---> Fonds bei ARIVA
"Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch Aktien, Gold und Grundstücke dazu." Aber warum hat US-Komiker Danny Kaye die Fonds nicht genannt? Reichlich Rendite lässt sich mit vielen Fonds erzielen. Man muss nur den richtigen finden. Hier einige Suchtipps.
Aktienfonds schlagen im langfristigen Vergleich jede andere Form der Geldanlage. Diesen Satz haben die Fondsgesellschaften goldgerändert und wiederholen ihn gebetsmühlenartig. Recht geben ihnen Statistiken, die die Performance von Fonds über viele Jahre abbilden.
Eine deutlich schlechtere, nämlich in vielen Fällen negative, Rendite zeigt sich, wenn man die Performance der meisten Fonds lediglich aus Sicht der der vergangenen drei bis vier Jahre betrachtet. Wenn die Börsen-Indizes weltweit abwärts rauschen, konnten nur sehr wenige der mittlerweile mehr 1000 Aktien-Fonds, die in Deutschland angeboten werden, sich dem Abwärtssog entziehen.
Entscheidend ist also für den Anleger die Frage, ob er jeden Ritt durchs Kurstal mitmachen will und dabei auf die Geschichte der Börse vertrauen möchte: Bisher kehrte nach zwei, fünf oder sieben Jahren Schlechtwetter für Dax, Dow oder Nikkei immer wieder die Sonne auf das Börsenparkett zurück.
Fondsanlage schützt vor Zähneknirschen nicht
Doch wer garantiert, dass diese Zyklen auch in der Zukunft weiter leben? Kein Börsen-Experte weltweit wird verhindern können, dass eine Baisse sich über längere Zeiträume ausdehnt. Die Besitzer von Fondsanteilen knirschen in solchen Fällen Monat für Monat und Jahr für Jahr mit den Zähnen - es gehört eine große Portion Nervenstärke dazu, über lange Zeiträume an einem Investment festzuhalten, dass sich beständig negativ entwickelt.
Der verstorbene Investment-Guru André Kostolany hatte als Rezept für den Kauf von Aktien scherzhaft empfohlen, sich nach dem Erwerb von Wertpapieren für fünf Jahre schlafen zu legen, um dann erheblich reicher wieder aufzuwachen. Das Modell funktionierte in der Vergangenheit häufig. Ob es zukunftstauglich ist, bleibt abzuwarten.
In Baisse-Zeiten können Fondsmanager zwar besondere Qualitäten unter Beweis stellen, indem sie die Verluste in ihrem Portfolio geringer halten als den Verlust des Börsen-Index', aus dessen Aktiengruppe sie ihre Titel wählen. In der Praxis gelingt das jedoch nur bedingt.
Drei Maßnahmen gegen Verluste in Fonds
Maßnahme eins wäre hier, bei trüben Markterwartungen einfach radikal Aktien zu verkaufen und das Geld für bessere Zeiten zu bunkern. Doch erstens hat der Gesetzgeber verfügt, dass jeder Fonds in Deutschland jederzeit mindestens die Hälfte seiner Mittel in Aktien angelegt haben muss, zweitens haben die Fondsgesellschaften sich intern Regeln vorgegeben, die häufig sogar 90 Prozent Aktienquote vorschreiben.
Maßnahme zwei in der Baisse: Umsatteln auf Branchen oder Ländermärkte, die sich gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmen. Doch auch für einen solchen Schritt sind den Fondsmanagern zumeist die Hände gebunden. In der Satzung eines Branchenfonds BioTech ist beispielsweise vorgeschrieben, dass ausschließlich Titel ins Portfolio aufgenommen werden dürfen, deren Unternehmen sich mit Biotechnologie beschäftigen. Ziehen sich Investoren weltweit aus einem "Spezialgebiet" der Börse zurück, sinken die Kurse. Doch der Fonds, der sich BioTech auf die Fahne geschrieben hat, muss investiert bleiben. Auch wenn der Fondsmanager ein noch so ungutes Gefühl dabei haben mag.
Maßnahme drei: In Erwartung fallender Märkte Derivative kaufen, die steigen, wenn die Indizes oder einzelne Aktien fallen. Diese Wettscheine auf Verlierer waren den deutschen Finanzministern jahrzehntelang zu risikobehaftet, um sie für die Portfolien am geregelten deutschen Fondsmarkt zuzulassen.
Das hat sich gerade in den vergangenen Monaten geändert. Zum Jahresbeginn werden die ersten Hedgefonds in Deutschland an den Start gehen, die von steigenden wie von fallenden Märkten profitieren können. Theoretisch jedenfalls. In den USA, wo es Hedgefonds schon seit vielen Jahren gibt, zeigt die Rendite-Statistik über den gesamten Sektor keinen nennenswerten Vorteil für diese spezielle Fondsklasse. Offenbar ist das Abschätzen von Marktbewegungen für Investment-Profis also auch kein leichteres Geschäft als für den Privatanleger.
Wer sich für einen Aktien-Fonds entscheidet, der sich regional und/oder auf Branchen beschränkt, muss wissen, dass er - unbenommen eines hohen Chancen-Potenzials - ein hohes Risiko eingeht. Der Schutz, den der Fondsmanager durch seine Beobachtung der Märkte bieten kann, ist beschränkt. Außerhalb des im Fondsprospekt festgelegten Anlagehorizonts darf der Fondsmanager nicht zukaufen - auch wenn er dort mehr Kurssteigerungspotenzial erkennen sollte.
Wichtig sind bei der Ermittlung der Rendite-Chancen für den Fondsanleger auch die fixen Kosten, mit denen sich das Fondsmanagement seine Arbeit bezahen lässt: Ein Ausgabeaufschlag fällt beispielsweise immer dann an, wenn ein Anleger Fondsanteile hinzukauft.
Bei einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent für einen Fonds, den der Anleger per Sparplan mit monatlich 100 Euro "füttert", gehen also nur 95 Euro ins Portfolio. Der Fonds müsste also im entsprechenden Monat um mehr als fünf Prozent steigen, damit der eingezahlte Einsatz am 31. noch in voller Höhe vorhanden ist.
