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Wer sind die bösen Buben der Börse?


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Wer sind die bösen Buben der Börse?

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05.10.02 19:45

HEDGEFONDS: Angriff der Finanzhaie


Sie attackieren Unternehmen, die in Schwierigkeiten stecken, sie wetten auf fallende Aktienkurse, und manche arbeiten mit üblen Tricks - Hedgefonds gelten als Feindbild vieler Manager und Aktionäre. Wer sind die bösen Buben der Börse wirklich?

Der Stadtteil Holborn im Zentrum Londons ist eine feine Adresse. In gepflegten alten Häusern residieren Anwälte und Vermögensverwalter. Keine Spur von den protzigen Glastürmen der benachbarten "City", des Londoner Finanzdistrikts. Wer in Holborn logiert, pflegt britisches Understatement.

So sehr bisweilen, dass Besucher Mühe haben, den Weg zu finden. Lediglich ein winziges Schild verrät den Sitz des Unternehmens Thames River Capital. Kaum vorstellbar, dass sich in diesem unscheinbaren Reihenhaus das Feindbild zahlreicher deutscher Manager und Aktionäre verbergen soll: ein Hedgefonds.

Thames-River-Chef Jonathan Hughes-Morgan weiß vom schlechten Ruf seiner Branche. Das Außenseiterimage scheint ihm zu gefallen. Lächelnd beschreibt der Fondsmanager, wie er am Frankfurter Aktienmarkt ein Vermögen gemacht hat.

Nicht etwa, als die Kurse stiegen. Thames River verdiente vor allem dann Geld, als die Notierungen längst fielen und die Kleinanleger in Scharen von der Börse flüchteten.

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Der Trick: Hughes-Morgans Truppe lieh sich Aktien der Deutschen Telekom  und des Finanzdienstleisters MLP , verkaufte die Papiere und sammelte sie nach dem Kurssturz deutlich billiger wieder ein. Dann gab Thames River die Aktien an die Verleiher - Großanleger wie Versicherungen und Investmentfonds - zurück. "Shorten", übersetzt "leer verkaufen", heißt diese Technik im Jargon der Hedgefonds.

Viele Aktionäre und Firmenchefs können sich über diese Form der Geldvermehrung überhaupt nicht freuen. Seit die Malaise an den Aktienmärkten kein Ende findet, mehren sich vor allem in Deutschland Klagen über die Hedgefonds-Branche.

Nahezu täglich melden Börsenhändler, Leerverkäufer hätten neuerliche Abwärtstrends ausgelöst. Unternehmenslenker wie MLP-Chef Bernhard Termühlen oder WCM-Vormann Roland Flach sehen in den Finanzalchimisten die Hauptschuldigen für den Wertverfall ihrer Aktien.

In konzertierten Aktionen, so die Kritiker, prügelten die Hedgefonds die Kurse in den Keller. Sie scheuten nicht einmal vor Falschmeldungen und Gerüchten zurück, um einen Absturz auszulösen und am Verlust anderer zu verdienen.

Interessenvertreter von Kleinaktionären warnen bereits, dem Finanzplatz Deutschland drohe Schaden, wenn sich nicht bald etwas ändere. Sie fordern, Leerverkäufe zu untersagen; zumindest aber müsse die Branche stärker beaufsichtigt werden. Schließlich fließe immer mehr Geld in die spekulativen Anlagen.

Sind Hedgefonds wirklich die Haie der Kapitalmärkte, deren üble Praktiken verboten gehören?

Treibjagd auf "das schwächste Tier"

Das Unbehagen vieler Vorstände ist nachvollziehbar. Hochriskante Anlagestrategien, keine Transparenz, Firmensitze an unregulierten Finanzplätzen wie den Cayman Islands: Die Zunft der Hedgefonds-Manager umgibt etwas Mysteriöses.

Was die Fonds genau machen, weiß kaum jemand - außer dass es mit der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs "Hedge", nämlich Absicherung, wenig zu tun hat. Stars der Branche wie George Soros verdienen dreistellige Millionenbeträge im Jahr; wer sein Geld bei ihnen investiert, muss für die Wertsteigerung ihrer Anlagen Gebühren ("performance fees") von bis zu 50 Prozent bezahlen.

Trotz der üppigen Tribute kann sich die Branche vor frischem Kapital kaum retten. Seit Anfang der 90er Jahre stieg das Volumen der investierten Gelder um sagenhafte 1500 Prozent auf heute weltweit knapp 600 Milliarden Euro.

Auch deutsche Großanleger interessieren sich brennend für die vermeintlich hochrentablen Anlagen. Die so genannten Alternative Assets, zu denen Hedgefonds zählen, hätten für sein Haus "Priorität", sagt Allianz-Vorstand Joachim Faber.

Kein Wunder: Ziel aller Hedgefonds ist es, eine "absolute" Rendite zu erreichen, die unabhängig vom Börsenumfeld stets positiv ist - und zugleich deutlich höher als die sichere Verzinsung am Geldmarkt.

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Um dieses Ziel zu erreichen, ist den Fonds nahezu jedes Mittel recht: Sie wetten auf fallende Kurse, nehmen Kredite auf, um ihren Ertrag zu vervielfachen, und kombinieren alle möglichen Anlagen miteinander.

Der waghalsige Investmentstil bringt der Branche wenig Sympathien ein. Selbst in den USA, der Heimat der meisten Hedgefonds, werden die Spekulanten heftig kritisiert. Die Branche agiere "wie ein Löwe, der sich das schwächste Tier aussucht", klagt Bill Gross, Manager der amerikanischen Allianz-Tochter Pimco.

