WOCHENAUSBLICK: Anleger dürften Dax in Richtung Rekordhoch schicken

Freitag, 22.11.2019 16:52 von dpa-AFX - Aufrufe: 717

Wertpapierkurse in einer Zeitung (Symbolbild).
Wertpapierkurse in einer Zeitung (Symbolbild).
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt dürften die Anleger in der neuen Woche eher optimistisch bleiben und den Dax in Richtung seines Rekordhochs treiben. Widersprüchliche Aussagen im Handelsstreit zwischen den USA und China hatten zuletzt nicht ernsthaft verschreckt. Marktexperten erwarten daher auch weiterhin eher ruhige Gelassenheit statt Sorge und größere Risikoscheu.

Trotz all dem Hin und Her wird damit gerechnet, dass es über kurz oder lang zu einer Einigung zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften kommen wird. So bleiben die meisten Anleger weiter investiert und warten auf den Durchbruch in den Zollgesprächen. Derweil ist die Berichtssaison am Ende angelangt. Nur noch wenige Nachzügler werden Quartalszahlen bekanntgeben. Auch konjunkturseitig geht es in der neuen Woche eher ruhig zu, zumal in den USA der Feiertag "Thanksgiving" ansteht.

In dieser Woche hatte der deutsche Leitindex mit 13 374 Punkten den höchsten Stand seit Januar 2018 erreicht. Bis zu seinem Rekordhoch aus demselben Monat bei knapp unter 13 600 Punkten ist der Weg damit nicht mehr weit. Im bisherigen Jahresablauf können sich die Anleger bereits über ein sattes Plus von 25 Prozent im Dax freuen, wobei es vor allem seit Oktober wieder spürbar aufwärts gegangen ist.

"Die Grundtendenz am Aktienmarkt ist seit geraumer Zeit eher aufwärts gerichtet" und die Jahresendrally sei bereits angelaufen, sagte Analyst Carsten Klude von Warburg Research. Dieser Trend dürfte sich seines Erachtens in der nächsten Woche fortsetzen, "zumal die Berichtsaison durch ist, und es nun wenig Neues von den Unternehmen gibt."

Ähnlich sieht es auch Chartanalyst Andreas Büchler vom Statistik-Newsletter Index Radar: Die jüngste kurzfristige Konsolidierung sei in einem sehr moderaten Rahmen erfolgt, und der Dax habe sich rasch wieder stabilisiert. "Etwas ausgebremst wird der Index durch die nur unwesentlich entfernten Vorjahresrekordstände im Bereich der 13 500er-Marke".

Konjunkturseitig rückt hierzulande vor allem der am Montag erwartete Ifo-Geschäftsklimaindex für November in den Blick, der die Stimmung in der deutschen Wirtschaft widerspiegelt. Nachdem er sich zuletzt etwas stabilisiert hatte, wird erwartet, "dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzt", sagte Klude. Darüber hinaus dürften noch die Verbraucherpreise für Deutschland am Donnerstag von Interesse sein. Impulse aus den USA sind indes rar. Am Donnerstag bleiben die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen und am Freitag wird nur verkürzt gehandelt. Datenseitig könnten allenfalls zur Wochenmitte die US-Auftragseingänge für langlebige Güter in den Blick rücken.

Unter den Dax-Konzernen legt am Freitag nur noch der Versorger Eon seinen Quartalsbericht vor. Analyst James Brand von der Deutschen Bank wartet insbesondere auf aktuelle Aussagen über die Jahresziele 2019. Zudem verwies er darauf, dass die Übernahme des Stromanbieters Innogy das Zahlenwerk verkompliziert. Die einstige RWE -Tochter wird ihre eigene Quartalsbilanz am Donnerstag bekannt geben.

Am Montag berichtet außerdem noch der Ökostromerzeuger Encavis , der nach Abschluss des ersten Geschäftshalbjahrs seine Jahresziele bereits zum zweiten Mal aufgestockt hatte. Am Dienstag legen der Start-up-Investor Rocket Internet sowie Home24 , an dem Rocket mit knapp 11 Prozent beteiligt ist, Zahlen vor. Auch der Saatguthersteller KWS Saat (KWS Saat Aktie) rückt mit seinem Quartalsbericht in den Blick.

Der Bremsenspezialist Knorr-Bremse und der Immobilienkonzern Aroundtown stellen ihre Geschäftsberichte am Mittwoch vor. Aroundtown hatte zuletzt im Zuge der geplanten Fusion mit TLG Nägel mit Köpfen gemacht und ein Übernahmeangebot vorgelegt. Vorstand und Aufsichtsrat von TLG unterstützten die Offerte, durch die im Erfolgsfall einer der größten Anbieter von Bürohäusern Europas entstünde./ck/kro/jsl/he

--- Von Karolin Rothbart und Claudia Müller, dpa-AFX ---


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