Die zweite Konstante, die für den Anleger ebenfalls regelmäßig anfällt, ist die Verwaltungsgebühr, die jährlich ein bis zu drei Prozent betragen kann. Auch diese Investition in das Fondsmanagement soll sich über die gewünschten Erträge am Aktienmarkt überkompensiert werden - was zumal in Baisse-Zeiten aber nur äußerst selten gelingt.
Tipp: Variable Einzahlungsmöglichkeiten vereinbaren
Falls Sie sich zutrauen, selbst auf Börsentrends reagieren zu können - achten Sie auf variable Ein- und Auszahlungsmöglichkeiten. Im Falle eines Fonds-Sparplans ließe sich beispielsweise mit dem Anbieter individuell vereinbaren, dass man einige Monate mit der Sparrate aussetzt, in anderen Monaten dafür mehr einzahlen kann.
Diese Idee wird der Fondsberater zwar unangemessen finden, weil sie dem sogenannten Cost-Average-Gedanken widerspricht - als Option kann eine solche Kann-Vereinbarung aber sicher nicht schaden. Sie werden dadurch ein Stück weit auch Ihres Glückes eigener Schmied. Und wenn sich herausstellt, dass das "glückliche Händchen" fehlt, kann immer noch auf die Einzahl-Automatik zurückgestellt werden.
Bezahlt machen könnte sich die rechtzeitige Verabredung einer variablen Einzahlmöglichkeit auch dann, wenn man durch unvorhergesehene Ereignisse mal knapp bei Kasse sein sollten.
Verlockend: Fonds ohne Ausgabeaufschlag
Ausgabeaufschlag und Verwaltungs- (oder Management-)Gebühr fallen nicht nur für Aktienfonds an, sondern auch für solche, die sich auf Rententitel, Anleihen, Kinofilme oder Immobilien spezialisiert haben. Wer einen Fonds ohne Ausgabeaufschlag und mit bescheidener Verwaltungsgebühr "erwischt" (insbesondere Online-Broker bieten hier Aktionen mit häufig verlockenden Konditionen) spart kräftig. Wer die Kosten für Ausgabeaufschlag und Verwaltungsgebühr über fünf oder zehn Jahre zusammenrechnet und dabei auch Zins- und Zinseszins berücksichtigt, wird staunen, welches Sparpotenzial sich hinter den (auf den ersten Blick geringen Prozentsätzen) eröffnet.
Immer mehr Anleger entscheiden sich nicht nur aus Kostengründen daher für eine Fonds-Variante, die in den USA als "Spiders" und "Diamonds" eine hohe Popularität erreichte. Die "Spinnen" und "Diamanten" sind sogenannte Exchange Traded Fonds (ETFs). Die Leistung des ETF-Anbieters besteht bei diesen Produkten allein darin, das Portfolio exakt so zu bestücken wie den entsprechenden Index. Die Spiders sind Produkte auf den "S&P 500", die Diamonds bilden exakt den Wert des "Dow Jones" ab. Seit knapp vier Jahren werden in Deutschland von verschiedenen Finanzinstituten ebenfalls ETFs angeboten, die sich auf verschiedene Indizes - natürlich auch den Dax - beziehen.
Wissenswert: Die Folgetagregelung, falls Sie verkaufen wollen
Was tun, wenn die Märkte in Panik geraten?
Die ETFs sind nicht nur günstig bei den Nebenkosten sonderun auch äußerst transparent - jede wichtige Bewegung im Dax und damit im eigenen Portfolio wird in vielen Medien kommentiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie mit einem geringen Spread jederzeit ge- und verkauft werden können, so lange die Börse geöffnet ist. Der Spread markiert die Spanne zwischen dem An- und Verkaufspreis des ETFs und liegt in der Regel deutlich unter einem Prozent.
Fondsanteile lassen sich dagegen grundsätzlich nur zu dem Preis veräußern, der am Folgetag gilt. Gebe ich als Fondsanleger eine Verkaufsorder bei einem aktuellen Fondspreis von 100 Euro, ist mir dieser Gegenwert also nicht garantiert. Insbesondere bei SmallCap-Fonds kann der Preis von einem Tag zum anderen um fünf Prozent schwanken, so dass statt der erhofften 100 nur 95 Euro erlöst werden.
Besonders bitter ist diese Regelung für den Anleger, wenn die Börsen in Panik geraten, wie beispielsweise am 11. September 2001 als der Terroranschlag auf die Twin-Towers in Manhatten die Welt erschütterte. Während Anleger, die ihre Aktien kurz nach Bekanntwerden des Ereignisses abstossen konnten, mit zwar zweistelligen aber verschmerzbaren Verlusten davonkamen, hatten Fondsanleger, die ebenso schnell reagierten, das Nachsehen: Ihre Order wurde, den Gesetzen der Branche entsprechend, erst am nächsten Tag ausgeführt - mit deutlich höheren Verlusten.
Aktive Fonds bieten prinzipiell ein Sicherheits-Plus
Unbestreitbar bieten aktiv gemanagte Aktienfonds (auch aktive Fonds genannt) Vorteile - Leistungen, für die der Anleger zu Recht bezahlt. Ein Fonds bietet dadurch, dass er bis zu etwa 150 Aktien oder andere Wertpapiere in einem Depot mischt, ein breites Streuungsrisiko. Außerdem ist ein Team von Anlageexperten täglich darum bemüht, die Wertentwicklung zu steigern.
Das gibt ein Gefühl der Sicherheit: Während der Aktien-Anleger leicht eine negative Meldung zu seinem Wertpapier verpassen kann und damit eine anschließende Abwärtsentwicklung voll erwischt, hat der Fondsanleger die Gewissheit, dass die Aufpasser bei seinem Fonds auf aktuelle Entwicklungen schnell reagieren können.
Allerdings birgt diese erkaufte Sicherheit auch Tücken. Denn auch Fondsmanager müssen Gebühren für jeden Trade entrichten - Kritiker bringen hier gern den Spruch vom "Hin-und-Her macht Taschen leer" an. Zweitens können Verkaufsorder eines Fonds insbesondere bei engen Werten einen Kurs kräftig unter Druck setzen: Während der Privatanleger problemlos zehn Aktien eines kleinen Unternehmens zum aktuellen Kurswert loswerden kann, gestaltet sich diese Aufgabe für den Fondsmanager mit 100.000 Aktien, die er auf den Markt schwemmt, ungleich schwieriger. Seine Order kann einen ganz erheblichen Druck auf den Kurs ausüben.
