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Riesenansturm auf Anleihe des EU-Rettungsschirms
Das Konzept des Rettungsschirms funktioniert. Am Morgen hat die Zweckgesellschaft EFSF die erste Anleihe emittiert um die Hilfskredite an Irland zu finanzieren. Investoren rissen sich um das Papier, das dank der Garantien aller Euroländer eine erstklassige Bonität hat.
Klaus Regling, Chef des European Financial Stability Fund (EFSF)
FRANKFURT. Der Euro-Rettungsschirm EFSF kommt mit seiner ersten Anleihe bei Investoren gut an. Die von den Euro-Ländern gegründete Zweckgesellschaft EFSF will mit der Anleihe den ersten Teil der Kredithilfen an Irland finanzieren. Für die fünfeinhalb Milliarden große Anleihe sind Gebote im Volumen von 43 Milliarden Euro eingegangen, melden die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg unter Berufung auf Marktkreise, die mit der Emission vertraut sind. Insgesamt 500 Interessenten hätte es für den Bond gegeben. "Die Investoren fallen übereinander um die Bonds in die Hände zu bekommen", schrieb Padhraic Garvey, Stratege bei ING in Amsterdam, in einer Email-Notiz. Vermutlich gehöre die Anleihe damit zu den Papieren, die europaweit auf die höchste Nachfrage gestoßen seien, hieß es aus Marktkreisen. Experten sehen das starke Interesse der Investoren als Vertrauensbeweis in den Fonds. "Das sind gute Nachrichten für das Konzept der EFSF", so Garvey. Es sei aber auch ein gutes Signal für die Euro-Zone in ihrem Kampf gegen die Schuldenkrise, sagte WestLB-Experte Michael Leister.
Laut den Konsortialbanken Citigroup, Societe Génerale und HSBC soll die Anleihe wegen der großen Nachfrage mit einem Renditeaufschlag von sechs Basispunkten über dem fünfjährigen Interbankensatz ("Midswap-Satz"), gepreist werden. Dieser Interbankensatz lag zuletzt bei 2,72 Prozent. Die genauen Ergebnisse will EFSF-Chef Klaus Regling am Dienstagnachmittag während einer Pressekonferenz in Frankfurt bekanntgeben.
Gestern gab es Schätzungen, wonach der Aufschlag zunächst bei acht bis zehn Basispunkten liegen solle. Auf dieser Grundlage hatten die Konsortialbanken bereits Kaufauftärge über rund 20 Milliarden Euro eingesammelt.
Vor drei Wochen hatte die EU-Kommission eine ebenfalls gut fünfjährige Anleihe über fünf Milliarden Euro begeben, um ihren ersten Anteil an den Irland-Hilfen zu finanzieren. Mit Geboten von 20 Milliarden Euro war der Bond vierfach überzeichnet. Der Aufschlag der Anleihe der EU-Kommission lag bei zehn Basispunkten über dem fünfjährigen Swap-Satz, der vor drei Wochen noch etwas niedriger war als derzeit. Inzwischen handelt die Anleihe der EU-Komission allerdings auf dem Niveau des Swap-Satzes. Von daher ist die Anleihe der Rettungsgesellschaft EFSF mit ihrem Rendite-Pick-up für Investoren attraktiv.
Im Rahmen des 85 Milliarden Kreditpakets für Irland stellen die EU-Kommission und die Euro-Länder über die EFSF Kredite über 45 Milliarden zur Verfügung. In diesem Jahr will die EU-Kommission zur Refinanzierung der Hilfen Anleihen über bis zu 17,6 Milliarden Euro auflegen, die EFSF plant Anleihen über bis zu 16,5 Milliarden Euro.
Der Euro konnte von den Nachrichten über die erfolgreiche Platzierung der EFSF-Anleihe zunächst profitieren. Inzwischen ist er allerdings unter 1,36 Dollar gerutscht. Händler machten für die Verluste eine große Verkaufsorder verantwortlich. Damit sei der Euro unter die charttechnische Marke von 1,3615 Dollar gefallen, was zusätzliche Verkaufsorders ausgelöst habe. Zuvor hatte die hohe Nachfrage nach den Anleihen des EU-Rettungsfonds EFSF den Euro noch bis auf 1,3687 Dollar getrieben.
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