WWF fordert naturverträglichen Ausbau der Windkraft an Land

Dienstag, 01.10.2019 06:09 von dpa-AFX - Aufrufe: 198

Die biologische Vielfalt ist in den vergangenen Jahren zurück gegangen (Symbolbild).
Die biologische Vielfalt ist in den vergangenen Jahren zurück gegangen (Symbolbild).
© pixabay.com

BERLIN (dpa-AFX) - Der Umweltverband WWF hat die Koalition zu mehr Tempo beim Ausbau der Windkraft an Land aufgefordert. In einem neuen Positionspapier heißt es, es müssten deutlich mehr Windräder errichtet werden, um Klimaziele zu erreichen. Der WWF lehnt zudem pauschale Regelungen für den Abstand von Windkraftanlagen und Wohnhäusern ab. Solche Regelungen stellten weder für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung noch für den Artenschutz eine sinnvolle Lösung dar und verhinderten den Ausbau, statt ihn voranzutreiben.

Die Koalition hatte in ihren Eckpunkten für mehr Klimaschutz eine Regelung beschlossen, dass bis zu einem Mindestabstand von 1000 Metern von Wohnsiedlungen künftig keine neuen Windkraftanlagen errichtet oder ältere Windräder durch neue, meist größere ersetzt werden dürfen. Bisher gibt es unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern. Der Ausbau der Windkraft an Land stockt. Als Hauptgründe gelten lange Genehmigungsverfahren und viele Klagen.

Der WWF spricht sich in dem der Deutschen-Presse-Agentur vorliegenden Papier für eine gestärkte Regionalplanung und verlässliche Genehmigungsverfahren aus, damit verfügbare Flächen für die Windkraft besser genutzt werden können. Dazu müssten aber alle Bundesländer mitwirken: "Bislang findet der Zubau vor allem im Norden und Nordosten statt, während etwa in Bayern oder Nordrhein-Westfalen der Windenergie die Luft abgeschnürt wird", so WWF-Klimaexperte Michael Schäfer. Alle Flächenländer sollten landesspezifische Strommengen- und entsprechende Flächenziele für den Ausbau der Windenergie an Land in Höhe von langfristig zwei Prozent der bundesdeutschen Landesfläche ausweisen.

Schäfer warnte davor, den Artenschutz zu instrumentalisieren, um die Windenergienutzung zu verhindern. Es brauche aber wirkungsvolle Schutzmaßnahmen für "windsensible" Arten, um diese Populationen nicht nur zu erhalten, sondern langfristig auch zu verbessern. Viele Klagen gegen Windräder sind aus Artenschutzgründen. Im WWF-Papier heißt es, Nationalparks und Naturschutzgebiete sowie die Kernzonen von Biosphärenreservaten sollten als Standorte für die Windenergienutzung ausscheiden./hoe/DP/jha


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