Die Schweizer Großbank Credit Suisse will sich in den kommenden Jahren massiv Geld über sogenannte Zwangswandelanleihen besorgen. "Ich hoffe sehr, dass wir hier im Laufe des kommenden Jahres aktiv werden können", sagte Credit-Suisse-Chef Brady Dougan der "Financial Times" (FT/Montagausgabe). Die Bank braucht in den kommenden Jahren wie die meisten anderen Institute frisches Geld, um die neuen Kapitalvorschriften für Finanzinstitute (Basel III) erfüllen zu können.
So könnte die Credit Suisse dem Bericht zufolge in den kommenden Jahren bis zu 30 Milliarden US-Dollar an Zwangswandelanleihen (Contigent-Convertible-Bonds oder kurz CoCo-Bonds) ausgeben, um damit andere Papiere, die in Zukunft von den Aufsehern nicht mehr als Eigenkapital akzeptiert werden, zu ersetzen. Damit äußerte sich Dougan in Bezug auf dieses relative junge Finanzierungsinstrument wesentlich optimistischer als sein Konkurrent Oswald Grübel von der UBS. Der hatte zuletzt gesagt, keine CoCo-Anleihen ausgeben zu wollen.
Die Zwangswandelanleihen sind ein noch gering verbreitetes Instrument in der Bankenwelt, das in den kommenden Jahren allerdings an Bedeutung gewinnen wird. Diese werden anders als gewöhnliche nachrangige Bank-Anleihen, die derzeit zum Teil von den Finanzaufsehern als haftendes Kapital anerkannt werden, bei einer finanziellen Notlage der Bank automatisch in Eigenkapital umgewandelt. Dafür werden die Investoren einen höheren Zins verlangen - für die Banken wird die Finanzierung folglich teurer.
Teurer ein relativer Begriff, besteht doch die Möglichkeit, solche Papiere auch wieder zurückzukaufen. Vorrausgesetzt, dass das operative Geschäft dies zulässt, aber wie man so hört, frohlocken allein aus dem Schaeffler Kreditengagement Milliardenerträge.