Trotz aller Nachteile: Für viele hunderttausend Fondsanleger, die sich für ein aktiv gemanagtes Aktien-Portfolio entschieden, ging die Rechnung in den vergangenen Jahren auf: Viele von ihnen verdienten erheblich mehr als mit dem Sparbuch, Gold oder Grundstücken. Wer außerdem steuerliche Aspekte auszunutzen wusste, wie sie beispielsweise Schiffs-, Film- oder Immobilienfonds bieten, konnte zusätzlich profitieren.
In jedem Fall aber lohnt es sich, vor dem Einstieg genau zu prüfen, welchem Produkt man sein Geld anvertraut. Im folgenden sind die wichtigsten Fondsarten aufgelistet:
Am unteren Ende der Risikoskala finden sich Geldmarkt- und Rentenfonds. Die Renditechancen sind vergleichsweise gering, das Verlustrisiko ist aber ebenfalls stark begrenzt.
Hoch riskant sind dagegen Internet- oder Emerging-Markets-Fonds: Das Fondsmanagement ist hier auf spekulative Aktien aus Ländern oder Branchen spezialisiert, deren Kurse von einem auf den anderen Tag drastisch schwanken können. Die Angebote im Einzelnen:
Geldmarkt- und Rentenfonds
Die Manager von Geldmarktfonds wollen den aktuellen Sparbuchzins übertreffen. Dadurch wird schon deutlich: Das Verlustrisiko eines solchen Fonds ist sehr gering. Während die Geldmarkt-Fondsmanager ihre Performance durch Geschäfte am Devisenmarkt erwirtschaften, haben Rentenfonds ein größeres Anlagespektrum. Es umfasst fest und variabel verzinsliche Papiere wie Wandelschuldverschreibungen, öffentliche und Firmen-Anleihen.
Die spekulativsten Renten-Portfolios finden sich in High-Yield-Fonds. Hier wird mit hochverzinslichen Anleihen spekuliert. Das Ausfallrisiko ist durch wirtschaftliche Probleme der Firmen oder Länder, die diese Papiere ausgeben, vergleichsweise hoch.
Garantiefonds
Am Ende einer vorgegebenen Laufzeit (meist drei bis fünf Jahre) wird dem Anleger ein garantierter Mindest-Auszahlungsbetrag zugesichert - meist liegt der Wert bei 90 bis 100 Prozent des eingesetzten Kapitals. Oft gehören Zins und Zinseszins nicht zur Garantie-Summe. Außerdem gilt die Garantie nicht für Anleger, die vor dem Laufzeitende des Fonds verkaufen.
Um die Garantie einhalten zu können, investieren die Fondsgesellschaften zum Großteil in festverzinsliche Papiere und achten stark auf die Absicherung des Portfolios. Damit kommen große Kurssprünge in der Praxis nur selten vor. Auch die Riester-Fonds müssen die genannte Garantie-Regel bieten, damit die staatlichen Fördergelder vom Anleger genutzt werden können
Mischfonds
In diesem Portfolio sind Aktien und Renten gemischt. So kann der Fondsmanager in unruhigen Börsenzeiten auf die sicherere Anleihe-Seite wechseln und bei guten Aussichten verstärkt am Aktienmarkt investieren.
AS-Fonds
Altersvorsorge-Fonds kamen vor fünf Jahren auf den deutschen Markt. Ziel ist die Kapitalbildung für den Ruhestand. Dabei wird das Portfolio in bestimmten Zeitabständen dem Lebensalter des Anlegers angepasst: Während ein 30-Jähriger noch einen relativ hohen Bestand an Aktien in seinem AS-Portfolio hält, dominieren bei einem 50-Jährigen die festverzinslichen Papiere. Diese Umschichtungen sind für den Anleger kostenfrei. AS-Fonds können in Aktien, Immobilien, Renten und (zur Absicherung) in Optionen investieren. Nicht alle AS-Fonds werden im Rahmen der "Riester-Reform" staatlich gefördert.
Immobilienfonds
Immobilienfonds investieren zu mindestens 50 Prozent in Haus- und Grundbesitz oder Bau-Projekte. Der Anleger profitiert von steigenden Mieten oder gewinnbringenden Verkäufen. Unterschieden werden Offene und Geschlossene Immobilienfonds. Die geschlossene Variante lässt nur eine begrenzte Zahl von Investoren und Anlageobjekten zu. Bei diesem Modell spielen insbesondere für einkommensstarke Anleger Steuerspar-Möglichkeiten eine entscheidende Rolle. Bei den Offenen Immobilienfonds ist dieser Aspekt nicht im Vordergrund. Hier können auch Normalverdiener an Wertentwicklungen auf dem Immobilienmarkt profitieren.
Länder- und Regionenfonds
Der Risikograd eines Länderfonds wird in erster Linie von der Wirtschaftsentwicklung in einem Land bestimmt. International anlegende Fonds kennen gar kein Länder-Risiko. Regionen-Fonds, die beispielsweise in Nordamerika oder Euroland investieren, sind ebenfalls auf der konservativen Seite der Länderfonds zu finden. Hohe Kursschwankungen erwarten dagegen Anleger, die in den Emerging Markets in Osteuropa und Asien anlegen.
Wie spekulativ ein Länderfonds ist, lässt sich aber auch daran erkennen, wie groß die Unternehmen sind, in die er investiert. Small Caps oder Nebenwerte unterliegen den stärksten Kursschwankungen, Mid Caps (wie beispielsweise MDax-Werte) zeigen meist ruhigere Kursverläufe. Zumindest in der Theorie gehören Blue Chips wie die 30 Dax-Aktien zur risikoarmen Gruppe.
Standardwertefonds Hier stellen die Fondsmanager ihr Portfolio mit den Aktien des Dax, des EuroStoxx, des Dow Jones oder anderer Leit-Indizes zusammen. Die Kunst des Fondsmanagers besteht hier darin, durch eine leicht veränderte Gewichtung der Einzelwerte eine bessere Rendite zu erwirtschaften als der Index.
