Anzeige
Meldung des Tages: Double Mer Projekt: SAGA zweites strategisches Standbein – Uran für das KI-Zeitalter

Ist der letzte Bär schon getötet?


Beiträge: 15
Zugriffe: 1.489 / Heute: 1
moya:

Ist der letzte Bär schon getötet?

9
31.10.06 06:12

Noch nicht eingepreist…

von Martin Weiss

Der deutsche Aktienmarkt setzte in der letzten vollen Oktoberwoche seine Aufwärtsbewegung fort. Zwischenzeitlich kletterte der Leitindex gar über die 6300-Punkte-Marke.

Fast scheint es so, als ob am Aktienmarkt die berühmt berüchtigte Jahresendrallye schon vorweggenommen wird. Jedenfalls präsentieren sich dies- wie jenseits des Atlantiks die Börsen vor dem 7.11. (US-Kongresswahltag) in robuster Verfassung. Ohne Zweifel, politische Börsen mögen zwar kurze Beine haben. Dennoch könnte es dieses mal etwas anders aussehen.

Die Aktienmärkte konnten seit der Juno-Korrektur deutlich zulegen, der Dax gar vom Tief aus betrachtet 1000 Punkte. Der Markt hat ein best-case-Szenario eingepreist. Die Investoren sind weiter optimistisch gestimmt und mit den steigenden Kursen werden auch die Kursziele immer höher geschraubt.

Öfters liest man, dass spätestens nach dem Überschreiten des Mai-Hochs im Dax und dem Erreichen eines nominalen Allzeithochs beim Weltleitindex der letzte Bär „getötet“ sein müsste. Des weiteren erstaunt es fast noch mehr, dass der ganz breite Konsens die Risiken für den Aktienmarkt kaum zur Kenntnis nehmen scheint. Für die USA wird eine weiche Landung erwartet, in Deutschland dürfte trotz der größten Steuererhöhung seit dem zweiten Weltkrieg 2007 der Wirtschaftsaufschwung anhalten. Eine heile Welt mit stetig steigenden Aktienkursen, so will und sieht es die breite Mehrheit.

Komischerweise mehren sich aber nahezu täglich die Signale, die dieses „goldy-lock-Szenario“ in Frage stellen. Die Zinsstrukturkurve in den USA bleibt invers. Der US-Immobilienmarkt bröckelt immer weiter ab. So fiel im September der Durchschnittspreis für ein neues Haus in den Vereinigten Staaten um knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ein derartig hohes Minus im Jahresvergleich hat es seit 36 Jahren nicht mehr gegeben! Auch bei gebrauchten Häusern ist mittlerweile ein rapider Wertzerfall zu beobachten. Im Monatsvergleich gaben die Preise um 2,5 Prozent nach.

Auch die ersten Daten zum US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal diesen Jahres fielen selbst für notorische Optimisten enttäuschend aus. Zudem weisen diverse Erhebungen regionaler Fed-Banken auf eine deutliche Abschwächung der US-Konjunktur hin. Des weiteren ist dem Prognosemodell des US-Ökonomen Jonathan Wright zufolge die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Rezession jenseits des Atlantiks aktuell bei über 50 Prozent.

Anders formuliert, im Verhältnis zu den gewaltigen Risiken ist die Chance, dass es dennoch zu einer sanften Landung der US-Wirtschaft kommt, relativ gering. Zweifelsohne wird dies auch früher oder später vom Aktienmarkt eingepreist werden. Sicherlich mag kurzfristig in der Endphase der Rallye noch das eine oder andere „schnelle Prozentchen“ für die Bullen zu holen sein. Spätestens im Jahr 2007 dürfte der guten Stimmung aber Ernüchterung folgen und die Bullen von der harten Rezessionsrealität überrumpelt werden. Möglicherweise wird aber schon Anfang bzw. Mitte November, also in der Zeitspanne rund um den US-Wahltag, die Trendwende nach unten eingeläutet.

Indes befindet sich der Goldpreis immer noch in Lauerstellung. Zwar konnte Gold zum Wochenschluss hin vom schwächelnden Dollar profitieren, ein Ausbruch aus der „trading range“ zwischen 560 und 610 Dollar sollte aber noch nicht gelingen. Positiv zu werten ist, dass sich das gelbe Edelmetall wieder ans obere Ende der Handelsspanne schleichen konnte. Dennoch hellt sich kurzfristig das Bild erst dann richtig auf, wenn die Widerstandszone zwischen 605 und 610 Dollar nachhaltig überwunden wird. Gerade vor dem Hintergrund eines weiter zur Schwäche neigenden Dollars ist es aber sehr gut vorstellbar, dass Gold parallel zur Trendwende am Aktienmarkt sich wieder gen Norden aufmacht. Erste Kursziele wären 640 bzw. 675 Dollar, ehe das Mai-Hoch aus dem Jahr 2006 und im Anschluss daran ein neues nominales Allzeithoch in Angriff genommen wird.

