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Wie geht es in USA weiter - lässt Japan grüßen?


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Anti Lemming:

Wie geht es in USA weiter - lässt Japan grüßen?

 
09.12.04 23:08
Alle reden von der Weihnachts-Rallye und blicken verzückt auf "technische Ausbrüche". Die FTD hingegen sieht das nüchterner und ist für den US-Markt sehr pessimistisch. Und da der DAX nur eine "Marionette" der US-Börsen ist, wird auch er kaum gegen den US-Trend steigen können. Lest bitte auch meinen kursiven Kommentar unten, der sich auf das Sternchen (*) im Text bezieht.

Aus der FTD vom 10.12.2004

Das Kapital: Die US-Dividendenrendite sagt eben doch schon alles

Noch Zweifel, dass es dem amerikanischen Aktienmarkt weiter ähnlich ergehen wird wie dem japanischen seit 1990? (*) Nicht doch. Wie auch sonst im Leben geht es an der Börse immer schlimm aus, wenn man sich in die eigene Tasche lügt.

Einfachste Ökonomie und Mathematik reichen, um zu ahnen, dass die Gewinne sogar im Jahr 2015 noch niedriger sein könnten als die Prognosen für 2005. Selbst bei einem unterstellten mittleren Umsatzwachstum von fünf Prozent wäre das der Fall, wenn sich die derzeitigen Rekordmargen mit der Zeit wieder normalisieren. Genau darauf deuten alle ökonomischen Überlegungen hin.

Aber das wird ebenso verdrängt wie die lächerlich niedrige Dividendenrendite von 1,6 Prozent im S&P 500. Viele Firmen zahlen eben kaum oder keine Dividende und kaufen stattdessen eigene Aktien zurück, heißt es. Welch ein Selbstbetrug! Um eine Dividendenrendite von drei Prozent abzuwerfen, müssten die S&P-500-Firmen 150 Mrd. $ zusätzlich lockermachen. Das würde sie 52,5 Prozent der "operativen" und 73 Prozent der GAAP-Gewinne kosten. Und trotz der vielen Rückkäufe ist der Aktienumlauf im dritten Quartal - wieder - um 0,9 Prozent gestiegen.

Die berüchtigten und hoch kapitalisierten Dividendenverweigerer Cisco, Dell, Time Warner, Amgen, Ebay, Oracle, Comcast, Yahoo, EMC, Apple, Starbucks, Zimmer und Google müssten 90 Prozent des abgelaufenen Jahresumsatzes aufwenden, um Dividenden von 150 Mrd. $ zu zahlen. Die 13 Firmen kosten mehr als der Dax - und erzielen nicht mal den Umsatz von DaimlerChrysler.

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(*) Erklärung (von mir): Der japanische Aktien-Index Nikkei-225 (erste Grafik) erholte sich nach dem 1990er Absturz zeitweilig ganz gut, um dann später umso schwerer abzustürzen. Der FTD-Kommentator hebt in seiner sarkastischen Bemerkung offenbar auf die zwischenzeitliche Nikkei-Erholung in den Jahren 1995-1996 ab (fünf Jahre nach dem Knall), die er mit dem jetzigen Stand in den USA vergleicht. Wenn man sich dazu den Dow-Langzeit-Chart ansieht (zweite Grafik) kann einem nur angst und bange werden. Der Zeitraum 1995-1996, in dem der Nikkei sich von 15.000 auf 22.000 technisch erholte, schien auch eine neue Börsen-Hausse einzuleiten - inklusive dem unverzichtbaren "technischen Ausbruch". Wer da gekauft hat und die nach dem abermaligen Rückgang erlittenen Verluste auszusitzen versuchte, war angeschmiert: Im Jahre 2003 fiel der Nikkei auf 8000 - fast eine Drittelung verglichen mit dem Wert von 1996 - und erreichte ein 20-Jahres-Tief. Dabei ist Japan nicht Argentinien - es ist nach den USA immer noch die Wirtschaftsmacht Nr. 2  

Grafik: Nikkei-225 von 1989 bis heute
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Anti Lemming:

Hier der Dow-Langzeit-Chart o. T.

