Wettbewerb und Rohstoffpreise machen Henkel zu schaffen

Dienstag, 07.05.2019 10:59 von dpa-AFX - Aufrufe: 1150

Pritt-Klebestift. Pritt ist eine unter vielen bekannten Marken des Henkel-Konzerns.
Pritt-Klebestift. Pritt ist eine unter vielen bekannten Marken des Henkel-Konzerns.
© Ulrike Mai / Pixabay

(Neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz, Aktienkurs)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Henkel (Henkel Aktie) ist schwach in das neue Jahr gestartet. Der Gewinn sank - negative Währungseffekte, höhere Rohstoffkosten sowie Investitionen belasteten die Ergebnisse. Dazu leidet Henkel unter einem hohen Wettbewerbsdruck in den Konsumgütergeschäften, insbesondere in Westeuropa. Die Aktie gab daraufhin deutlich nach: Sie verlor am Vormittag 3,5 Prozent nach.

Konzernchef Hans Van Bylen sprach am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen von einem zunehmend schwierigen Marktumfeld. Bei den Klebstoffen sei das Geschäft durch die globale Abschwächung der Industrieproduktion in einigen Branchen beeinträchtigt gewesen. Im Haar- und Körperpflegegeschäft kämpfe der Konzern mit Problemen insbesondere in Westeuropa und China.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns fiel um 5,6 Prozent auf 795 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte. Dies lag etwas unter der Konsensschätzung der Analysten. Die entsprechende Marge fiel um 1,4 Prozentpunkte auf 16,0 Prozent. Das Nettoergebnis sank um knapp 2 Prozent auf 534 Millionen Euro.

Der Umsatz stieg hingegen um 2,8 Prozent auf knapp 5 Milliarden Euro. Begünstigt wurde dies durch Übernahmen und positive Wechselkurseffekte. Organisch - bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe - lag das Plus jedoch bei lediglich 0,7 Prozent und damit unter dem Niveau der angestrebten Jahresprognose. Unter den Erwartungen lag dabei den Angaben zufolge das Geschäft mit Haar- und Körperpflege, welches einen organischen Umsatzrückgang von 2,2 Prozent verzeichnete. Insbesondere in Westeuropa kämpft das Unternehmen mit Preisdruck. In China leidet die Nachfrage.

Auch sanken die Umsätze im konjunktursensiblen Klebstoffgeschäft um organisch 0,8 Prozent. Dabei belasteten vor allem schwache Automobil- und Elektronikmärkte in der Region Asien-Pazifik sowie Nordamerika. Henkel geht von einer Verbesserung der Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte aus. Positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln. Getragen wurde das Wachstum aus eigener Kraft in Höhe von 4,7 Prozent durch die Einführung neuer Produkte.

Der Jahresausblick wurde bestätigt. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Vorzugsaktie dürfte um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sinken, wenn man Schwankungen der Währungskurse herausrechnet. Die um einmalige Aufwendungen und Erträge sowie Umbaukosten bereinigte Gewinnspanne (Ebit-Marge) soll 16 bis 17 Prozent erreichen. Der Umsatz soll organisch um zwei bis vier Prozent steigen. Finanzvorstand Carsten Knobel erwartet dabei ein im Vergleich zu den ersten drei Monaten besseres zweites Quartal. Bei den Rohstoffpreisen geht Konzernchef Van Bylen davon aus, dass sich der Druck in der zweiten Jahreshälfte abschwächt.

Henkel will das zuletzt maue Wachstum mit zusätzlichen Investitionen ankurbeln, was die Ergebnisse zunächst einmal belastet. Eingeplant sind dafür rund 300 Millionen Euro im Jahr. Der Markenartikel-Hersteller will damit das Wachstum in den Konsumentengeschäften stärken und seine digitale Transformation beschleunigen. Zudem will Henkel die Kunden mit neuen Angeboten locken, bei der Haarpflege etwa mit natürlichen und veganen Produkten. Auch bei Wasch- und Reinigungsmitteln will Henkel künftig mit dem Thema Ökologie punkten. Ein Fokus liegt dabei zunächst auf Nordamerika.

Erste Initiativen seien bereits im ersten Quartal gestartet worden, erläuterte Van Bylen. Diese sollen sich im Jahresverlauf beschleunigen und erste Umsatzeffekte bringen. Analysten sehen die Prognose nach dem ersten Quartal jedoch kritisch. Analystin Pinar Ergun von der UBS etwa sieht die Jahresziele gefährdet./nas/stk/fba


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