Doch auch die Währungsentwicklung gegenüber dem Euro zum Gaspedal oder zur Performance-Bremse werden. Zur Auswahl stehen dem Anleger daher meist zwei Varianten eines Fonds: Eine notiert in der Landeswährung, eine zweite in Euro. Die Euro-Variante minimiert das Wechselkurs-Risiko.
Themenfonds
Investiert wird in Aktien verschiedener Branchen, die von einem, meist globalen Trend beeinflusst werden. Beispiele sind Luxusgüter- oder Freizeitfonds. Letztere investieren in Reiseunternehmen, Freizeitparks und Sportartikel-Hersteller. Gemeinsam sollen sie von einer Grundthese profitieren. Hier heißt sie: Die Bevölkerung in den Industrienationen wird künftig über immer mehr Freizeit verfügen - und dafür auch mehr Geld ausgeben.
Branchenfonds
Im Fonds-Portfolio werden Aktien bestimmter Branchen gebündelt. Die wichtigsten sind:
- Freizeit / Gastgewerbe / Konsum
- Rohstoffe
- Industrie
- Gold-/Edelmetalle
- Versorger
- Energie
- Finanzwerte
- Nahrungsmittel
- Life Sciences
- Umwelt / Ökologie / Sustainability
- Logistik / Transport / Verkehr
- Technologie/Medien/Telekommunikation (TMT)
- Medien
Viele Branchenfonds legen international an, andere beschränken sich auf Regionen - beispielsweise europäische Umweltaktien. Die Beschränkung auf Regionen erhöht grundsätzlich das Risiko für den Anleger. Denn neben der Branchenentwicklung beeinflusst auch die Wirtschaftsdynamik einer Anlageregion die Performance - verschlechtert sich die Situation, kann der Fondsmanager mit seinem Portfolio nicht in andere Länder "flüchten".
So schoss etwa der Fonds Nordasia.com, der ausschließlich in asiatische Internet-Werte investiert, zum Start im Vorjahr binnen weniger Wochen um 30 Prozent nach oben - anschließend knickte die Performance ebenso drastisch ein. Der Fonds erwirtschaftete zwischenzeitlich ein Minus von fast 90 Prozent, schoss aber phasenweise auch - von dem nunmehr erheblich niedrigeren Niveau - um mehr als 50 Prozent in die Höhe.
Dachfonds (fund of funds)
Fonds, die nicht in Aktien, sondern in verschiedene andere Fonds investieren. Dadurch soll das Investment-Risiko nochmals verringert werden: Theoretisch erzielt ein Dachfonds stabilere Renditen, weil er statt in schwankungsanfälligere Einzelaktien in weniger volatile Fondsanteile investiert.
Im Gegensatz zur Aktie birgt ein Fondsanteil aber grundsätzlich Verwaltungskosten. Dachfonds-Anleger bezahlen also zum einen Ausgabeaufschlag und Managementgebühr für das Dachfondsmanagement und zusätzlich einen Anteil der Gebühren in den so genannten Zielfonds, in den investiert wird. In der Praxis haben die seit 1998 in Deutschland zugelassenen Dachfonds keine stabilere oder bessere Wertentwicklung erreicht als der Durchschnitt der Branchen- oder Länderfonds, in die sie investieren.
Grundsatzentscheidung: Value versus Growth
Aus den USA stammt eine Unterscheidung, die sich auch in Europa durchsetzt. Zwei grundsätzliche Anlagestile werden unterschieden: Der Growth-Investor setzt auf wachstumsstarke Unternehmen, die über einen langen Zeitraum eine stetige Aufwärtsentwicklung gezeigt haben - und deren unaufhaltsamer Erfolg sich nach Einschätzung des Fondsmanagers auch in der Zukunft fortsetzt. Meist prägen hier Blue Chips das Portfolio.
Value-Investoren dagegen sammeln Aktien, die sie aktuell für unterbewertet halten. Sie stammen im Idealfall von substanzstarken Unternehmen, die durch einen einmaligen Vorfall oder eine Abkehr von einem Börsentrend einen ungerechtfertigt starken Kurseinbruch hinnehmen mussten. Wenn die subjektive Einschätzung stimmt, besitzen die Aktien Erholungspotenzial. Steigt der Kurs dann wieder auf das so genannte "faire Bewertungsniveau", wird mit Gewinn verkauft - und der Fondsmanager sucht nach dem nächsten unterbewerteten Titel mit solider Substanz.
Hedgefonds Nach dem Investmentmodernisierungsgesetz gehen Hedgefonds in Deutschland zum Jahresbeginn 2004 an den Start. Investiert wird vor allem in Derivate wie Optionsscheine, Optionen und Futures. Im Gegensatz zu klassischen Fonds darf das Management auf fallende Kurse wetten und kann so auch Gewinne erzielen, wenn es an den Börsen bergab geht. Durch den Einsatz von Derivativen haben die Hedgefonds aber auch eine ungleich höhere Chance-Risiko-Kennziffer -die sogenannte Sharpe-Ratio, entwickelt vom Nobelpreisträger William F. Sharpe.
Die Investmentgesellschaften solten anfangs nur Dach-Hedge-Fonds anbieten dürfen, im Spätherbst beschlossen, auch Investments in einzelne Hedgefonds direkt zuzulassen. Allerdings dürfen diese Fonds nicht öffentlich vertrieben oder beworben werden. Angeboten werden sie im Rahmen eines private Placements. Interessierte müssen also ausdrücklich nach Hedge-Fonds fragen, bevor ihnen ein Angebot gemacht wird.
http://www.manager-magazin.de/geld/geldanlage/0,2828,273661,00.html
Links:
- Fondsgesellschaften
- Alles was man über Hedgefonds wissen muss
- DER ARIVA-FONDS-TIP (von pm und jp)
- Fonds (Zusammenfassung Teil 1)
- Die besten Fonds (Januar 2003)
- www.ariva.de/fonds
- www.fondsweb.de
- www.investmentfonds.de
"Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch Aktien, Gold und Grundstücke dazu." Aber warum hat US-Komiker Danny Kaye die Fonds nicht genannt? Reichlich Rendite lässt sich mit vielen Fonds erzielen. Man muss nur den richtigen finden. Hier einige Suchtipps.