Gezielt, so der Vermögensverwalter, gingen die Hedgefonds auf Unternehmen los, die in Schwierigkeiten steckten, und trieben deren Aktienkurse nach unten. Mit der Folge, dass sich die Überlebenschancen der angegriffenen Firmen weiter verschlechterten.

Im schweizerischen Örtchen Pfäffikon, idyllisch am Zürichsee gelegen, sitzt der weltweit größte Vertreter der angefeindeten Spezies. Die an der Londoner Börse notierte Man Group  verwaltet rund 21 Milliarden Euro.

Rolf Benz, zuständig für das Deutschland-Geschäft von Man Investment Products, gehen die Vorwürfe auf die Nerven. Die Unternehmen wollten halt "ihre Pfründen verteidigen", giftet der Schweizer zurück. Schließlich hätten die Firmen ebenso wie die Banken ein Rechtfertigungsproblem. "Wer den Anlegern jahrelang gesagt hat, es gehe weiter aufwärts, ist jetzt für jeden Sündenbock dankbar, dem er die Schuld an der Kursschwäche zuschieben kann", sagt Benz. Dass Hedgefonds die Börsenbaisse ausgelöst hätten, hält er, wie anders kaum zu erwarten, für abwegig.

Längst nicht jeder in der Branche bediene sich der Leerverkäufe. "Und selbst die sind Konkurrenten", sagt Benz. Deshalb seien konzertierte Aktionen, um einzelne Aktien niederzuknüppeln, unwahrscheinlich.

Die Sache mit dem Börsenmonster

Tatsächlich verfolgen die weltweit mehr als 6000 Hedgefonds alle möglichen Anlagekonzepte. Manche versuchen, aus Änderungen in der Bewertung von Zinspapieren oder Währungen Kapital zu schlagen. Andere setzen nur auf Aktien von Firmen, die in Fusionsverhandlungen stecken.

Beliebteste Spielwiese sind aber die so genannten Long/short-Strategien. Branchenschätzungen zufolge verfolgt rund die Hälfte aller Fonds diese Strategie. Einen Großteil ihrer Gelder legen diese Fondsmanager wie "gewöhnliche" Investoren an: Sie kaufen Aktien aussichtsreicher Firmen ("Long"-Position). Zugleich setzen sie jedoch auf Leerverkäufe von Unternehmen, die sie für Absturzkandidaten halten ("Short"-Position).

Aktien für die Leerverkäufe zu besorgen ist kein Problem. Angeführt von US-Investmentbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs organisieren große Finanzinstitute das profitable Geschäft mit der Wertpapierleihe. Ihre Aktien erhalten sie von Fondsgesellschaften und Versicherungen, die das Hedgefonds-Geschäft ansonsten gern kritisieren. Diese verleihen die Papiere gegen eine Gebühr ­ trotz der Gefahr, den Wert des eigenen Aktienbestands zu mindern.

"Wir profitieren doch nur davon, dass die Aktien vorher hoffnungslos überbewertet waren", sagt Thames-River-Chef Jonathan Hughes-Morgan. Hedgefonds taugten nicht als Börsenmonster, wehrt sich die Zunft, allein schon wegen ihres vergleichsweise geringen Anlagevolumens. Immerhin entsprächen die 600 Milliarden Euro nur etwa 2 Prozent der weltweit in Aktien angelegten Gelder. In diesem Punkt gibt sogar die britische Börsenaufsicht FSA den Hedgefonds Recht. Seine Behörde habe keinen Zusammenhang zwischen den Leerverkäufen und der Börsenkrise feststellen können, verkündete FSA-Chef Howard Davies Ende Juli.

Dennoch gelingt es den Spekulanten immer wieder, einzelne Aktienkurse zu torpedieren. Und mitunter operieren sie dabei mit seltsamen Methoden.

So veröffentlichte das bisher nahezu unbekannte Züricher Analysehaus UZF im Juni dieses Jahres eine Studie, in der die Schweizer dem Beteiligungshaus WCM  zweifelhafte Bilanzpraktiken unterstellten (siehe: "Gezielte Manipulation?").

UZF-Urteil: "strong sell", unbedingt verkaufen. Die Vorwürfe waren zum Großteil aus der Luft gegriffen. Doch sie wirkten, die WCM-Aktie stürzte inmitten der Börsenpanik um 30 Prozent ab. Zwei Wochen später empfahl UZF nach Gesprächen mit WCM, die Aktie zu "akkumulieren".

Firmenchef Flach, der hinter der Studie Manipulationen im Auftrag von Hedgefonds vermutet, war gegen diese Attacke chancenlos. Ebenso erging es MLP-Vormann Termühlen, der einen britischen Fonds als Urheber böser Gerüchte über den Finanzdienstleister ausgemacht hat.

Im Fall von MLP wirkt der Kursverfall unmittelbar geschäftsschädigend (siehe: "Die Angriffe haben uns getroffen"). Anleger zögern womöglich, bei dem Unternehmen eine Lebensversicherung abzuschließen, weil sie über die Bonität des Unternehmens verunsichert sind. So wird aus einem inszenierten Kursverfall unter Umständen eine echte Unternehmenskrise.

"Der nächste Unfall ist programmiert"

Wenn Hedgefonds es schaffen, einzelne Unternehmen zu beschädigen, ist das schon schlimm genug. Die größere Gefahr liegt allerdings in der grenzenlosen Gier der Branche. Immerhin arbeiten die meisten Hedgefonds mit Kreditmitteln, um die Gewinne aus ihren Spekulationsgeschäften zu vervielfachen.