 
09.12.04 23:09
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Anti Lemming:

Schwache US-Börsen - starker Dollar

 
09.12.04 23:41
Wer meinen Dollar-Long-Thread gelesen hat, wird sich vielleicht fragen, wie ich gleichzeitig pessimistisch für die US-Aktien-Indizes sein kann. Das ist jedoch kein Widerspruch: In den vergangenen Jahren verlief der Kurs von USD/EUR immer streng gegenläufig zu den US-Indizes. Es würde mich nicht wundern, wenn die US-Indizes ab Ende Januar (nach Abklingen des berühmten "Januar-Effekts") wieder nachgeben. Dies würde IMHO den Dollar stärken.
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Anti Lemming:

Blasen-Rallye

 
10.12.04 09:34
In den USA könnten wir Anfang 2005 eine ähnliche Rallye sehen wie die von Anfang 2000, die im März in der Blase endete. Bei den Zahlen, die die FTD anführt, ist es praktisch ausgeschlossen, dass ein solcher Anstieg nachhaltig ist - zumal die Konjunkturindikatoren vor 5 Monaten gedreht haben und auf dem absteigenden Ast sind. Vom Arbeitsmarkt kommt auch keine Unterstützung.
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Anti Lemming:

Die "Januar-Rallye" im Rückblick o. T.

 
23.02.05 10:34
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Anti Lemming:

Ein Guru sieht japanische Verhältnisse

 
07.05.05 12:27
Jon D. Markman
This Guru Remains Ursine
[ursine = bärisch, A. L.]
By Jon D. Markman
5/6/2005 3:00 PM EDT
                                                  §
Several readers have asked for an update on the views of Michael Belkin, a former Salomon Brothers analyst with numerous big calls in the past 15 years, who now runs his own analytical shop out of Bainbridge Island, Wash.

Mike got very bearish again at the start of this year, and has remained so since. When I called him last week, he says in his usual easygoing way, "I'm all beared up!"

He says his quantitative models look a lot like they did in mid-2000, when his short-term, intermediate-term and long-term indicators all pointed down. Last year, he noted, his intermediate-term view was neutral. Now it is negative.

Belkin's primary view is that the economy is seriously softening due to higher energy prices' squeeze on lower and middle-income consumers. He notes that the 2000 downturn was primarily about technology, but this time "tech is weak but not the riskiest thing out there."

His primary negative calls are on brokers and cyclicals, such as chemicals, containers, forest products, retailers, auto parts and machinery. "The liquidation is just starting," he said. "As the market trades down, consumption will soften, the earnings will continue to weaken, and the vicious cycle will repeat. There's no way out."

He's positive, but only in a relative sense, on consumer staples, health care, utilities, and telecom services. In other words, he doesn't think those will go up much, if at all; they're only likely to go down less.

Belkin, who publishes a weekly research report for institutions, points out that negative real interest rates last year penalized holders of Treasuries, so bondholders were squeezed out to the riskiest stuff on the market to get yield. The far reach for yield resulted in a major global leveraging in everything on the planet, from commodities to emerging market debt, he said, adding: "And now that all goes into reverse: A vast global deleveraging."

In sum, he believes the market is headed back to the 2002 lows as the long-term bear market that began in 2000 resumes. He thinks the U.S. market today is much like Japan in the 1990s, in which there were tremendous 12-month bull cycles within a 10-year secular bear. He won't guess how long it will take, only emphasizing that he forecasts "a lot of downside risk." At least 40% down, he suggests, but not in a straight line.

Who's Belkin?

For readers unfamiliar with Belkin, he helped clients get the last penny out of the Nasdaq rally in 1999 and early 2000, and then insisted they get out in early March, just before the crash. He then stayed bearish until late October 2002, when he got bullish and remained so until late 2003. He was modestly bearish through 2004, but he got very bullish in mid-October 2004 and helped clients take advantage of last year's fourth-quarter rally. So he's definitely no permabear.

Belkin's big-picture view of markets is that they are mean-reverting machines. In plain English, what goes up must come down, and in spades for groups, like small-caps and homebuilders that have run up to two and three standard deviations above their long-term norms. Close observers will recall that Belkin was bearish a bit too early in late 2003, but his big out-of-consensus bearish call on semiconductors -- which were riding high at the time -- has proven to be very prophetic. I'll check in with him again in six months.
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Jing:

Markman ist nicht der einzige Baer,

 
07.05.05 13:09
Okt./Nov. 04 in Rukeysers TV wurde ein Teilnehmer gefragt wie er den Markt 5 Jahre weiter sieht? Die Antwort: "Etwa auf der Preisbasis von 1985". Allgemeine
Unglaeubigkeit war die Raktion.
Dow laeuft unter den Hoechststaenden und wo sollen bei dem Umfeld neue Hochs
herkommen.
Ich bin auch schon laenger baerisch, nur minni investiert und spiele mich mit
ein paar Hotstocks. Lieber keinen Gewinn als das Risiko eines grossen Verlustes.

Wie immer top interessant, Anti.

Gruss Jing
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Anti Lemming:

Danke Jing,

 
16.06.05 16:47
etwas verspätetet - hab hier lange nicht mehr reingeguckt.

Dass ich gerade JETZT wieder reingucke, mag gute Gründe haben, die sich aber noch zeigen müssen.
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