Soft Commodities


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Soft Commodities

 
07.12.04 12:52
Asiens Importhunger stützt Agrarprodukte

Von Klaus Martini, Global Chief Investment Officer Privatkunden bei der Deutschen Bank

Während Metall- und Energiepreise zuletzt historische Höchststände erreichten, sind die Preise von AgrarRohstoffen, den so genannten „Soft Commodities“, größtenteils stark zurückgeblieben. So fielen etwa die Preise für Weizen, Kaffee, Mais und Sojabohnen auf das Niveau vom Anfang der 90er Jahre zurück. Grund genug, einen Blick auf die Chancen und Risiken der landwirtschaftlichen Rohstoffe zu werfen.

HB DÜSSELDORF. Während in Europa und den USA das Angebot die Nachfrage bei diesen Gütern übersteigt, wird vor allem in Asien und Afrika nicht genug Nahrung produziert. Viele Staaten müssen importieren. Als Gründe gelten das Bevölkerungswachstum sowie die geringe Produktivität des wenig automatisierten Sektors. Bei der Bodenbearbeitung wird zudem weniger Düngemittel eingesetzt.

Gleichzeitig wird die Weltbevölkerung weiter wachsen, was zu einer stabilen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten führt. In diesem Kontext ist der strukturelle und gesellschaftliche Wandel von Bedeutung – vor allem in Asien und hier besonders in China und Indien. Mit 3,7 Milliarden Einwohnern ist Asien der mit Abstand bevölkerungsreichste Kontinent der Erde; 60 Prozent der Menschheit leben dort. Die Wachstumsraten liegen weit über denen der westlichen Länder. Aus ökonomischen und ökologischen Gründen ist eine massive Ausweitung der Anbauflächen dort aber nur eingeschränkt möglich. Im Gegenteil: Der urbane Lebensraum wird sich weiter ausweiten und die zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Nutzfläche reduzieren.

Mit wachsender Bevölkerung und größerem Wohlstand erhöht sich auch in Asien die Nachfrage nach hochwertigen landwirtschaftlichen Produkten. Der Anstieg etwa des Fleischverbrauchs führt zu bedeutenden Veränderungen auf dem Agrarsektor, denn für die Produktion von Fleisch sind große Weideflächen und weitere Ackerflächen für den Anbau von Viehfutter notwendig. Da ein Mangel an solchen Nutzböden schon jetzt besteht, kann der steigende Bedarf zu einem großen Teil nur durch erhöhte Nahrungsmittelimporte gedeckt werden. Steigende Preise könnten die Folge sein.

Schon jetzt führt China Soja und Baumwolle ein, und für 2005 werden Mais- und Weizenimporte erwartet. China wird dann schätzungsweise acht Millionen Tonnen Weizen importieren. Dies entspricht einem Anteil von acht Prozent des Welthandelsvolumens – Tendenz steigend. Die Nachfrage trifft dabei auf relativ niedrige Lagerbestände.

Insgesamt sind jedoch im Gegensatz zum volatilen Energie- und Metallsektor im Segment der „Soft Commodities“ auf kurze Sicht nur verhaltene Preisaufschläge zu erwarten. Insbesondere auf Grund steigender Produktivität in vielen Teilbereichen bleibt abzuwarten, ob sich in diesem Rohstoffsegment bereits eine Preiswende ankündigt. Die gesellschaftlichen und strukturellen Langfristtrends weisen aber darauf hin, dass der Bedarf an hochwertigen Produkten insbesondere in Asien steigen und damit zu einer weiteren Belebung des Marktes führen dürfte. Für Privatanleger sind auf Grund der stark unterschiedlichen Preisentwicklung einzelner Rohstoffe Anlagemöglichkeiten vorteilhaft, die die verschiedenen Agrarprodukte kombinieren und auch aktiv verwalten.

HANDELSBLATT, Dienstag, 07. Dezember 2004, 12:20 Uhr
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gamblelv:

Große Hoffnungen für Agrarprodukte

 
17.12.04 09:11
Große Hoffnungen für Agrarprodukte

Von Ingo Narat, Handelsblatt

Allmählich dringt die Hausse der Rohstoffpreise ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Das ist nach einem schon mehrere Jahre dauernden Aufschwung mehr als überfällig.

FRANKFURT/M. Die einzelnen „Commodities“ entwickelten sich sehr unterschiedlich. Die wichtige Botschaft: Energie lief rasant, Edel- und Industriemetalle schnitten gut ab, Agrarrohstoffe hinken hinterher – und haben nach Meinung einiger Experten einen klaren Nachholbedarf.

Investoren stehen bei Interesse an diesem Anlagesektor allerdings vor vielen Hürden. Während der zwei Dekaden dauernden Rohstoffpreisbaisse – spiegelbildlich zur Hausse der Wertpapiere in den 80er und 90er Jahren – dünnten die meisten Finanzhäuser ihre Researchsparten aus oder schlossen sie ganz. Im Subsektor Agrarprodukte ist die Lage bis heute prekär – es gibt kaum Anlageexperten. Auf der Produktseite wagen sich nur wenige Anbieter nach vorne.