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Branchenkenner wie der Schweizer Fondsmanager Felix Zulauf sehen in diesem "leverage" (Hebel) das gravierendste Risiko. "Der nächste Unfall ist programmiert", warnt Zulauf in Anspielung auf die Beinahe-Pleite des Hedgefonds LTCM im September 1998.

Entwickeln sich nämlich die Kapitalmärkte anders als von den Hedgefonds erwartet, kann der massive Einsatz von Fremdmitteln schnell dazu führen, dass die Spekulanten ihre Verpflichtungen gegenüber Handelspartnern nicht erfüllen können. LTCM konnte nur durch eine von der US-Notenbank koordinierte Rettungsaktion vor dem Kollaps bewahrt werden.

Dass ein derartiger Komplettausfall eines größeren Hedgefonds das internationale Finanzsystem in eine Schieflage bringen könnte, gilt Experten als die eigentliche Bedrohung. Zumal der rasante Zuwachs an Anlegergeldern viele Neulinge angelockt hat; Fondsmanager, die auch nach Ansicht von Allianz-Vorstand Faber "zu unerfahren" sind.

Selbst die der Branche ansonsten wohl gesinnte britische Börsenaufsicht fordert mittlerweile mehr "Informationen", etwa über das Volumen der Leerverkäufe; bis Oktober wollen die Aufseher einen Entwurf für mehr Transparenz vorlegen.

Ob derartige Initiativen Abhilfe schaffen, bleibt indes fraglich. Die Branche kann notfalls auf weniger regulierte Märkte ausweichen.

Besserung verspricht eher eine andere Entwicklung. Vor Jahren waren es hauptsächlich reiche Privatleute, die ihr Vermögen in Hedgefonds steckten. Heute investieren zunehmend institutionelle Anleger wie Pensionskassen, Banken und Versicherungen in "alternative Anlagen". "Diese Investoren schauen genauer hin, wenn es um die Auswahl der Hedgefonds geht", beobachtet Michael Busack, Herausgeber des Branchendienstes "Absolut Report".

So genannte Fund of Funds, vergleichbar in etwa den deutschen Dachfonds, analysieren bis ins Detail Know-how und Risikobereitschaft der Hedgefonds-Firmen, bevor sie investieren. Durch die Kombination unterschiedlicher Strategien versuchen sie zudem, die Gefahr von Totalausfällen zu verringern.

Das Bemühen, die Wilden in der Zunft zu bändigen, hat allerdings einen unerfreulichen Effekt. Der Anspruch der Branche, hohe "absolute" Renditen unabhängig von der Börsenlage zu erzielen, bleibt zunehmend ein leeres Versprechen.

Vergangenes Jahr erzielten die Hedgefonds im Schnitt eine Rendite von etwas über 4 Prozent - kaum mehr als ein Bundesschatzbrief. Die "Long/short"-Fonds verloren sogar gut 3 Prozent an Wert.

Magere Ergebnisse, die zeigen: Auch Hedgefonds unterliegen den Zwängen des Börsengeschehens. Zum Magier taugen die Glücksritter offenkundig ebenso wenig wie zum Feindbild aller.


Die Strategien der Hedgefonds-Manager


Equity long/short: Etwa jeder zweite der weltweit 6000 Hedgefonds setzt auf diese Strategie. Die Fondsmanager kaufen Aktien aussichtsreicher Firmen ("long"-Position) und verkaufen zugleich Papiere von Unternehmen, die sie für überteuert halten ("short"). Die Aktien für die Verkäufe leihen sich die Fonds von anderen Großanlegern wie Versicherungen und Pensionsfonds aus.

Event-driven: Im Mittelpunkt dieser Taktik stehen spezielle Ereignisse wie Firmenfusionen, Restrukturierungen oder Insolvenzen. Die Hedgefonds profitieren von den Börsenturbulenzen während dieser Ausnahmesituationen, zum Beispiel vom Kursanstieg der Aktien eines Unternehmens, das übernommen werden soll.

Global macro: Diese Methode versucht, mit der Unterstützung von Computerprogrammen globale Trends auf den Aktien- , Anleihen-, Währungs- und Warenmärkten zu erkennen. Global-macro-Fonds arbeiten häufig mit massivem Einsatz von Kreditmitteln, um ihre Erträge zu vervielfachen ("leverage", Hebel).

Relative Value: Kursabweichungen zwischen verschiedenen Wertpapiergattungen auszunutzen ist das Ziel dieser Strategie. Der Fondsmanager verkauft beispielsweise überbewertete Aktien eines Unternehmens und kauft gleichzeitig günstiger bewertete Anleihen derselben Firma.

Fund of Funds: Dachfonds, die gleichzeitig in mehrere Hedgefonds investieren. Ziel ist es, die Risiken möglichst klein zu halten. Deshalb werden mindestens 20 Fonds kombiniert, die unterschiedliche Taktiken verfolgen. Auf diese Weise soll auch die Gefahr eines Totalausfalls verringert werden.


Weitere Links:

-> Leerverkäufe: Die Macht der Shorties

-> Short Seller: Der böse Wolf und der Herdentrieb

Gruß    
Happy End  Wer sind die bösen Buben der Börse? 807189
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db24.de:

Die schreiben von SI ??? o.T.

 
05.10.02 20:05
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Happy End:

Das wäre zu viel der Ehre *g*

 
06.10.02 02:25
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Happy End:

Hedgefonds: Geld aus dem Nichts

 
07.10.02 08:32
Quelle: Manager Magazin 2/2001  

Innenansichten einer Boombranche ohne Regeln.