Aktienfonds schlagen im langfristigen Vergleich jede andere Form der Geldanlage. Diesen Satz haben die Fondsgesellschaften goldgerändert und wiederholen ihn gebetsmühlenartig. Recht geben ihnen Statistiken, die die Performance von Fonds über viele Jahre abbilden.
Eine deutlich schlechtere, nämlich in vielen Fällen negative, Rendite zeigt sich, wenn man die Performance der meisten Fonds lediglich aus Sicht der der vergangenen drei bis vier Jahre betrachtet. Wenn die Börsen-Indizes weltweit abwärts rauschen, konnten nur sehr wenige der mittlerweile mehr 1000 Aktien-Fonds, die in Deutschland angeboten werden, sich dem Abwärtssog entziehen.
Entscheidend ist also für den Anleger die Frage, ob er jeden Ritt durchs Kurstal mitmachen will und dabei auf die Geschichte der Börse vertrauen möchte: Bisher kehrte nach zwei, fünf oder sieben Jahren Schlechtwetter für Dax, Dow oder Nikkei immer wieder die Sonne auf das Börsenparkett zurück.
Fondsanlage schützt vor Zähneknirschen nicht
Doch wer garantiert, dass diese Zyklen auch in der Zukunft weiter leben? Kein Börsen-Experte weltweit wird verhindern können, dass eine Baisse sich über längere Zeiträume ausdehnt. Die Besitzer von Fondsanteilen knirschen in solchen Fällen Monat für Monat und Jahr für Jahr mit den Zähnen - es gehört eine große Portion Nervenstärke dazu, über lange Zeiträume an einem Investment festzuhalten, dass sich beständig negativ entwickelt.
Der verstorbene Investment-Guru André Kostolany hatte als Rezept für den Kauf von Aktien scherzhaft empfohlen, sich nach dem Erwerb von Wertpapieren für fünf Jahre schlafen zu legen, um dann erheblich reicher wieder aufzuwachen. Das Modell funktionierte in der Vergangenheit häufig. Ob es zukunftstauglich ist, bleibt abzuwarten.
In Baisse-Zeiten können Fondsmanager zwar besondere Qualitäten unter Beweis stellen, indem sie die Verluste in ihrem Portfolio geringer halten als den Verlust des Börsen-Index', aus dessen Aktiengruppe sie ihre Titel wählen. In der Praxis gelingt das jedoch nur bedingt.
Drei Maßnahmen gegen Verluste in Fonds
Maßnahme eins wäre hier, bei trüben Markterwartungen einfach radikal Aktien zu verkaufen und das Geld für bessere Zeiten zu bunkern. Doch erstens hat der Gesetzgeber verfügt, dass jeder Fonds in Deutschland jederzeit mindestens die Hälfte seiner Mittel in Aktien angelegt haben muss, zweitens haben die Fondsgesellschaften sich intern Regeln vorgegeben, die häufig sogar 90 Prozent Aktienquote vorschreiben.
Maßnahme zwei in der Baisse: Umsatteln auf Branchen oder Ländermärkte, die sich gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmen. Doch auch für einen solchen Schritt sind den Fondsmanagern zumeist die Hände gebunden. In der Satzung eines Branchenfonds BioTech ist beispielsweise vorgeschrieben, dass ausschließlich Titel ins Portfolio aufgenommen werden dürfen, deren Unternehmen sich mit Biotechnologie beschäftigen. Ziehen sich Investoren weltweit aus einem "Spezialgebiet" der Börse zurück, sinken die Kurse. Doch der Fonds, der sich BioTech auf die Fahne geschrieben hat, muss investiert bleiben. Auch wenn der Fondsmanager ein noch so ungutes Gefühl dabei haben mag.
Maßnahme drei: In Erwartung fallender Märkte Derivative kaufen, die steigen, wenn die Indizes oder einzelne Aktien fallen. Diese Wettscheine auf Verlierer waren den deutschen Finanzministern jahrzehntelang zu risikobehaftet, um sie für die Portfolien am geregelten deutschen Fondsmarkt zuzulassen.
Das hat sich gerade in den vergangenen Monaten geändert. Zum Jahresbeginn werden die ersten Hedgefonds in Deutschland an den Start gehen, die von steigenden wie von fallenden Märkten profitieren können. Theoretisch jedenfalls. In den USA, wo es Hedgefonds schon seit vielen Jahren gibt, zeigt die Rendite-Statistik über den gesamten Sektor keinen nennenswerten Vorteil für diese spezielle Fondsklasse. Offenbar ist das Abschätzen von Marktbewegungen für Investment-Profis also auch kein leichteres Geschäft als für den Privatanleger.
Wie Fondsanleger ihre Renditchancen ermitteln
Wer sich für einen Aktien-Fonds entscheidet, der sich regional und/oder auf Branchen beschränkt, muss wissen, dass er - unbenommen eines hohen Chancen-Potenzials - ein hohes Risiko eingeht. Der Schutz, den der Fondsmanager durch seine Beobachtung der Märkte bieten kann, ist beschränkt. Außerhalb des im Fondsprospekt festgelegten Anlagehorizonts darf der Fondsmanager nicht zukaufen - auch wenn er dort mehr Kurssteigerungspotenzial erkennen sollte.
Wichtig sind bei der Ermittlung der Rendite-Chancen für den Fondsanleger auch die fixen Kosten, mit denen sich das Fondsmanagement seine Arbeit bezahen lässt: Ein Ausgabeaufschlag fällt beispielsweise immer dann an, wenn ein Anleger Fondsanteile hinzukauft.
Bei einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent für einen Fonds, den der Anleger per Sparplan mit monatlich 100 Euro "füttert", gehen also nur 95 Euro ins Portfolio. Der Fonds müsste also im entsprechenden Monat um mehr als fünf Prozent steigen, damit der eingezahlte Einsatz am 31. noch in voller Höhe vorhanden ist.
