar . Mage Solar lässt ihre Module großteils über OEM-Fertigung in China bauen und verkauft sie dann unter ihrem eigenen Namen. Einzige Ausnahme ist in den USA, denn dort hat Mage Solar eine kleine Modulproduktion mit einer Fertigungskapazität von 40 MW. Die hat Mage Solar aber gerade mal so 4 Mio. € gekostet und der Rest wurde mit US-Subventionen bezahlt.