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Meldung des Tages: Gold wird wieder gesucht – und diese Aktie hat laut Analysten weit über +200% Kurspotenzial

Das Ende der Konformität! // Steffens


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moya:

Das Ende der Konformität! // Steffens

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17.07.06 19:20

Das Ende der Konformität!

von Jochen Steffens

Es passiert etwas, das kaum jemand bemerkt. Im Hintergrund, langsam, unauffällig aber umso beeindruckender bereitet sich etwas vor, das schon seit Monaten, wenn nicht länger überfällig war.

Wir sind gewohnt, dass alles in schönster Gleichförmigkeit steigt: Aktien, Rohstoffe, Rentenmärkte, Edelmetalle, Emerging Markets und die Benzinpreise an der Tankstelle.

Das Ende der Liquidität

Das hatte einen Hintergrund: Durch die weltweit niedrigen Zinsen wurde die gesamte Welt mit einer ungeheuren Liquidität überschwemmt. Gerade auch die großen Fonds haben viele Kredite aufgenommen, um die Hebel zu vergrößern.

Nun steigen die Zinsen, die Liquiditätsschwemme wird zunehmend versiegen. Das Wasser wird weniger und nun wird es sich zeigen, welche Anlageklassen aus sich selbst heraus wachsen können, einfach weil sie besser bewertet sind als alle anderen.

Was wird am Ende vorne stehen?

Werden es die Rohstoffe sein, wie es die Rohstoffbullen á la Rogers in leuchtenden Farben in eine rosarote Zukunft malen? Werden es die Bondmärkte sein, weil das Geld in Sicherheit flieht? Werden es die Emerging Markets sein, weil Länder wie China und Indien die besten Wachstumsaussichten haben? Steigen die Aktienmärkte oder wird sogar der US-Immobilienmarkt wieder anziehen?

Lesen Sie die Analysten der jeweiligen „Fachrichtungen“ und es wird Ihnen jedes Mal wie Schuppen aus den Augen fallen und jedes Mal werden Sie zustimmend nicken, diese Anlageklasse wird weiter steigen. Doch zum Schluss werden Sie dann zu der großen Erkenntnis kommen: Bei sinkender Liquidität kann nicht alles weiter steigen. Die Anleger werden sich entscheiden müssen.

Ich will mal einige Zweifel streuen:

Schauen wir uns die Emerging Markets an. Während sich die westlichen Länder zunehmend in den tertiären Bereich, also den Dienstleistungsbereich verabschieden, sind die Emerging Markets die Produzenten dieser Welt. Wer produziert, braucht viele Rohstoffe. Die Rohstoffpreise steigen aber. Kann es nicht sein, dass steigende Rohstoffpreise den Standortfaktor billige Arbeit bei langen Transportwegen im Angesicht starker Konkurrenz irgendwann hinfällig machen? Kann es nicht sein, dass die Billiglohnländer irgendwann Probleme kriegen, höhere Gewinne zu erwirtschaften, weil auch sie die Rohstoffpreise nicht auf die Kunden umlegen können, weil einfach der weltweite Konkurrenzkampf zu groß ist?

Rentenmärkte und Inflation

Die Rentenmärkte haben das Problem, dass bei steigender Inflation und immer noch vergleichsweise niedrigen Zinsen die Attraktivität der Anleihen abnimmt. Wer will schon Geld verlieren. Carry-Trades werden mit zunehmender Anpassung der weltweiten Zinsen auch immer schwieriger. Also auch hier ein im Moment schwieriges Umfeld.

Rohstoffmärkte und die Weltwirtschaft

Die Rohstoffmärkte brauchen unbedingt eine boomende Weltwirtschaft, um noch weiter anzusteigen. Wie haben die ersten Erschütterungen schon gesehen, die allein aufgrund der Sorge einer Abschwächung der Weltwirtschaft die Rohstoffmärkte heimsuchen.

Die Aktienmärkte brauchen Gewinne

Die Aktienmärkte sind ebenfalls betroffen. Wer will bei sinkender Gewinnhoffnung noch Aktien kaufen?

Aus der Ferne betrachtet

Stellen wir uns doch einmal neutral auf: Gehen wir doch einmal davon aus, es käme durch den starken Ölpreis bedingt, tatsächlich zu deutlich inflationären Tendenzen. Was würden Sie als Amerikaner in den USA kaufen?

Immobilien gegen Inflation?

Wenn bei weiteren Inflationsgefahren die US-Zinsen weiter steigen, muss mit einer weiteren Abschwächung des Immobilienmarktes gerechnet werden, da nicht mehr genug Geld nachfließt. Obwohl Immobilien immer gut gegen Inflation sind, würde ich in den USA im Moment nicht unbedingt überbewertete Immobilien kaufen (Noch nicht).

