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Zehnjährige Anleihe im Gespräch – Athen plant Rückkehr an den Bondmarkt

Sonntag, 15.07.2018 15:45 von Handelsblatt

Griechenland will wieder eigene Anleihen ausgeben. Über den geeigneten Zeitpunkt sind die Meinungen geteilt – doch allzu lange darf das Land nicht warten.

Mehr als acht Jahre lang hielt sich Griechenland mit Kapitalspritzen der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser. In fünf Wochen enden die Hilfsprogramme. Dann muss sich das Land wieder am Kapitalmarkt refinanzieren. Athen hat zwar keinen unmittelbaren Geldbedarf. Dank eines Liquiditätspuffers von rund 24 Milliarden Euro ist das Land bis Mitte 2022 durchfinanziert. Aber alle Experten sind sich einig: So lange darf Athen nicht warten. Das Land muss mit Testemissionen Vertrauen am Markt aufbauen.

Die staatliche Schuldenagentur PDMA will demnächst die Stimmung der Anleger testen. Im Gespräch ist die Emission einer zehnjährigen Anleihe. Auch die anderen vier Euro-Problemländer haben zehnjährige Bonds zum Abschluss ihrer Programme begeben, teils sogar Monate vor dem Ausstieg.Wenn es Griechenland gelänge, noch vor dem Ende des Programms am 20. August einen Bond zu vertretbaren Konditionen zu platzieren, wäre das ein großer Erfolg. Premierminister Alexis Tsipras könnte ihn als Beleg für einen „sauberen Ausstieg“ aus dem Hilfsprogramm verbuchen.Zuletzt hat Griechenland den Markt im Februar mit einem siebenjährigen Bond getestet. Allerdings erwarten die Anleger immer noch hohe Risikoprämien. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe liegt aktuell bei 3,85 Prozent. Das ist zwar nur halb so viel wie vor zwei Jahren, aber dreimal mehr als zum Beispiel Spanien den Anlegern bezahlt.Schwächstes Mitglied der WährungsunionGriechenland gilt als schwächstes Glied der Währungsunion. Das Land reagiert deshalb besonders empfindlich auf Turbulenzen im Euro-Raum wie die Italien-Krise im Frühsommer. Sie trieb die Rendite des griechischen Zehnjahrespapiers auf fast fünf Prozent.

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