Zucker fällt wie ein Stein

Freitag, 19.01.2018 11:11 von GodmodeTrader

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Nachdem der Zuckerpreis zu Jahresbeginn zunächst bei 15,4 US-Cents je Pfund ein Fünfwochenhoch erreicht hatte, ging es für steil bergab und der süße Rohstoff wurde am Donnerstag im Tief bei 13,0 US-Cents pro Pfund gehandelt – ein Fünfmonatstief.

Seit Jahresbeginn notiert Zucker mit 11,5 Prozent im Minus. Damit weist Zucker, wie schon im letzten Jahr, die schlechteste Preisentwicklung unter den von uns betrachteten Rohstoffen auf. Der gegenüber dem US-Dollar deutlich festere brasilianische Real hätte eigentlich für einen steigenden Zuckerpreis gesprochen, weil dadurch die brasilianischen Zuckerexporte teurer werden und somit weniger Angebot aus Brasilien an den Markt kommt, wie die Analysten der Commerzbank im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

Auch der auf einem Dreijahreshoch notierende Rohölpreis würde für einen höheren Zuckerpreis sprechen. Denn damit erhöht sich der Anreiz für die brasilianischen Zuckermühlen zur Produktion von Ethanol, was weniger Zuckerrohr für die Zuckerproduktion übrig lässt. Allerdings erwägt die brasilianische Regierung die Abschaffung eines 20-prozentigen Zolls auf Ethanolimporte aus den USA, die die vorgegebene Quote von 600 Millionen Liter im Jahr übersteigen, heißt es weiter.

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Zucker

„Damit würde der Anreiz zur Ethanolproduktion in Brasilien sinken und entsprechend mehr Zuckerrohr für die Zuckerproduktion zur Verfügung stehen. Brasilien will die im letzten Jahr eingeführte Steuer offenbar wieder abschaffen, wenn die USA ihrerseits das Verbot von Rindfleischimporten aus Brasilien aufheben. Dieses Verbot wurde von den USA ebenfalls im letzten Jahr als Folge eines Korruptionsskandals in der brasilianischen Fleischindustrie eingeführt“, so die Commerzbank-analysten.