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Zucker: Trockenheit in Brasilien begünstigte Zuckerrohrernte

Dienstag, 15.05.2018 08:52 von GodmodeTrader

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Im wichtigsten Anbaugebiet für Zuckerrohr in Brasilien, Center-South, hat die Trockenheit im März und April nach Angaben der Zuckerindustrievereinigung Unica bereits zu irreversiblen Schäden geführt. Dass im April im Vergleich zum Vorjahr 43 Prozent mehr Zuckerrohr verarbeitet und 22 Prozent mehr Zucker produziert wurde, lag nur an der Tatsache, dass die Trockenheit die Erntearbeiten erleichtert hatte, wie die Analysten der Commerzbank im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

Dieser Effekt dürfte bald auslaufen und sich ins Gegenteil verkehren. Bisher sei Unica von einer Reduktion der Zuckerproduktion in Center-South 2018/19 um fünf Millionen Tonnen ausgegangen. Dafür sei aber neben einer etwas geringeren Zuckerrohrmenge als im Vorjahr vor allem eine Verschiebung der Verwertung in Richtung Ethanol verantwortlich. Nun könnte der Rückgang noch stärker ausfallen. Der Unica-Direktor halte aber selbst im schlechtesten denkbaren Szenario den Produktionsrückgang für nicht ausreichend, um den negativen Preistrend bei Zucker umzukehren, heißt es weiter.

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Zucker

„Für die nächste Zeit sind in Center-South Regenfälle angesagt. Diese könnten die Schäden am nun zur Ernte anstehenden Zuckerrohr zwar nicht beheben, eine weitere Verschlechterung jedoch abwenden und die Entwicklung des Zuckerrohrs für die nächste Ernte begünstigen. Die Trockenheit reduziert auch die Maismenge, die aus der zweiten und größeren der beiden jährlichen Ernten in Brasilien zu erwarten ist. Während die Prognosebehörde Conab noch von 63 Millionen Tonnen ausgeht, schätzt das Beratungshaus Agroconsult nur noch gut 60 Millionen Tonnen, ein Minus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr“, so die Commerzbank-Analysten.