Willkommen in der verdrehten Welt der Hedgefonds! Sie geben sich Namen wie Quadriga oder Hasenbichler und sind die ehrgeizige Sonderliga am internationalen Finanzmarkt. Schätzungsweise 8000 von ihnen verwalten in aller Welt 500 Milliarden Dollar, bei Mindestanlagen ab einer Million Dollar pro Person. Sie locken ihre Kundschaft mit streng gehüteten Patentformeln, unterhalten Firmensitze in fernen Paradiesen wie den Cayman Islands und wollen als rein private Einrichtungen von Aufsichtsbehörden nichts wissen. Jahrelang galten sie als die exotische Anlageform überhaupt - höchstens geeignet für risikofreudige Multimillionäre.

Etwas Merkwürdiges ist passiert. Ausgerechnet in diesen unsicheren Zeiten, mitten in einem Jahr voll Krieg und Terror, gelten die riskanten Hedgefonds plötzlich als heißer Tipp gegen die Aktienflaute. Die Branche verzeichnet solide Zuwächse, das nlagevolumen in Hedgefonds wächst jährlich um etwa 20 Prozent. Die Leute reden über Hedgefonds - und plötzlich will jeder einen haben.

Ungefähr weiss man natürlich, was Hedgefonds hinter ihren verschlossenen Türen treiben: Sie schließen Wetten ab. Herkömmliche Aktienfonds müssen das Investmentfondsgesetz beachten, aber Hedgefonds können in den kompletten Werkzeugkasten der modernen Finanzmärkte greifen. Noch nie war die Auswahl so groß: Derivate aller Art oder die beliebten "Leerverkäufe", bei denen Geld aus nichts entsteht. Wenn ein Hedgefonds-Händler zum Beispiel fallende Daimler-Chrysler-Kurse erwartet, kann er sich die Aktie einfach bei einem Wertpapierhaus ausleihen. Er verkauft sie, kauft sie später billiger wieder zurück und schickt sie mit Dank zurück an das Wertpapierhaus. Wie gemacht für Rezessions- und Terrorzeiten.

Ein solches System erlaubt präzises Spekulieren mit hohen Trefferquoten - im Prinzip. Doch es hat einen Haken: Die kleinen Arbitrage-Spekulationen mit Daimler-Aktien machen den Hedgefonds-Manager allein noch nicht reich. Also setzt er üblicherweise auch noch das Geld anderer Leute auf seine Wetten: Hedgefonds nehmen nicht selten gewaltige Kredite auf und investieren in Einzelfällen das 40fache ihres Anlagekapitals. Klar, dass das bei Erfolgen saftige Erträge bringt - und dass es bei einer Fehlspekulation steil bergab geht. Etliche große Hedgefonds sind inzwischen sang- und klanglos untergegangen (Anmerkung nost: auch ganz normale Aktiengesellschaften gehen Pleite und das Geld ist futsch – also nicht nur  Hedgefonds) , zum Beginn dieses Jahres (2001) gab es erneut eine Welle von Schließungen. Und als sich 1998 der sagenumwobene Hedgefonds LTCM (Anlageberater: zwei Nobelpreisträger) kräftig verspekulierte, musste ihm die Federal Reserve Bank einen Notfallkredit von 3,6 Milliarden Dollar besorgen. LTCM hatte weltweit so viel Geld in Bewegung gebracht, dass die Zentralbankiers einen Zusammenbruch des ganzen Weltfinanzsystems befürchteten (der LTCM-Exchef hat übrigens inzwischen wieder einen neuen Fonds aufgelegt).

Alle möglichen Anlagefirmen nennen sich heutzutage Hedgefonds, und sie wetten auf alle möglichen Dinge – Arbitrage zwischen Zinssätzen in aller Welt, feine Unterschiede in Aktien- oder Anleihenbewertungen, das Schwanken von Währungskursen, Unternehmen im Übernahmekampf, Rohstoffe und so weiter. Die einen beziehen ihre heißen Tipps aus hoch wissenschaftlicher Forschung, andere setzen auf die Intuition ihrer Händler; die einen sichern ihre Geschäfte ab und die anderen nicht.

Hedgefonds machen den Einstieg inzwischen selber leichter. Statt Mindestanlagen in Millionenhöhe kann man heute bei manchen Hedgefonds Anteile ab ca. 1.817 Euro kaufen (Quadriga).

Vor- und Nachteile des Hedgefonds

Anlagepolitik
Ziel ist es, von Aufwärts- wie von Abwärtsbewegungen und Fehlbewertungen an Waren- und Finanzmärkten zu profitieren.

Flexibilität
++
Das Fondsmanagement kann mit jeder Art von Finanzgeschäft auf Änderungen an den Märkten reagieren.

Transparenz
--
in der Regel wissen nur die Manager selbst, wie der Fonds das Geld der Anleger investiert.

Chancen
+
Stärkere Wertzuwächse als mit Aktien möglich.

Risiken
+/-
Je nach Fondsstrategie fast risikolos bis hoch spekulativ mit großem Verlustpotenzial.

F a z i t

Die hohen Renditen von Hedgefonds dürfen nicht die
Sicht auf die Risiken dieser Anlagen verstellen.
Schlimmstenfalls droht auch hier der Totalverlust des
eingesetzten Kapitals. Damit Privatanlegern kein solcher
Schaden entsteht, sollte man streuen und nur
einen geringen Prozentsatz des Vermögens investieren.