Gruß Moya Ist der letzte Bär schon getötet? 2880301

Antworten
Anti Lemming:

US-Börsen und die Kongresswahlen

5
31.10.06 06:52
Wenn die Demokraten am 7. November wie erwartet (siehe unten) die Kongresswahlen gewinnen, herrscht in USA das "Gridlock"-Szenario, in dem Bush nicht mehr auf Unterstützung des Kongresses bei seinen neuen Gesetzen rechnen kann (ähnlich wie in Deutschland, wenn die Regierung keine Bundesratsmehrheit mehr hat). Dann dürfte es mit Bushs Steuergeschenken an die Reichen und seiner maßlosen Verschwendungssucht vorbei sein. Für Aktien ist das negativ, weil die "Blüte auf Pump" eingedämmt würde. Der Dollar hingegen könnte steigen, weil mittelfristig die Defizite sinken.

Dementsprechend wäre es für die US-Börsen "passend", angesichts dieser (für Republikaner und Aktien) verschlechterten Perspektiven nachzugeben. Sollten die derzeitigen Index-Höchststände durch Future-Stützungskäufe ("PPT") künstlich hochmanipuliert worden sein, um Bush bei den Kongresswahlen doch noch eine Chance zu geben - die Mehrheit der Amerikaner ist mit Bush nach dem Irak-Fiasko unzufrieden, so erhalten sie wenigstens durch hohe Aktienkurse eine mentale Pseudo-Entschädigung für die sinkenden Immobilienpreise - , könnten die US-Börsen beim Sieg der Demokraten rasant den Rückwärtsgang einlegen. Die Einpreisung scheint bereits dieser Tage ihren Anfang zu nehmen.



USA: Einen Monat vor Kongresswahlen liegen Bushs Republikaner klar zurück
Nach neuesten Umfragen führen die Demokraten bei den Amerikanern zurzeit deutlich vor der republikanischen Partei von Präsident Bush. Käme es zu einem Sieg für die Demokraten in vier Wochen, würde dies Bushs Politik erheblich erschweren.
Der Irak-Krieg, Bushs Regierungsstil und nun auch noch der Sexskandal bringen die Demokraten deutlich nach vorn. Der Vorsprung der Demokraten beträgt je nach Umfragequelle 13 - 23%. Gelänge es den Demokraten, 15 Sitze im Repräsentantenhaus zu erobern und sechs im Senat, könnten sie Gesetzentwürfe der Regierung Bush blockieren.
Quelle: www.spiegel.de  
Antworten
0815:

test

 
31.10.06 07:06
test
Antworten
louplu:

Die Bären räkeln sich aus dem Sommerschlaf o. T.

 
31.10.06 08:53
Antworten
Malko07:

Wieso sollten die

 
31.10.06 09:28
Demokraten schlecht für die Börse sein? So reduzierte sich z. B. das Haushaltsdefizit unter Clinton erheblich und wir erlebten eine einzigartige Blase.
Antworten
lehna:

#2,Bush manipuliert die Börsen...

6
31.10.06 09:50
künstlich hoch und die blöden Demokraten merkens nicht.
Wowww...
Langsam wirds peinlich wie der Markt aus Sicht eines Bären erklärt wird...




Antworten
Anti Lemming:

Lehna

 
31.10.06 10:17
Das Gerücht der Marktmanipulation stammt nicht von mir und wird selbst von Bullen vorgetragen, die in letzter Zeit häufiger von "somewhat artificial buying" sprechen. Gemeint sind u. a. Buy-Programme (Computer) der großen Fonds. Mit solcher Technik werden auch an Verfallstagen die Kurse von Aktien und Indizes - durch "Pinning" - so hinmanipuliert, dass sie immer auffallend nahe an den Strike-Preisen der verfallenden Optionen hängen bleiben. Sinn der Aktion ist, dass möglichst viele Optionsinhaber leer ausgehen. Auch das Window-Dressing der Fonds ist eine solche gezielte Kursmanipulation. Ob der Gesamtindex auf ähnliche Weise manipuliert wird, bleibt natürlich Spekulation - wenn es so wäre, müsste dies unter strengster Geheimhaltung erfolgen.

Ehe Du also große Worte wie "peinlich" im Mund führst, mach Dich lieber mal schlau.
Antworten
Malko07:

Wenns nicht so läuft wie

5
31.10.06 11:24
erwartet kann es nur Manipulation gewesen sein!? Allerdings wird meistens in beide Richtungen manipuliert, je nachdem wen man fragt und wie dieser positioniert war.
Antworten
Anti Lemming:

Zu den Vermutungen der Marktmanipulation

 
31.10.06 20:55
die zurzeit grassieren, schrieb heute Rev Shark von Street.com einen Artikel (unten - soeben erschienen, also NACH meinem Posting # 2). Er hält diese Theorien für nicht sehr wahrscheinlich. Die Tatsache, dass er überhaupt darüber schreibt, zeigt aber, dass nicht ICH mir diese Theorien aus den Fingern gesogen habe, wie Malko07 in # 8 zumindest andeutet, sondern dass sie tatsächlich auch in USA ernsthaft diskutiert werden.

