US-Amerikanische Callaway Golf Company übernimmt Jack Wolfskin

Freitag, 30.11.2018 13:14 von Handelsblatt

Deutschlands bekannteste Outdoor-Marke hat schwierige Jahre hinter sich. Nun kauft die Golfmarke Callaway das Label zum Schnäppchenpreis.

Die US-amerikanische Callaway Golf Company will den deutschen Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin übernehmen. Für den Mittelständler würden sie 418 Millionen Euro bezahlen, teilte Callaway an diesem Freitag mit. Ziel sei es, den Lifestyle-Bereich außerhalb des angestammten Kerngeschäfts mit Golfausrüstung zu stärken.

„Jack Wolfskin ist eine Outdoor-Marke mit einer enormen internationalen Reichweite“, sagte Callaway-Chef Chip Brewer. Das Label sei führend auf dem europäischen Markt und habe eine starke Präsenz in China. Brewer zufolge soll das Management unter Melody Harris-Jensbach an Bord bleiben.

„Callaway hat über mehrere Jahre bewiesen, dass es ein großartiger Innovator ist und Marken aufbauen kann“, betonte Harris-Jensbach. Es sei zu erkennen, dass Callaway in die Marken investiere, die sie übernehmen würden. Sie sei „sehr froh, mit Callaway einen strategischen und langfristigen Eigentümer zu bekommen.“

Tatsächlich wäre etwas Kontinuität ein Segen für Jack Wolfskin. Denn die Besitzer gaben sich in den vergangenen Jahren die Klinke in die Hand, der Marke ging es zudem gar nicht gut. Jack Wolfskin liefen lange die Kunden weg. Anfang des Jahrzehnts war Jack Wolfskin noch der zweitgrößte Lieferant von Intersport, der führenden Sporthandelskette hierzulande – hinter dem Sportkonzern Adidas (adidas Aktie), aber vor Weltmarktführer Nike (Nike Aktie). Doch zuletzt rangierte die Marke abgeschlagen auf Platz sieben der beliebtesten Marken bei Intersport.

Angesichts horrend hoher Schulden war der Deutschen liebster Allwetter-Ausrüster mehr mit sich selbst beschäftigt, als attraktive neue Regenjacken in die Läden zu bringen. Erst nach einem Schuldenschnitt im Sommer 2017 konnte sich die Firma wieder auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren.

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