Von Saison zu Saison vereinbaren Reiseveranstalter mit Hoteliers in Wintertourismusorten bestimmte Kontingente an Betten, die für ihre Kundschaft reserviert werden.
Zunehmend wird dieses Geschäftsgebaren aber von russischen Reiseanbietern gestört, die immer stärker auf den europäischen Markt drängen
Ihr Druckmittel ist dabei Geld.
Uwe Schmidt, Marketingchef beim Reiseveranstalter TUI, berichtet, dass Russen tatsächlich mit Koffern voller Bargeld durch die Tourismusgegenden führen, um Bettenkontingente für ihren Markt abzusichern.So mancher Hotelier werde schwach und würde seine günstigeren Verträge mit anderen Reiseanbietern vernachlässigen, wenn ihm mit einer Menge Bargeld gewunken werde.
Preise steigen
Schmidts Fazit: Die Reisepreise würden verfälscht und nach oben getrieben. Der Druck auf die klassischen Reiseveranstalter steige. Die einzig mögliche Reaktion sei, die Kontingente noch früher an die Urlauber zu verkaufen und sich die Betten bis zu zwei Jahre früher abzusichern.
Noch hat das Problem nicht überhand genommen, weil russische Gesellschaften nicht über genügend sichere EU-konforme Flugzeuge verfügen. Es wird allerdings eifrig nachgerüstet.
Russen geben 30 Prozent mehr aus
Österreich profitiert jedenfalls von russischen Urlaubern. Alleine im vergangenen Winter (Oktober bis März) gaben sie in Österreich 50,4 Mio. Euro für Einkäufe aus, Ukrainer über 13 Mio. Euro. Die Ausgaben der Russen sollen heuer wieder um bis zu 30 Prozent steigen.
Wie das "WirtschaftsBlatt" (Montag-Ausgabe) unter Berufung auf die Statistik Austria berichtet, geben Russen mehr aus als alle anderen Touristen, nämlich im Durchschnitt 235 Euro pro Person und Tag. Deutsche lassen im Vergleich dazu nur 111 Euro im Land, US-Bürger immerhin 199.
Tirol als Lieblingsdestination
Zwar liegt Wien beim Einkaufstourismus weit vorne - fast die Hälfte der gesamten Einkäufe von Nicht-EU-Bürgern werden in der Hauptstadt getätigt -, aber immerhin 13 Prozent der Ausgaben fürs Shoppen werden bereits in Tirol verbucht.
Das westliche Bundesland ist eine der Lieblingsdestinationen der russischen Wintergäste.
Die Lieblingsorte der Russen
Laut "WirtschaftsBlatt" verteilen sich 70 Prozent aller Nächtigungen auf nur zehn österreichische Gemeinden. An erster Stelle rangiere Wien gefolgt von den Wintersportgemeinden Mayrhofen im Zillertal, Sölden, Ischgl und Zell am See.
188.000 Russen erwartet
An die 188.000 russische Touristen sollen heuer optimistischen Schätzungen zufolge nach Österreich reisen. Im Vorjahr zählte die Statistik Austria knapp 134.000 Ankünfte.
Die Nächtigungszahl von 650.000 in der Wintersaison 2006/07 zeigt die Vorliebe der russischen Urlauber für die kalten Monate. Die Spitzenanreisezeiten sind Dezember und Jänner.In Russland wird am 7. Jänner Weihnachten gefeiert. Gegenüber dem "WirtschaftsBlatt" sagte Hans Schenner, Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer (WKÖ): "Das Entscheidende an den Russen ist, dass es uns durch sie gelungen ist, das traditionelle Jännerloch auszufüllen."
35,5 Prozent der Nächtigungen von Russen fallen im Jänner an. "Und das hilft uns auch, den früher sehr niedrigen Jännerpreis ein wenig zu heben", so Schenner.
orf.at/071127-19071/...at%2F071127-19071%2F19072txt_story.html
Moskau (Bloomberg). Die russische Luxus-Juwelierkette Podium will ihre erste Auslandsfiliale im französischen Skiort Courchevel eröffnen. Zielgruppe sind vor allem reiche Urlauber aus Russland. Dies berichtete die Zeitung „Kommersant“. Das Schmuckgeschäft soll Marken wie Garrard im Sortiment führen. Durchschnittlich kosten die Juwelen pro Stück 15.000 bis 20.000 Euro.In Courchevel werden heuer um ein Fünftel mehr Russen als vergangene Saison erwartet. Sie zählen – wie auch in Österreich – zu den besonders ausgabenfreudigen Touristen. So hat ein russischer Gast im vergangenen Jahr die teuerste Suite in Courchevel gebucht – um 28.000 Euro pro Nacht.
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und die Schweiz:Dabei zeigt sich der seit einigen Jahren andauernde Trend zum Luxus, den auch Schweiz Tourismus bestätigt. Die ganz teuren Hotels seien immer zuerst ausgebucht, sagt die Sprecherin. Ein Zimmer in einem Fünfstern-Hotel haben wir nirgends mehr gefunden. Von den Vierstern-Hotels melden nur Silvaplana eines und Wengen zwei Angebote. Ansonsten gibt es wenige Zimmer in Mittelklassehotels oder einfache Unterkünfte für junge Leute in Mehrbettzimmern.
Wer glaubt, nach Neujahr würde sich die Lage entspannen, hat jedoch nicht mit einem neuen Gästesegment gerechnet. Die russische Weihnacht ist erst am 6. Januar, das alte russische Neujahr am 13. Januar. Die zunehmende Kaufkraft der Oberschicht zwischen Petersburg und Kiew hat dazu geführt, dass immer mehr Russen um diese Zeit die Luxus-Hotels der Alpen belegen.
www.nzz.ch/nachrichten/kultur/film/...ausgebucht_1.600804.html