Die zweite Konstante, die für den Anleger ebenfalls regelmäßig anfällt, ist die Verwaltungsgebühr, die jährlich ein bis zu drei Prozent betragen kann. Auch diese Investition in das Fondsmanagement soll sich über die gewünschten Erträge am Aktienmarkt überkompensiert werden - was zumal in Baisse-Zeiten aber nur äußerst selten gelingt.
Tipp: Variable Einzahlungsmöglichkeiten vereinbaren
Falls Sie sich zutrauen, selbst auf Börsentrends reagieren zu können - achten Sie auf variable Ein- und Auszahlungsmöglichkeiten. Im Falle eines Fonds-Sparplans ließe sich beispielsweise mit dem Anbieter individuell vereinbaren, dass man einige Monate mit der Sparrate aussetzt, in anderen Monaten dafür mehr einzahlen kann.
Diese Idee wird der Fondsberater zwar unangemessen finden, weil sie dem sogenannten Cost-Average-Gedanken widerspricht - als Option kann eine solche Kann-Vereinbarung aber sicher nicht schaden. Sie werden dadurch ein Stück weit auch Ihres Glückes eigener Schmied. Und wenn sich herausstellt, dass das "glückliche Händchen" fehlt, kann immer noch auf die Einzahl-Automatik zurückgestellt werden.
Bezahlt machen könnte sich die rechtzeitige Verabredung einer variablen Einzahlmöglichkeit auch dann, wenn man durch unvorhergesehene Ereignisse mal knapp bei Kasse sein sollten.
Verlockend: Fonds ohne Ausgabeaufschlag
Ausgabeaufschlag und Verwaltungs- (oder Management-)Gebühr fallen nicht nur für Aktienfonds an, sondern auch für solche, die sich auf Rententitel, Anleihen, Kinofilme oder Immobilien spezialisiert haben. Wer einen Fonds ohne Ausgabeaufschlag und mit bescheidener Verwaltungsgebühr "erwischt" (insbesondere Online-Broker bieten hier Aktionen mit häufig verlockenden Konditionen) spart kräftig. Wer die Kosten für Ausgabeaufschlag und Verwaltungsgebühr über fünf oder zehn Jahre zusammenrechnet und dabei auch Zins- und Zinseszins berücksichtigt, wird staunen, welches Sparpotenzial sich hinter den (auf den ersten Blick geringen Prozentsätzen) eröffnet.
Immer mehr Anleger entscheiden sich nicht nur aus Kostengründen daher für eine Fonds-Variante, die in den USA als "Spiders" und "Diamonds" eine hohe Popularität erreichte. Die "Spinnen" und "Diamanten" sind sogenannte Exchange Traded Fonds (ETFs). Die Leistung des ETF-Anbieters besteht bei diesen Produkten allein darin, das Portfolio exakt so zu bestücken wie den entsprechenden Index. Die Spiders sind Produkte auf den "S&P 500", die Diamonds bilden exakt den Wert des "Dow Jones" ab. Seit knapp vier Jahren werden in Deutschland von verschiedenen Finanzinstituten ebenfalls ETFs angeboten, die sich auf verschiedene Indizes - natürlich auch den Dax - beziehen.
Wissenswert: Die Folgetagregelung, falls Sie verkaufen wollen
Was tun, wenn die Märkte in Panik geraten?
Die ETFs sind nicht nur günstig bei den Nebenkosten sonderun auch äußerst transparent - jede wichtige Bewegung im Dax und damit im eigenen Portfolio wird in vielen Medien kommentiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie mit einem geringen Spread jederzeit ge- und verkauft werden können, so lange die Börse geöffnet ist. Der Spread markiert die Spanne zwischen dem An- und Verkaufspreis des ETFs und liegt in der Regel deutlich unter einem Prozent.
Fondsanteile lassen sich dagegen grundsätzlich nur zu dem Preis veräußern, der am Folgetag gilt. Gebe ich als Fondsanleger eine Verkaufsorder bei einem aktuellen Fondspreis von 100 Euro, ist mir dieser Gegenwert also nicht garantiert. Insbesondere bei SmallCap-Fonds kann der Preis von einem Tag zum anderen um fünf Prozent schwanken, so dass statt der erhofften 100 nur 95 Euro erlöst werden.
Besonders bitter ist diese Regelung für den Anleger, wenn die Börsen in Panik geraten, wie beispielsweise am 11. September 2001 als der Terroranschlag auf die Twin-Towers in Manhatten die Welt erschütterte. Während Anleger, die ihre Aktien kurz nach Bekanntwerden des Ereignisses abstossen konnten, mit zwar zweistelligen aber verschmerzbaren Verlusten davonkamen, hatten Fondsanleger, die ebenso schnell reagierten, das Nachsehen: Ihre Order wurde, den Gesetzen der Branche entsprechend, erst am nächsten Tag ausgeführt - mit deutlich höheren Verlusten.
Aktive Fonds bieten prinzipiell ein Sicherheits-Plus
Unbestreitbar bieten aktiv gemanagte Aktienfonds (auch aktive Fonds genannt) Vorteile - Leistungen, für die der Anleger zu Recht bezahlt. Ein Fonds bietet dadurch, dass er bis zu etwa 150 Aktien oder andere Wertpapiere in einem Depot mischt, ein breites Streuungsrisiko. Außerdem ist ein Team von Anlageexperten täglich darum bemüht, die Wertentwicklung zu steigern.
Das gibt ein Gefühl der Sicherheit: Während der Aktien-Anleger leicht eine negative Meldung zu seinem Wertpapier verpassen kann und damit eine anschließende Abwärtsentwicklung voll erwischt, hat der Fondsanleger die Gewissheit, dass die Aufpasser bei seinem Fonds auf aktuelle Entwicklungen schnell reagieren können.
Allerdings birgt diese erkaufte Sicherheit auch Tücken. Denn auch Fondsmanager müssen Gebühren für jeden Trade entrichten - Kritiker bringen hier gern den Spruch vom "Hin-und-Her macht Taschen leer" an. Zweitens können Verkaufsorder eines Fonds insbesondere bei engen Werten einen Kurs kräftig unter Druck setzen: Während der Privatanleger problemlos zehn Aktien eines kleinen Unternehmens zum aktuellen Kurswert loswerden kann, gestaltet sich diese Aufgabe für den Fondsmanager mit 100.000 Aktien, die er auf den Markt schwemmt, ungleich schwieriger. Seine Order kann einen ganz erheblichen Druck auf den Kurs ausüben.
