Gefallene Börsenboom-Stars kommen zurück


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bammie:

Gefallene Börsenboom-Stars kommen zurück

 
23.07.04 10:54
They never come back: Die Regel gilt für Boxer, aber nicht für die gefallenen Stars des Börsenbooms. Gut vier Jahre nach dem Ende der Hausse stehen sie wieder auf.

Gerade meldet sich der Schweizer Finanzier Martin Ebner zurück. Zwei Jahre nachdem seine BZ-Gruppe haarscharf an der Pleite vorbeischrammte, legt der Value-Investor einen neuen Fonds auf. Ebner hatte mit seinen „Visionen“ getauften Beteiligungsgesellschaften in Großunternehmen wie Roche und ABB investiert und dort massiv Einfluss auf die Unternehmensführung genommen. Zunächst erfolgreich. Weil er aber auf Kredit gekauft und Aktien verpfändet hatte, brach ihm die Baisse das Kreuz: Als die Kurse fielen, kassierten die Banken seine Aktien.

Jetzt will er in mittelgroße Unternehmen investieren. Seine wichtigste Beteiligung ist Intershop. Nicht die von Stephan Schambach aus Jena (der ist übrigens noch nicht wieder aufgetaucht), sondern die Schweizer Immobiliengesellschaft.

Kleinere Brötchen backt auch Kurt Ochner. Der Pate des Neuen Markts, der bei Julius Bär zwölf Milliarden Euro verwaltete, hat sich beim Wertpapierhaus KST eingekauft. Dort kann er 17 Millionen Euro investieren. Sie stecken in Mittelständlern wie der Sektkellerei Schloss Wachenheim.

Nicht mal die Branche musste gewechselt werden

Auch Bernard Tubeileh ist jetzt Vorstand. Als Analyst von Merrill Lynch in Frankfurt half er, die Kurse von EM.TV und anderen Medienbuden hochzujubeln. Neuerdings leitet er die aus dem Comic-Verlag Dino Entertainment hervorgegangene CNV Vermögensverwaltung. Die wiederum verklagte Julius Bär wegen hoher Verluste mit Ochner-Fonds. Erfolglos.

Tubeilehs Leitwolf, Analyst Henry Blodget von Merrill Lynch, will mit seiner neuen Firma Cherry Hill Research wieder Aktienanalysen veröffentlichen. Auf die Füße gefallen sind auch Unternehmer: Thomas Haffa kauft sich beim Fahrzeugbauer Kögel ein, Jochen Furch musste nicht mal die Branche wechseln. Als Ad-hoc-König des Neuen Markts müllte der Chef der skandalumwitterten CPU Anleger mit Werbung voll. Katastrophen vergaß er oder meldete sie verspätet. Geschadet hat ihm das nicht: Seit Anfang Juli ist er Alleinvorstand des IT-Dienstleisters Haitec. Der Kurs der Zocker-Aktie ist seither sogar gestiegen.


HAUKE REIMER

20.07.2004
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