Deutsche Börse AG - Zertifikate-Trends Skepsis schwindet

Mittwoch, 22.02.2012 16:27 von Aktiencheck - Aufrufe: 716

Frankfurt (www.zertifikatecheck.de) - Auch im Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen werden der Januar und der Februar dieses Jahres wohl als sehr gute Monate in die Annalen eingehen, so die Deutsche Börse AG.

"Die Handelsaktivitäten sind zuletzt deutlich gestiegen", erkläre etwa Anouch Wilhelms von der Commerzbank. Das liege vor allem an der Aktienmarktentwicklung. "Der DAX hat im Januar um fast 10 Prozent zugelegt. Da steigen viele Anleger ein, die zuvor abgewartet haben." Das vergangene Jahr sei für die Branche eher durchwachsen gewesen, aufgrund der Eurokrise hätten sich die Zweifel an der Bonität der emittierenden Banken abermals verstärkt, Investoren hätten sich zurückgehalten.

Atakan Sahin von der Baader Bank melde ebenfalls höhere Umsätze zum Jahresauftakt. Nach dem rasanten Kursanstieg des DAX hätten viele nun allerdings eine Konsolidierung erwartet. "Kurzfristig ist das Griechenlandproblem gelöst, das war aber bereits antizipiert. Langfristig glaubt man nicht an eine Lösung."

Neben DAX und dem Euro/US-Dollar-Verhältnis würden Gold und Silber die favorisierten Basiswerte bleiben. "Allerdings sind die Umsätze mit Zertifikaten auf Edelmetalle etwas rückläufig. Das liegt wohl am stagnierenden Goldpreis", vermute Wilhelms. Öl spiele seiner Ansicht nach keine große Rolle.

Im Währungspaar Euro/US-Dollar seien Sahin zufolge meist kurzfristig orientierte Anleger unterwegs. "Das ist reines Trading, mal in die eine, mal in die andere Richtung." Auf Einzelaktien werde weniger gesetzt, wie die Händler berichten würden. "Allerdings ist etwa Apple immer wieder auf dem Schirm", räume Marcel Sattler von ICF Kursmakler ein.

Rege gehandelt würden - neben reinen Indextrackern (X-pert Zertifikat auf DAX [Deutsche Bank AG]), (X-pert Index-Zertifikat auf EURO STOXX 50 [Deutsche Bank AG, Niederlassung London]) - Discount-Zertifikate. Mit diesen würden Anleger den Basiswert zu einem Kursabschlag erwerben und seien dadurch teilweise vor Verlusten geschützt, sie würden aber auch nur bis zu einem Höchstbetrag von Kursgewinnen profitieren.

"Offenbar wird nicht mehr mit extrem sinkenden Kurse gerechnet", mutmaße Sahin. Im Übrigen zögen speziell Produkte mit kurzer Laufzeit. "Anleger wollen sich nicht ewig binden." Sahin zufolge hätten sich Investoren zum Beispiel in einem Discount-Zertifikat auf den DAX der Deutschen Bank (Diskont Zertifikat auf DAX [Deutsche Bank AG]) positioniert, das im Übrigen in den vergangenen vier Wochen auch Umsatzspitzenreiter an der Börse Frankfurt gewesen sei, oder in einem DAX-Discounter der Commerzbank (Discountzertifikat Classic auf DAX [Commerzbank AG]).

Selbst die totgeglaubten Bonus-Zertifikate fänden wieder Anhänger. "Anleger sind zwar zögerlich, von Euphorie kann nicht die Rede sein. Allerdings wird wieder gekauft - und das, nachdem sich Investoren schon zwei Mal die Finger verbrannt haben", kommentiere Sahin. Bezugswerte seien hier vor allem Bluechips. Gekauft würden etwa Bonus-Produkte mit Bayer (Capped-Bonus-Zertifikat auf Bayer [BNP Paribas Emissions- und Handelsges.]) oder der Deutschen Telekom (Bonus Zertifikat auf Deutsche Telekom [UBS AG (London Branch)]) als Basiswert. Im vergangenen Jahr hätten Anleger von Bonus-Zertifikaten nicht viel wissen wollen, durch die Kursturbulenzen seien viele von ihnen nämlich verfallen.

Wilhelms habe zuletzt auch wieder stärkeres Interesse an Reverse-Bonus-Zertifikaten registriert. Damit könnten Anleger auf sinkende Kurse setzen, mit dem Erreichen eines bestimmten Kursniveaus verfalle allerdings der Bonus. Als Beispiele nenne die Commerzbank zwei Produkte auf den DAX (Reverse Bonus Zertifikat auf DAX [Commerzbank AG]), (Reverse Bonus Zertifikat auf DAX [Commerzbank AG]).

"Bei Aktienanleihen setzt sich die gute Nachfrage aus dem vergangenen Jahr fort. Der Kupon lockt", erkläre Wilhelms weiter. Basiswerte seien fast ausschließlich DAX-Unternehmen. "Etwa kommen Autowerte gut an, weil Anleger hier oft eine Meinung haben." Aktienanleihen seien an die Kursentwicklung einer Aktie gekoppelt und würden einen Kupon bieten, am Ende der Laufzeit würden sie entweder zum Nennbetrag oder in Aktien zurückgezahlt.

Unterdessen würden Hebelprodukte weiter rege gehandelt. Zwar sei die Schwankungsbreite des DAX, gemessen am VDAX-New, zuletzt zurückgegangen. "Im historischen Vergleich ist sie aber immer noch hoch", bemerke Wilhelms. Gut nachgefragt seien weiterhin Turbo-Produkte, mit denen Anleger überproportional von steigenden oder fallenden Kursen profitieren könnten. "Mittlerweile wird wieder vermehrt auf sinkende DAX-Kurse gesetzt", erkläre Wilhelms. Die Anleger hätten offenbar den Eindruck, dass bei 7.000 Punkten das Ende der Fahnenstange erreicht sei. Als Beispiel nenne Wilhelms ein Turbo-Zertifikat der Commerzbank auf den DAX (X-Turbo Zertifikat auf DAX [Commerzbank AG]).

Zunehmender Beliebtheit würden sich derweil Faktor-Zertifikate erfreuen. Nach der Deutschen Bank sei nun auch die Raiffeisen Centrobank in das Emissionsgeschäft eingestiegen. "Es ist offenbar ein Thema, das auch für andere interessant ist", meine Wilhelms, dessen Haus, die Commerzbank, die Erfolgsgeschichte der Faktor-Zertifikate 2009 losgetreten habe. Die Produkte würden einen konstanten Hebel bieten, zudem entfalle das Knock-Out-Risiko.

Gut nachgefragt worden seien neben Produkten auf den DAX zuletzt etwa ein Faktor 4x Long-Zertifikat auf Erdgas (Faktor 4x Long Zertifikat auf Erdgas NYMEX Rolling [Societe Generale Effekten GmbH]) und ein Faktor Triple Long-Zertifikat auf Amazon (Faktor 3x Long Zertifikat auf Amazon [Societe Generale Effekten GmbH]). "Beim Erdgas-Zertifikat haben wohl einige Presseberichte über den günstigen Preis eine Rolle gespielt." (22.02.2012/zc/a/a)

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