Wer sind die bösen Buben der Börse? 807783
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Happy End:

SEC hat Hedge Fondsmanager im Visier

 
22.10.02 14:11
Die Wertpapieraufsicht in den USA, die Securities and Exchange Commission untersucht, ob Hedge Fondsmanager den Wert ihrer Portfolios aufgebläht haben, um höhere Kompensationen einstreichen zu können.

Im Visier steht ein neues Produkt namens "fund of funds", berichtet Paul Roye, einer der Direktoren der SEC. Über 20 Banken, darunter auch die Deutsche Bank AG, Montgomery Asset Management LLC und OppenheimerFunds locken Anleger in diese Fondskategorie, eine Art Hedge-Dachfonds. Viele Hedge Fonds zahlen ihren Fondsmanagern Performance-Gebühren von 20 Prozent des Gewinns, berichtet Tremont Advisers Inc.

Vergütung orientiert sich am Wert des Portfolios

Der SEC-Vorsitzende Harvey Pitt macht sich Sorgen, dass wegen der geringeren Regulierung der Hedge Fonds die Gefahr von Missbrauch größer ist. "Es ist die Pflicht des Aufsichtsrates der Fonds, nicht blind den Wert zu glauben, den die Portfoliomanager für die Hedge Fonds-Aktien angeben," sagte Roye gegenüber Reportern. "Bei einigen Fondsmanagern gibt es Interessenkonflikte, weil sich ihre Vergütung nach dem Wert ihrer Portefeuilles richtet."

Die SEC startete eine größere Überprüfung der 500 Milliarden Dollar schweren Hedge Fonds-Branche nach den Bilanzierungsskandalen bei Enron Corp. und WorldCom Inc. sowie nach einigen Verstößen bei Hedge Fonds. Diese Untersuchung könnte zu strengeren Kontrollen für die Fonds führen.

Geringere Transparenz

Die neuen Fonds versuchen mehr Kunden anzusprechen und haben die anfängliche Anlagesumme von einer Million Dollar, wie sie traditionelle Hedge Fonds verlangen, auf etwa 50.000 Dollar gesenkt. Die SEC macht sich Sorgen, dass die Unternehmen, die diese Hedge-Dachfonds verwalten, sich zu sehr auf die Darstellung der einzelnen Fonds ihrer Fondsmanager konzentrieren, sagt Roye.

Hedge Fonds werden nicht an der Börse notiert und haben keinen Börsenkurs. Fondsgesellschaften die "fund of hedge funds" verwalten, müssen den Nettowert ihrer Anlagen an die Aufsichtsbehörde melden. Für die Hedge Fonds selbst gilt dies nicht.

Viele Hedge Fonds vor dem Aus

Laut Roye haben die Investoren das Nachsehen, wenn die Fonds über- oder unterbewertet sind. Wenn Investoren Geld aus einem Hedge Fonds abziehen, verwässern sie damit den Wert der Anteile der anderen Anleger, wenn ihr Anteil überwertet ist. Wenn er unterbewertet ist, verlieren sie Geld.

Für über 100 Hedge Fonds kam das Aus dieses Jahr. Weitere 1.000 werden im nächsten Jahr schließen, wenn Anleger bei einem weiteren Rückgang der Börsen Geld aus Fonds mit Verlusten abziehen, schätzt Tremont Advisers.
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FranzS:

I want to be a bad guy or gay too, so what!!! o.T.

 
22.10.02 14:45
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Warum laufen Hedge-Fonds-Zertifikate nicht?

 
16.11.02 15:10
„Wohin mit dem Geld?“, fragen sich leidgeprüfte Anleger angesichts katastrophaler Aktienmärkte und schmaler Anleihezinsen nicht erst seit gestern. Schon wenige Monate nach Beginn der Baisse präsentierten die ersten Produktdesigner einiger großer Finanzinstitute neben Garantiefonds mit „Hedge-Fonds-Zertifikaten“ eine einleuchtende Antwort.

Zunächst lagen Hedge Fonds, die auch bei fallenden Kursen Gewinne einfahren können, indem sie etwa Aktien leer verkaufen, als Gewähr für ordentliche Renditen auch in unsicheren Zeiten nahe. Blieb noch das allbekannte Problem der Intransparenz dieser Fonds und ihr Ruf, hochspekulativ zu sein. Eine weitere meist unüberwindliche Hürde für Privatanleger waren die hohen Mindesteinlagen, die in der Regel im sechsstelligen Eurobereich liegen, sowie die ungünstige steuerliche Behandlung der Erträge aus den nicht in Deutschland zugelassenen Hedge Fonds.

Was lag näher, als die Auswahl dieser Fonds Profis zu überlassen und auf die darauf ausgelegten Hedge-Fonds-Zertifikate zu setzen, die zudem in deutlich geringerer Stückelung erhältlich sind? Folgerichtig wurden diese neuen Produkte als die beste Antwort auf den Bärenmarkt angepriesen.

Verblasste Versprechen

Der Realität hielten die Versprechungen allerdings bisher keineswegs Stand: Allein das „Comas-II“-Zertifikat der Commerzbank (Wertpapier-Kennnummer 585 779), das vor einem Jahr aufgelegt wurde, beschert Anlegern bislang unter Berücksichtigung der Kosten einen akzeptablen Zuwachs von rund vier Prozent. Die anderen rund zehn börsengehandelten Produkte dümpeln sämtlich in negativem Terrain. Zwar schnitten die großen Aktienindizes deutlich schlechter ab, doch „die Kunst, von der Baisse zu profitieren“, sieht anders aus.