Dabei haben institutionelle Investoren immer noch bessere Zugangsmöglichkeiten zu dieser Vermögensform als Privatanleger. Großanlegern fällt der Gang an die Terminmärkte – die klassischen Handelsplätzen für Rohstoffe – grundsätzlich leichter. Hier tun sich Private schon auf Grund der hohen Risiken schwer. Sie können jetzt aber immerhin auf einige innovationsfreudige Produktanbieter zurückgreifen, die Rohstoffe in vergleichsweise einfachen Verpackungsformen offerieren).

Einzelne Querdenker bereiteten der Idee der Geldanlage in Rohstoffen und Agrarprodukten den Weg. Dazu zählen Jim Rogers („Nachgefragt“) und Marc Faber. Rogers kam zusammen mit George Soros als Mitgründer des legendären Quantum Fund und später als weltreisender Anlageexperte zu Ehren. Faber bringt als Vermögensverwalter einen Ruf als treffsicherer Prognostiker mit. In der jüngeren Vergangenheit erhielten die lange einsamen Rufer Verstärkung. Insbesondere einige Gurus aus der amerikanischen Szene schlugen sich auf ihre Seite. In Deutschland macht sich unter anderem Klaus Martini, Leiter Anlagestrategie für das weltweite Privatkundengeschäft bei der Deutschen Bank, für Rohstoffe stark.

Rogers und Faber glauben an einen Paradigmenwechsel an den Kapitalmärkten: weg von Wertpapieren, hin zu realen Werten. Sie geben landwirtschaftlichen Produkten besondere Chancen. Faber und Martini berufen sich dabei nicht zuletzt auf den China-Faktor, den meist die Enthusiasten für Industriemetalle und Energie herausstellen. Das rasante Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik – wie auch in anderen Schwellenländern wie Indien – steigert zunächst die Nachfrage auf den weltweiten Märkten für Öl, Kupfer oder Stahl. Die dadurch verursachten Verknappungstendenzen beflügeln die Preise.
Neben diesem offensichtlichen gibt es einen versteckten und weniger häufig erwähnten Effekt. Dank des Wohlstandsgewinns essen die Chinesen mehr und ernähren sich außerdem besser. Das ist eine gute Nachricht für jene, die auf anziehende Nachfrage bei den Agrarprodukten setzen. Daher empfiehlt Rogers als Anlage insbesondere Frühstückszutaten wie Kaffee und Zucker.

Das ist auch ein Argument für Faber, der ebenfalls eine Schwäche für Kaffee hat. Er illustriert seine Hoffnungen mit einem interessanten Vergleich: In Deutschland und der Schweiz wird pro Kopf 50mal mehr Kaffee getrunken als in China. Aber über eine Milliarde Chinesen werden mehr Durst entwickeln und die Nachfrage massiv nach oben schnellen lassen. Immerhin stieg der Kaffeepreis nach langer Talfahrt in den vergangenen Monaten schon wieder um rund ein Viertel.

Die steigende Nachfrage wegen des Wohlstandseffektes und auch aufgrund der zunehmenden Bevölkerungszahlen ist nicht der einzige Preistreiber. Gleichzeitig dürften angesichts der Landflucht in den großen Schwellenländern – wieder ist China das Paradebeispiel – die Agrarflächen knapp werden und das Angebot verringern. Das erwarten sowohl Martini von der Deutschen Bank als auch Gerard Lyons, Chefökonom der britischen Standard Chartered Bank. In diesem Szenario käme Preisdruck sowohl von der Nachfrage- als auch von der Angebotsseite.

Wenn es um konkrete Empfehlungen geht, haben die einzelnen Experten ihre Vorlieben. Martini setzt zunächst auf Sojabohnen, Mais und Weizen, sieht die „Frühstückszutaten“ im Gegensatz zu Rogers erst später haussieren. Die Experten von Goldman Sachs wittern ebenso wie der Deutsch-Banker Preispotenzial insbesondere bei Weizen, Mais und Sojabohnen. In einer aktuellen Studie weisen sie auf die weltweit geringen Lagerbestände sowie Risiken für die Ernten in Kanada und Australien hin. Auch die Chinesen könnten angesichts der geringen Preise einen Anreiz zum Aufstocken ihrer Bestände verspüren.

Die Vereinigung der Getreide exportierenden und importierenden Länder kommt in der jüngsten Stellungnahme zu ähnlichen Einschätzungen. Gute Ernten auf der Nordhalbkugel des Globus haben danach für gutes Angebot gesorgt. Dagegen fiel in einigen Ländern die Getreidequalität auf Viehfutterniveau gesenkt. Außerdem erwähnt die Vereinigung ausdrücklich die spürbar gestiegenen Importe Chinas.

HANDELSBLATT, Freitag, 17. Dezember 2004, 08:09 Uhr
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gamblelv:

up

 
26.03.05 09:57
xx
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gamblelv:

Hier eine interessante Neuemmission

 
06.04.05 11:09
Soft Commodity Basket II Quato Endloszertifikat
ABN03M

Wer an die Zuckerstory von Rogers glaubt
ABN3HV

MFG

gamblelv
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