Gold gegen Inflation

Gold, klar, keine Frage. Aber auch hier gilt, dass die Nachfrage bei dem engen Markt den Preis vielleicht sehr schnell „überbewertet“ werden lässt. Wir haben gerade den ersten scharfen Einbruch hinter uns, es kann ein Warnzeichen gewesen sein, aber auch nur eine kleine Verschnaufspause in einem Megatrend. Grundsätzlich wäre Gold natürlich als Inflationsschutz geeignet.

Doch man sollte nie sein ganzes Geld in eine Anlageklasse parken. Ich habe gerade heute wieder gelesen, dass Sie, wenn Sie 1974 (!), also noch vor dem letzten großen Goldboom Gold gekauft hätten, inflationsbereinigt bis heute, 32 Jahre später, keinen Gewinn gemacht hätten, aber das nur nebenbei.

Silber gegen Inflation ?

Bei Silber spielt auch noch die industrielle Nachfrage ein Rolle, die kann aber ausfallen. Ist Silber dann vielleicht jetzt bei 12 Dollar überbewertet? Schließlich will man nicht nur keine Verluste machen, sondern Gewinne. Aber natürlich sind in einer inflationären Phase tatsächliche Werte, wie Edelmetalle, aber auch Edelsteine, Immobilien, etc. eine vergleichsweise sichere Sache.

Aktien gegen Inflation?

Wie steht es mit Aktien? Werte, die viel Geld brauchen, deren Gewinnziele in der Zukunft liegen und die selber wenig von „Wert“ besitzen, werden unter steigenden Zinsen und hoher Inflation leiden. Keine Frage.

Aber es gibt noch andere Aktien. Unternehmen, die einen Firmenwert haben, durch Eigentum an Immobilien, Maschinen, Standortvorteile, Know How, etc. Gerade bei einer Inflation müsste man zur Diversifikation einen Teil in solcheAktien anlegen, die aufgrund ihrer Vermögenswerte einen Vorteil gegenüber den anderen Anlageklassen haben. Aus dieser Sicht, sind also Aktien ebenfalls interessant.

Wenn man es nicht weiß, nimmt man das mit den meisten Chancen..

Wenn man nun nicht weiß, ob es zu einer Inflation kommt oder nicht, wo legen Sie dann das Geld am sichersten an? In Gold sicherlich nicht, denn wenn die Inflationsgefahren aus dem Markt genommen würden, dann kann es hier zu heftigen Einbrüchen kommen. Genau in einem solchen Fall wären es von Vorteil, Aktien mit Vermögenswerten zu besitzen. Denn sollte die Wirtschaft weiter boomen, der Ölpreis in sich zusammensacken und damit die Inflationssorgen sinken, werden diese Aktien auch von dem dann entstehenden Boom profitieren. Der Besitz dieser Aktien wäre also in beiden Fällen, Inflation und Wirtschaftbsoom, günstig.

Also, so betrachtet ist es eigentlich nur logisch, dass sich der Dow nahe seines Allzeithochs befindet, während der Nasdaq100 fällt und fällt. Das macht so gesehen Sinn.

Und da ist sie wieder, meine Rallye der Mauerblümchen:

Wie ich schon sagte, wir sollten uns nicht wundern, wenn auch hier in Deutschland, nach dem die Aktien mit großer Phantasie aus der zweiten und dritten Reihe gelaufen sind, nun die Substanzwerte laufen werden. Darunter auch gerade die Werte, die sich bisher noch schwer tun.

Gruß MoyaDas Ende der Konformität! // Steffens 2679074

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daxbunny:

dazu: Meine Prognose für die nächsten Monate: Zwei

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17.07.06 19:22
Meine Prognose für die nächsten Monate: Zwei möglichen Szenarien!

von Jochen Steffens

Nun wird es wieder etwas einfacher, eine Prognose zu stellen. Die Szenarien verringern sich auf zwei Möglichkeiten in der Reihenfolge ihrer Wahrscheinlichkeit.

1. Der Weg des größten Schmerzes:

Es kommt im Sommer zu einer unerwartet großen Rallye, eingeleitet durch einen fallenden Ölpreis. Die meisten Anleger werden auf dem falschen Fuß erwischt, die Rallye geht schnell und ohne große Haltepunkte, viele verpassen den Einstieg.

2. Der bekannte Weg

Es kommt zu schwachen Sommermonaten, die Märkte fallen noch weiter, bis auch der letzte Hoffnungsschimmer erloschen ist. Wir erleben unter Umständen auch noch einen düsteren September, in dem die ersten vor einem Oktobercrash warnen. Dann, mit Beginn des Oktobers setzt, hoher Ölpreis oder nicht, eine größere Rallye ein – wobei sich dann die Frage stellt, ob in diesem Falle die bisherigen Jahreshochs noch überwunden werden können.

Andere Möglichkeiten sehe ich im Moment nicht. Aber es sind die beiden Möglichkeiten, die zu der aktuellen Situation passen.
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