So hat beispielsweise das Mitte 2001 aufgelegte Zertifikat der HypoVereinsbank (WKN 593 244) mit einem Kursverlust von rund fünf Prozent nicht gehalten, was die Werbung versprach. Mit am meisten enttäuscht hat ausgerechnet das Pionierprodukt, das schon im September 2000 aufgelegte Xavex Hedge Select-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN 842 664). Mit einem Minus von rund acht Prozent hat es die ursprüngliche Zielrendite von zehn bis 15 Prozent bislang klar verfehlt.

Hohe Produktkosten

Woran liegt das? Zum einen haben es innovative Produkte meist an sich, auch mit innovativ hohen Kosten gespickt zu sein, die erst wieder reingeholt werden müssen und daher besonders die kurzfristige Performance verhageln. Dabei machen die unterschiedlichen Preismodelle solche Vergleiche schwierig. Allein die Ausgabeaufschläge rangieren von zwei bis 7,50 Prozent, zudem liegen die jährlichen Managementgebühren zwischen 1,5 und 4,5 Prozent. Einige Produkte kappen zudem ihre Rendite durch Gewinnbeteiligungen von rund zehn Prozent.

Mangelnde Erfahrung

Das hervorragende Abschneiden einzelner Hedge Fonds legt aber auch nahe, dass die Zertifikat-Manager mit der Auswahl ihrer Portfolios bisher kein glückliches Händchen bewiesen. Offensichtlich erfordert der schwer durchschaubare Wust des Hedge-Fonds-Universums und die Vielzahl unterschiedlicher Strategien eine Menge an Markteinblick und Erfahrung.

Nachdem nun die erste Euphorie verflogen ist - immerhin sammelte der Xavex Hedge Select anfänglich 1,8 Milliarden Euro an Kundengeldern ein - droht auch die Bewegungsfähigkeit der Zertifikat-Manager zu leiden, wenn enttäuschte Anleger zunehmend Mittel aus den teuren Produkten abziehen.

Bleibt die Erkenntnis, dass die perfekte Antwort auf den Bärenmarkt weiter auf sich warten lässt. Um mit Hedge-Fonds-Zertifikaten in Baissezeiten Geld zu verdienen, muss man zudem offensichtlich viel Geduld mitbringen. Vielleicht hat bis dahin aber der Markt wieder gedreht, und das eigentliche Argument für diese Anlage ist weggefallen...

www.stock-world.de/msg/545043.html
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Happy End:

Hedge-Fonds geht das Geld aus

 
20.11.02 13:10
Schwache Performancewerte und launische Anleger haben eine zunehmende Zahl von Hedge-Fonds zur Aufgabe getrieben.

vwd NEW YORK. Nach einer am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Aufstellung von Credit Suisse First Boston Tremont Index LLC wurden in diesem Jahr bereits 223 der 1 757 in der so genannten TASS-Datenbank geführten Hedge-Fonds geschlossen. Daraus errechne sich eine Schließungsquote von 12,7 Prozent verglichen mit 4,8 Prozent im Vorjahr und 1,6 Prozent im Jahr 2000. CSFB/Tremont ist ein Joint Venture zwischen Credit Suisse First Boston und Tremont Advisers, die die Datenbank TASS betreiben.

Nach dem Boom der vergangenen Jahre, als viele Fondsmanager neue Hedge-Fonds auflegten, sei nun Ernüchterung eingetreten. Schwache Renditen machten es den Managern zunehmend schwieriger, neue Gelder einzusammeln. Nach Meinung von CSFB/Tremont-President Oliver Schupp wird die Schließungsrate noch steigen, insbesondere bei kleinen Fonds, da diese ihre Kosten nicht alleine durch die Verwaltungsgebühren von p.a. ein bis zwei Prozent der Anlagegelder decken könnten. Ein Großteil des Verdienstes stamme aus der Performance-Beteiligung von 15 bis 20 Prozent. Blieben Kursgewinne aus, werde es naturgemäß eng für die Fonds.

Selbst größere Fonds, die üblicherweise mit den Verwaltungsgebühren alleine gut wirtschaften könnten, hätten jetzt zu kämpfen und erwögen wegen der heftigen Verluste im Jahresverlauf eine Schließung. Denn die meisten Hedge-Fonds seien verpflichtet, das verlorene Geld zurückzugewinnen, bevor sie wieder Performancegebühren erhöben. Laut Schupp verlieren 80 Prozent der in der Datenbank registrierten Fonds derzeit Geld. Branchenweit erwartet er für dieses Jahr die Schließung von 700 bis 800 Hedge-Fonds.
Antworten
Mützenmacher:

Naja, jetzt weiß man warum Quadriga so viel

 
20.11.02 13:15
Werbung macht. Wolln wieder Dumme finden
Antworten
gut-buy:

Die Kernfrage bleibt :

 
20.11.02 13:29
Warum leihen Versicherungen und Fonds  Aktien aus,
die sie für einen Bruchteil des ursprünglichen Wertes zurückbekommen.

Ohne gute Schmierung kann ich mir das nicht vorstellen.