Trotz aller Nachteile: Für viele hunderttausend Fondsanleger, die sich für ein aktiv gemanagtes Aktien-Portfolio entschieden, ging die Rechnung in den vergangenen Jahren auf: Viele von ihnen verdienten erheblich mehr als mit dem Sparbuch, Gold oder Grundstücken. Wer außerdem steuerliche Aspekte auszunutzen wusste, wie sie beispielsweise Schiffs-, Film- oder Immobilienfonds bieten, konnte zusätzlich profitieren.
In jedem Fall aber lohnt es sich, vor dem Einstieg genau zu prüfen, welchem Produkt man sein Geld anvertraut. Im folgenden sind die wichtigsten Fondsarten aufgelistet:
Am unteren Ende der Risikoskala finden sich Geldmarkt- und Rentenfonds. Die Renditechancen sind vergleichsweise gering, das Verlustrisiko ist aber ebenfalls stark begrenzt.
Hoch riskant sind dagegen Internet- oder Emerging-Markets-Fonds: Das Fondsmanagement ist hier auf spekulative Aktien aus Ländern oder Branchen spezialisiert, deren Kurse von einem auf den anderen Tag drastisch schwanken können. Die Angebote im Einzelnen:
Fonds, die für einen ruhigen Schlaf sorgen
Geldmarkt- und Rentenfonds
Die Manager von Geldmarktfonds wollen den aktuellen Sparbuchzins übertreffen. Dadurch wird schon deutlich: Das Verlustrisiko eines solchen Fonds ist sehr gering. Während die Geldmarkt-Fondsmanager ihre Performance durch Geschäfte am Devisenmarkt erwirtschaften, haben Rentenfonds ein größeres Anlagespektrum. Es umfasst fest und variabel verzinsliche Papiere wie Wandelschuldverschreibungen, öffentliche und Firmen-Anleihen.
Die spekulativsten Renten-Portfolios finden sich in High-Yield-Fonds. Hier wird mit hochverzinslichen Anleihen spekuliert. Das Ausfallrisiko ist durch wirtschaftliche Probleme der Firmen oder Länder, die diese Papiere ausgeben, vergleichsweise hoch.
Garantiefonds
Am Ende einer vorgegebenen Laufzeit (meist drei bis fünf Jahre) wird dem Anleger ein garantierter Mindest-Auszahlungsbetrag zugesichert - meist liegt der Wert bei 90 bis 100 Prozent des eingesetzten Kapitals. Oft gehören Zins und Zinseszins nicht zur Garantie-Summe. Außerdem gilt die Garantie nicht für Anleger, die vor dem Laufzeitende des Fonds verkaufen.
Um die Garantie einhalten zu können, investieren die Fondsgesellschaften zum Großteil in festverzinsliche Papiere und achten stark auf die Absicherung des Portfolios. Damit kommen große Kurssprünge in der Praxis nur selten vor. Auch die Riester-Fonds müssen die genannte Garantie-Regel bieten, damit die staatlichen Fördergelder vom Anleger genutzt werden können
Mischfonds
In diesem Portfolio sind Aktien und Renten gemischt. So kann der Fondsmanager in unruhigen Börsenzeiten auf die sicherere Anleihe-Seite wechseln und bei guten Aussichten verstärkt am Aktienmarkt investieren.
AS-Fonds
Altersvorsorge-Fonds kamen vor fünf Jahren auf den deutschen Markt. Ziel ist die Kapitalbildung für den Ruhestand. Dabei wird das Portfolio in bestimmten Zeitabständen dem Lebensalter des Anlegers angepasst: Während ein 30-Jähriger noch einen relativ hohen Bestand an Aktien in seinem AS-Portfolio hält, dominieren bei einem 50-Jährigen die festverzinslichen Papiere. Diese Umschichtungen sind für den Anleger kostenfrei. AS-Fonds können in Aktien, Immobilien, Renten und (zur Absicherung) in Optionen investieren. Nicht alle AS-Fonds werden im Rahmen der "Riester-Reform" staatlich gefördert.
Fonds, die Sie durch die Decke gehen lassen
Immobilienfonds
Immobilienfonds investieren zu mindestens 50 Prozent in Haus- und Grundbesitz oder Bau-Projekte. Der Anleger profitiert von steigenden Mieten oder gewinnbringenden Verkäufen. Unterschieden werden Offene und Geschlossene Immobilienfonds. Die geschlossene Variante lässt nur eine begrenzte Zahl von Investoren und Anlageobjekten zu. Bei diesem Modell spielen insbesondere für einkommensstarke Anleger Steuerspar-Möglichkeiten eine entscheidende Rolle. Bei den Offenen Immobilienfonds ist dieser Aspekt nicht im Vordergrund. Hier können auch Normalverdiener an Wertentwicklungen auf dem Immobilienmarkt profitieren.
Länder- und Regionenfonds
Der Risikograd eines Länderfonds wird in erster Linie von der Wirtschaftsentwicklung in einem Land bestimmt. International anlegende Fonds kennen gar kein Länder-Risiko. Regionen-Fonds, die beispielsweise in Nordamerika oder Euroland investieren, sind ebenfalls auf der konservativen Seite der Länderfonds zu finden. Hohe Kursschwankungen erwarten dagegen Anleger, die in den Emerging Markets in Osteuropa und Asien anlegen.
Wie spekulativ ein Länderfonds ist, lässt sich aber auch daran erkennen, wie groß die Unternehmen sind, in die er investiert. Small Caps oder Nebenwerte unterliegen den stärksten Kursschwankungen, Mid Caps (wie beispielsweise MDax-Werte) zeigen meist ruhigere Kursverläufe. Zumindest in der Theorie gehören Blue Chips wie die 30 Dax-Aktien zur risikoarmen Gruppe.
Standardwertefonds Hier stellen die Fondsmanager ihr Portfolio mit den Aktien des Dax, des EuroStoxx, des Dow Jones oder anderer Leit-Indizes zusammen. Die Kunst des Fondsmanagers besteht hier darin, durch eine leicht veränderte Gewichtung der Einzelwerte eine bessere Rendite zu erwirtschaften als der Index.