Man beachte, lieber Malko07, auch meine Formulierung in # 2: "Sollten die Indizes... hochmanipuliert worden sein". Das ist keine Tatsachenbehauptung, sondern wurde konditional als Möglichkeit formuliert. Also immer schön bei dem bleiben, was ich tatsächlich schrieb, und mir nichts andichten. Das Gleiche gilt sinngemäß für Lehna in # 6.



Debunking Conspiracy Theories
By Rev Shark
TheStreet.com Contributor
10/31/2006 2:34 PM EST  

With the election just a week off, there is a lot of talk in certain quarters about how the market is being "manipulated" for political gain. The theory is that the Republicans are driving the market up in order to give the impression that economic conditions are good, which would in turn cause voters to support the incumbent party. That certainly explains the market action and has a great appeal to the conspiracy theorists but is it realistic?

I have a great aversion to the idea of conspiracies simply because I don't believe that its possible for a large number of politicians and bureaucrats with big egos to keep anything a secret. They can't handle basic governmental functions but when it comes to some highly complex conspiracy involving huge money and lots of people, they are suddenly highly capable as well as secretive?

Furthermore, if the political parties had the power and financial ability to manipulate the stock market for days and weeks, couldn't they find some other way to use their vast power to obtain their ends? If some shadowy conspiracy is buying billions of dollars' worth of stock at higher and higher prices, how do they exit? Is the market suddenly going to collapse when these folks dump their shares the moment the election is over.

Wall Street is made up of quite a few big and powerful players and they are all watching out for themselves. If someone is manipulating the market in a certain direction, you can be sure that there is someone else equally big on the other side waiting to take advantage of the artificial price action.

The market does react to political pressures, but it is downright naïve to assume that any political party has the capacity to move it for a sustained period. Maybe the Fed can do that to some degree, but not secretly, and not for long.
Antworten
lackilu:

kauft calls und alles wird gut. o. T.

 
31.10.06 21:07
Antworten
Karlchen_II:

Wenn solche Fragen wie in Pos 1 gestellt werden -

 
31.10.06 21:10
dann ist er noch quickfidel.
Antworten
Anti Lemming:

Zu den indirekten Möglichkeiten

 
31.10.06 21:16
der Marktmanipulation zählen auch großzügige "Rundungen" wichtiger Zahlen durch US-Statistiker - z. B. der Kerninflationsrate, die immer auf volle 0,x (z. B. 0,2 oder 0,3) auf- oder abgerundet wird. Da die Börsen große Zinsängste haben, ist die ermittelte Kerninflation stark marktbewegend.

Acht Wochen später, wenn die Zahlen nicht mehr marktrelevant sind, kommt dann oft nachträglich eine Auf- oder Abwärts-Revision.

Ganz extrem war es 2001. Heute wissen wir, dass sich USA zu der Zeit in einer Rezession befand. Offiziell kam das aus den damals veröffentlichten Daten, die kein rückläufiges Wachstum meldeten, aber nicht "rüber". Die Daten wurden dann erst zwei Jahre später deutlich nach unten revidiert. So wissen wenigstens die Historiker im Nachhinein, dass es sich um eine Rezession handelte.

Grund war in dem Fall vermutlich, dass die Amerikaner eine Heidenangst hatten, dass Ausländer, die die Pumpwirtschaft ja mit ihren Ersparnissen finanzieren, bei schlechten Nachrichten ihr Geld abziehen, was die Rezession verschlimmert hätte.
Antworten
Gelöschter Beitrag. Einblenden »
#13

darktrader:

der gute

 
31.10.06 22:35
alte Bär kann nun bald ...
Ist der letzte Bär schon getötet? 64774
Antworten
Anti Lemming:

Wie Goldman Sachs die Ölpreise manipulierte

2
01.11.06 13:57

Goldman Sachs schaffte es im Sommer, durch 50-prozentige Reduzierung der Benzinkomponente im "Goldman Sachs Commodity Index" den Ölpreis zusammenbrechen zu lassen. Der fallende Ölpreis (= sinkende Inflationserwartung) führte zugleich zur jetzigen Aktien-Rallye. Man kann die Öl-Manipulation daher als indirekte Aktienmarkt-Manipulation werten. Dass dies ausgerechnet 2 Monate vor den US-Kongresswahlen passierte, sehen manche Beobachter nicht als Zufall. Denn die Irak-Probleme (= teures Benzin) hatten stark zur wachsenden Unzufriedenheit der Amerikaner mit Bush beigetragen.

Details dazu findet Ihr hier im Board:

http://www.ariva.de/board/271877?pnr=2883208#jump2883208

oder hier extern:

http://themessthatgreenspanmade.blogspot.com/2006/...high-places.html

 

(ist eine interessante Ergänzung zu # 9 und # 12)  Ist der letzte Bär schon getötet? 2883236

Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
4 Nutzer wurden vom Verfasser von der Diskussion ausgeschlossen: ewigvarten Julia, goldik, kukki, major
--button_text--