STAATSANWÄLTE  sollten hier  mal nachsehen.
Antworten
Sitting Bull:

Ein wunderbares Beispiel, was

 
20.11.02 13:38
normale Fondsmanager und Versicherungen mit ihnen anvertrauten Geldern machen. Sie verwalten schlampig und fahrlässig. Das ist die Quittung.
Antworten
Happy End:

Hedgefonds sind kein Basisinvestment

 
23.12.02 23:38
Hedge- und Markttiming Fonds sind in. Sie behaupten, dass man in jeder Marktphase Geld verdienen kann. Anleger täten gut daran, den Sirenengesängen zu widerstehen. Fonds wie etwa Timing Global Plus oder die BG-Dachfonds sind in aller Munde. Sie erregten mit positiven Renditen mitten in der Baisse Aufmerksamkeit. Dies gelang durch Leerverkäufe bzw. Markttiming. Anhand von bestimmten Kauf- und Verkaufssignalen steigt das Fondsmanagement in den Markt ein oder zieht sich zurück.

Den Marketingbroschüren dieser Fonds zufolge ist dieser momentane Erfolg wiederholbar. Ernsthafte Zweifel sind jedoch angebracht. Ein Basisinvestment für Privatanleger sind diese Produkte auf keinen Fall.

Im Folgenden finden Sie Auszüge einer Analyse des Chefanalysten von Morningstar USA, Pat Dorsey vom März dieses Jahres. `Ich werde niemals verstehen, warum manche Leute die Geldanlage stets komplizierter machen wollen als sie ist. Am meisten regt es mich auf, wenn ständig behauptet wird, Markttiming wäre auf Dauer mit Erfolg möglich. Dies ist eines der größten Märchen in der Investment-Welt. Es gibt keine Strategie, die Ihnen zuverlässig und auf Dauer sagen kann, wann sie investiert sein sollten und wann nicht. Keine einzige. Wer Ihnen etwas anderes weismachen will, hat höchstwahrscheinlich ein geschäftliches Interesse daran.

Sie glauben mir nicht? Vielleicht glauben Sie Vanguard-Chef Jack Bogle (Vanguard ist die größte Fondsgesellschaft der Welt), einem Mann mit fast 50 Jahren Erfahrung in diesem Geschäft: `Ich kenne niemanden dem es erfolgreich und dauerhaft gelungen ist.´

Außerdem: Falls die angepriesenen Systeme so unglaublich gut sind, warum bieten deren Erfinder sie jedem an? Wenn jemand wirklich einen bombensicheren Königsweg des Markttiming entdeckt hätte, würde er dann nicht logischerweise erstens das Geheimnis für sich behalten, damit nicht jede entdeckte Ineffizienz des Markts sofort ausgeglichen wird, und zweitens sein eigenes Vermögen mit maximaler Hebelwirkung bei jeder Marktbewegung einsetzen, um sich recht bald in einen luxuriösen Ruhestand in der Südsee zu verabschieden?

Studie spricht eine klare Sprache

Immer noch nicht überzeugt? Dann sehen Sie sich die Ergebnisse einer Studie des Financial Analyst´s Journal vom Februar 2001 an. Dort verglich man die Resultate von Kaufen-und-Halten-Strategien mit jenen zahlreicher Markttiming-Methoden, für den Zeitraum von 1926 bis 1999.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, hier die Methodik: Die Autoren verfolgten alle möglichen Timing-Strategien, mit unterschiedlichen Umschlagsfrequenzen. Sie nahmen an, dass ein Anleger in jedem Monat entweder in US-Bundesanleihen oder amerikanischen Aktien investiert sein konnte.

Dann errechneten sie die Renditen aller möglichen Switch-Kombinationen (für Mathefreaks: es sind 2 Fakultät 12 mögliche Kombinationen in zwölf Monaten, also 4096). Dann verglichen sie die Ergebnisse mit jenen einer einfachen Haltestrategie, und errechneten welcher Prozentsatz der Timing-Methoden besser abgeschnitten hätte.

Das Ergebnis: Ein Drittel der Timing-Strategien hätte besser als Buy-and-Hold performt. Bei einer vierteljährlichen Frequenz sah es noch schlechter für die Timer aus: Nur ein Viertel war besser, bei einem Jahr gar nur ein Fünftel.

Fazit

Wir investieren heute um ein finanzielles Ziel in der Zukunft zu erreichen. Mit intelligenter Streuung, realistischen Renditeerwartungen und vorsichtigen Spar- und Ausgabegewohnheiten kann jedermann mit hoher Wahrscheinlichkeit die meisten vernünftigen finanziellen Ziele erreichen. Vielleicht sind diese Ziele nicht so glorreich wie Sie es gerne hätten, aber zumindest können Sie mit relativer Gewissheit Ihre finanzielle Situation in zehn oder 20 Jahren einschätzen. Wenn Sie aber versuchen, den Markt zu timen, zocken Sie mit Ihrer finanziellen Zukunft bei sehr schlechten Quoten.´

Soweit der Kollege aus den USA. Man muss fairerweise sagen, dass das Verlustrisiko der reinen Markttimerfonds ohne Derivate wie der BG-Fonds geringer ist als jenes von Hedgefonds mit Leerverkäufen wie Timing Global Plus. Dennoch gilt die Kernaussage von Dorsey, die er in Hinblick auf US-Aktien getroffen hat, auch für Investmentfonds hierzulande und anderswo: Markttiming funktioniert auf Dauer nicht. Zwar können diese Fonds in der Baisse zeitweise glänzen, aber auf Dauer funktioniert Markttiming nicht. Pat Dorsey nennt es `Bunk´, was soviel wie Kokolores heißt, aber da sind wir Europäer dann doch etwas zurückhaltender. Oder?

