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Vater Staat langt zu: Zwei Prozent aller Bitcoin durch Behörden beschlagnahmt

Freitag, 09.11.2018 16:00

Am Mittwoch, dem 7. November, veröffentlichte The Block eine Untersuchung zu beschlagnahmten Bitcoin. Das Ergebnis: Zu Hochzeiten befand sich einer von vierzig BTC in staatlichem Besitz.

Eigentlich sind Bitcoin gegen staatliche Beschlagnahmung geschützt. Wer seine privaten Schlüssel gut genug verwaltet, kann eine fremde Übernahme so gut wie ausschließen. Trotzdem gelingt es Strafverfolgungsbehörden immer wieder, Bitcoin, welche sich in vormals kriminellen Besitz befanden, zu konfiszieren.

Wie eine Studie von The Block zeigt, geht es dabei nicht um Peanuts: Insgesamt konfiszierten staatliche Behörden weltweit 453.000 BTC. Davon entfällt der Löwenanteil auf die Vereinigten Staaten von Amerika. Die USA alleine beschlagnahmten insgesamt knapp 200.000 Bitcoin. Allerdings befinden sich davon „nur“ noch zwischen 4.100 und 10.000 BTC im Besitz der US-amerikanischen Behörden. Denn ein Großteil der BTC wurde vorab in verschiedenen Auktionen liquidiert.

Wie The Block berichtet, spielt dabei der Schlag gegen Silk-Road-Gründer Ross Ulbricht eine entscheidende Rolle. Von den knapp 200.000 konfiszierten BTC durch US-Behörden stammen über 110.000 aus der Wallet von Ulbricht. Damals kontrollierte die US-Regierung dem Bericht zufolge etwa 174.000 BTC. Das entsprach etwa 1,5 Prozent der umlaufenden Bitcoin-Geldmenge.

Zensurresistenz als Wertversprechen

Die Zensurresistenz ist eines der fundamentalen Wertversprechen der Kryptowährung Nr. 1. Das Bekanntwerden der vielen Fälle, in denen den Behörden der Zugriff auf die inkriminierten Bitcoin doch gelungen ist, hat in der Szene für Aufruhr gesorgt. Erklärbar sind die Erfolge der Strafverfolgungsbehörden durch die Unachtsamkeit der Besitzer. Im Falle des Silk-Road-Gründers Ross Ulbricht gelang es den Behörden, den noch geöffneten Laptop von Ulbricht sicherzustellen. Für die Ermittler war es sodann ein Leichtes, die darauf befindlichen Private Keys zu Ulbrichts Vermögen ausfindig zu machen.

Die Sicherstellung von BTC dürfte allerdings zunehmend schwieriger werden. Bei verantwortungsbewusster Verwahrung der privaten Schlüssel kann ein Zugriff durch Fremde ausgeschlossen werden. Es ist zu vermuten, dass sich kriminelle Strukturen immer mehr an sogenannten Best-Practice-Beispielen orientieren, also verantwortungsbewusster mit ihrem Vermögen umgehen. Sollten die Darknet-Granden irgendwann auf den Geschmack von Brain Wallets kommen, ist es für Behörden praktisch unmöglich, in den Besitz der Bitcoin zu kommen.

Alle Zahlen stammen von The Block und referenzieren öffentlich zugängliche Informationen wie Behördenangaben zu Ermittlungsergebnissen.

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Source: BTC-ECHO

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