Doch auch die Währungsentwicklung gegenüber dem Euro zum Gaspedal oder zur Performance-Bremse werden. Zur Auswahl stehen dem Anleger daher meist zwei Varianten eines Fonds: Eine notiert in der Landeswährung, eine zweite in Euro. Die Euro-Variante minimiert das Wechselkurs-Risiko.
Themenfonds
Investiert wird in Aktien verschiedener Branchen, die von einem, meist globalen Trend beeinflusst werden. Beispiele sind Luxusgüter- oder Freizeitfonds. Letztere investieren in Reiseunternehmen, Freizeitparks und Sportartikel-Hersteller. Gemeinsam sollen sie von einer Grundthese profitieren. Hier heißt sie: Die Bevölkerung in den Industrienationen wird künftig über immer mehr Freizeit verfügen - und dafür auch mehr Geld ausgeben.
Branchenfonds
Im Fonds-Portfolio werden Aktien bestimmter Branchen gebündelt. Die wichtigsten sind:
- Freizeit / Gastgewerbe / Konsum
- Rohstoffe
- Industrie
- Gold-/Edelmetalle
- Versorger
- Energie
- Finanzwerte
- Nahrungsmittel
- Life Sciences
- Umwelt / Ökologie / Sustainability
- Logistik / Transport / Verkehr
- Technologie/Medien/Telekommunikation (TMT)
- Medien
Viele Branchenfonds legen international an, andere beschränken sich auf Regionen - beispielsweise europäische Umweltaktien. Die Beschränkung auf Regionen erhöht grundsätzlich das Risiko für den Anleger. Denn neben der Branchenentwicklung beeinflusst auch die Wirtschaftsdynamik einer Anlageregion die Performance - verschlechtert sich die Situation, kann der Fondsmanager mit seinem Portfolio nicht in andere Länder "flüchten".
So schoss etwa der Fonds Nordasia.com, der ausschließlich in asiatische Internet-Werte investiert, zum Start im Vorjahr binnen weniger Wochen um 30 Prozent nach oben - anschließend knickte die Performance ebenso drastisch ein. Der Fonds erwirtschaftete zwischenzeitlich ein Minus von fast 90 Prozent, schoss aber phasenweise auch - von dem nunmehr erheblich niedrigeren Niveau - um mehr als 50 Prozent in die Höhe.
Dach- und Hecken-Fonds
Dachfonds (fund of funds)
Fonds, die nicht in Aktien, sondern in verschiedene andere Fonds investieren. Dadurch soll das Investment-Risiko nochmals verringert werden: Theoretisch erzielt ein Dachfonds stabilere Renditen, weil er statt in schwankungsanfälligere Einzelaktien in weniger volatile Fondsanteile investiert.
Im Gegensatz zur Aktie birgt ein Fondsanteil aber grundsätzlich Verwaltungskosten. Dachfonds-Anleger bezahlen also zum einen Ausgabeaufschlag und Managementgebühr für das Dachfondsmanagement und zusätzlich einen Anteil der Gebühren in den so genannten Zielfonds, in den investiert wird. In der Praxis haben die seit 1998 in Deutschland zugelassenen Dachfonds keine stabilere oder bessere Wertentwicklung erreicht als der Durchschnitt der Branchen- oder Länderfonds, in die sie investieren.
Grundsatzentscheidung: Value versus Growth
Aus den USA stammt eine Unterscheidung, die sich auch in Europa durchsetzt. Zwei grundsätzliche Anlagestile werden unterschieden: Der Growth-Investor setzt auf wachstumsstarke Unternehmen, die über einen langen Zeitraum eine stetige Aufwärtsentwicklung gezeigt haben - und deren unaufhaltsamer Erfolg sich nach Einschätzung des Fondsmanagers auch in der Zukunft fortsetzt. Meist prägen hier Blue Chips das Portfolio.
Value-Investoren dagegen sammeln Aktien, die sie aktuell für unterbewertet halten. Sie stammen im Idealfall von substanzstarken Unternehmen, die durch einen einmaligen Vorfall oder eine Abkehr von einem Börsentrend einen ungerechtfertigt starken Kurseinbruch hinnehmen mussten. Wenn die subjektive Einschätzung stimmt, besitzen die Aktien Erholungspotenzial. Steigt der Kurs dann wieder auf das so genannte "faire Bewertungsniveau", wird mit Gewinn verkauft - und der Fondsmanager sucht nach dem nächsten unterbewerteten Titel mit solider Substanz.
Hedgefonds Nach dem Investmentmodernisierungsgesetz gehen Hedgefonds in Deutschland zum Jahresbeginn 2004 an den Start. Investiert wird vor allem in Derivate wie Optionsscheine, Optionen und Futures. Im Gegensatz zu klassischen Fonds darf das Management auf fallende Kurse wetten und kann so auch Gewinne erzielen, wenn es an den Börsen bergab geht. Durch den Einsatz von Derivativen haben die Hedgefonds aber auch eine ungleich höhere Chance-Risiko-Kennziffer -die sogenannte Sharpe-Ratio, entwickelt vom Nobelpreisträger William F. Sharpe.
Die Investmentgesellschaften solten anfangs nur Dach-Hedge-Fonds anbieten dürfen, im Spätherbst beschlossen, auch Investments in einzelne Hedgefonds direkt zuzulassen. Allerdings dürfen diese Fonds nicht öffentlich vertrieben oder beworben werden. Angeboten werden sie im Rahmen eines private Placements. Interessierte müssen also ausdrücklich nach Hedge-Fonds fragen, bevor ihnen ein Angebot gemacht wird.
http://www.manager-magazin.de/geld/geldanlage/0,2828,273661,00.html
Links:
- Fondsgesellschaften
- Alles was man über Hedgefonds wissen muss
- DER ARIVA-FONDS-TIP (von pm und jp)
- Fonds (Zusammenfassung Teil 1)
- Die besten Fonds (Januar 2003)
- www.ariva.de/fonds
- www.fondsweb.de
- www.investmentfonds.de


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