Quelle: Morningstar Deutschland  
Antworten
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Die Macht der Shorties

 
31.01.03 07:59
www.manager-magazin.de/juliusbaer/0,2828,197062,00.html  
Antworten
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Eichel holt die "bösen Buben" an den Tisch

 
05.03.03 08:40
Die Methoden von Hedgefonds sind umstritten. Nicht nur MLP bekommt ihr Treiben schmerzlich zu spüren. Doch angesichts fallender Kurse sind sie am Kapitalmarkt immer stärker gefragt. Finanzminister Eichel will sie jetzt unter Auflagen zulassen.

Berlin - Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) will mit einem neuen Investmentgesetz den Vertrieb von Hedgefonds und anderen alternativen Investments an private Anleger in Deutschland erleichtern. Zugleich plant Eichel nach dem Reuters in Auszügen vorliegenden Finanzmarktförderungsplan 2002-2006 eine neue Aufsicht für Allfinanzkonzerne mit Anteilen an Banken und Versicherern sowie für Finanzholdings.

Anbieter von Einzelfonds müssen Umweg gehen

Die Auflage und der Vertrieb von Hedge-Fonds und anderen alternativen Investments soll in Deutschland ab dem 1. Januar 2004 unter strengen Auflagen erlaubt werden. Zum besseren Risikoschutz der Anleger sollen demnach nur Dachfonds zugelassen werden, die ihrerseits in mehrere andere Hedgefonds investieren. Die Anbieter von Einzelfonds müssten dagegen wie bisher den Umweg über Zertifikate oder Genussscheine gehen.

Eichel hatte sich in der Vergangenheit skeptisch über Hedgefonds geäußert und mehr Kontrolle für die oft hoch spekulativen Anlagenformen gefordert. Derartige Anlagen erfreuen sich jedoch seit Jahren angesichts fallender Börsenkurse zunehmender Beliebtheit. Sie treten in zahlreichen Varianten auf.

Eine häufige Anlageform ist die Long/Short-Equity-Strategie. Sie basiert auf dem Kauf und Verkauf von Aktien. Der Fonds versucht einerseits, unterbewertete Aktien zu kaufen und auf einen Kursanstieg zu spekulieren. Das entstehende Risiko sichert er gleichzeitig mit einem Leerverkauf von Aktien ab. Dabei leiht er sich Aktien und verkauft sie weiter. Fallen die Kursen dann, kann er sie billiger wieder am Markt ankaufen.

2002 wurden durch Manager in Großbritannien rund 394 Hedgefonds verwaltet. In Frankreich waren es 39, in der Schweiz 36.

Eichel will Details am Donnerstag vorlegen

Eichel will Details seiner Pläne am Donnerstag in Frankfurt vorstellen. In den Reuters vorliegenden Auszügen heißt es, die neue Aufsicht für Finanzgruppen mit Banken- und Versicherungsbeteiligungen wie beim Allianz -Konzern sei "wesentlicher Inhalt" der bis spätestens 2004 vorgesehenen Umsetzung der EU-Richtlinie für Finanzkonglomerate.

Zur Förderung des Finanzplatzes Deutschland ist zudem vorgesehen, den EU-Pass "auch für solche Investmentfonds einzuführen, deren Vermögen in Geldmarktpapieren, Bankeinlagen, Anteilen anderer Investmentfonds und/oder Derivaten angelegt werden darf". Anders als bisher dürften damit entsprechende Fonds bereits dann in Deutschland vertrieben werden, wenn sie in einem anderen EU-Land zugelassen worden sind.

Vorstände sollen künftig persönlich haften

Wer sind die bösen Buben der Börse? 960518

Daneben sind die bereits in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Justizministerium präsentierten Maßnahmen zum Anlegerschutz Teil des Plans. Danach sollen unter anderem Vorstände und Aufsichtsräte persönlich von Anlegern auf Schadensersatz verklagt werden können, wenn sie den Kapitalmarkt vorsätzlich oder grobfahrlässig falsch informieren. Der Finanzmarktförderungsplan dehnt diese Haftung ausdrücklich auf "irreführende Aussagen in Reden oder Interviews" aus.

In Kreisen des Ministeriums hieß es, dieser Passus des Plans werde intern "Lex Breuer" genannt. Das Landgericht München hatte im Februar geurteilt, dass die Deutsche Bank und ihr früherer Vorstandschef Rolf-E. Breuer zu Schadenersatz verpflichtet seien, weil Breuer in einem TV-Interview Zweifel an der Kreditwürdigkeit des Medienunternehmers Leo Kirch geäußert hatte. Die Bank will gegen das Urteil juristisch vorgehen.

Auch die bereits vom Kabinett verabschiedete Gewerbesteuerfreiheit für Anbieter von Verbriefungen gehört zum Finanzmarktförderungsplan. Damit soll es Banken erleichtert werden, Forderungen und Risiken aus dem Kreditgeschäft am Kapitalmarkt in Form von gesicherten Wertpapieren (Asset Backed Securities) zu platzieren und so etwa mittelständischen Firmen Zugang zu günstigen Krediten zu gewähren.

Guido Bohsem, Hans Obermeier (Reuters)
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Depothalbierer:

Herrlich, diese Scheinheiligkeit!

 
05.03.03 11:06

Wenn den bösen, bösen Hedge-Fonds niemand Aktien verleihen würde, gäbe es das Problem doch gar nicht.
Daß es unter diesen auch eine Menge unseriöse Typen gibt, die mit unlauteren Mitteln Aktien drücken,ist doch klar, ist bei den Banken auch nicht anders.

Letztendlich wird nur eine Entwicklung beschleunigt, die es sowieso gegeben hätte.
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