Trotz Umsatzsteigerung: Xing-Mutterkonzern New Work enttäuscht Aktionäre

Dienstag, 13.08.2019 12:59 von dpa-AFX - Aufrufe: 1294

Xing ist ein soziales Karrierenetzwerk.
Xing ist ein soziales Karrierenetzwerk.
© Christian Rummel / iStock Unreleased / Getty Im. www.gettyimages.de

(Analysten-Äußerungen zum Aktienkurs, Aktienkurs aktualisiert)

HAMBURG (dpa-AFX) - Das Karrierenetzwerk Xing (Xing Aktie) muss im Geschäft mit Privatpersonen einen Wachstumsdämpfer hinnehmen. Insgesamt steigert das Unternehmen seine Erlöse trotzdem weiter kräftig: Im zweiten Quartal sei der Umsatz um knapp 18 Prozent auf 65,5 Millionen Euro gestiegen, teilte New Work , Betreiberin des Netzwerks und Burda-Tochter, am Dienstag in Hamburg mit. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um etwas mehr als 18 Prozent auf 22 Millionen Euro zu.

Obwohl die Zahlen im Großen und Ganzen wie erwartet ausfielen und die Prognose bestätigt wurde, brach der Kurs der im SDax notierten Aktie am Dienstagvormittag ein. Er sackten bis auf 278 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar ab. Mit einem Verlust von zuletzt noch 13,41 Prozent auf 284 Euro war das Papier abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax . Erst vor wenigen Wochen - Anfang Juli - erreichte die Aktie ihr Rekordhoch von 380,50 Euro.

Damals hatten allerdings bereits einige Analysten moniert, dass die Bewertung trotz einer guten Entwicklung des Geschäfts zu hoch sei. Analyst Patrick Schmidt von Warburg Research wies am Dienstag darauf hin, dass die jüngste Akquisition Honeypot bislang nur wenig zum Umsatz beigetragen habe. Überhaupt müssten sich die Geschäfte im zweiten Halbjahr beschleunigen, damit das Netzwerk die Konsensprognose eines Umsatzes von 280 Millionen Euro in diesem Jahr erreicht. Das gelte auch für den operativen Gewinn (Ebitda). Das aber könne angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten schwierig werden.

Die Analysten von Pareto Securities erklärten, dass die Profitabilität im Geschäft mit Privatpersonen (Business to Customer, kurz B2C) unter einer "Umverteilung geplanter Investitionen" gelitten habe. Der Umsatz stieg in diesem Segment im ersten Halbjahr um 4 Prozent und somit weit weniger stark als in den Segmenten B2B E-Recruiting (plus 31 Prozent) und B2B Marketing Solutions & Events (plus 26 Prozent). Überraschend kommt das nicht: Der Vorstand hatte bereits im Geschäftsbericht angekündigt, dass er im Segment B2C eine Stagnation des Segment-Ebitdas erwartet. Hintergrund seien Investitionen und Anlaufverluste zusätzlicher und neuer Erlösquellen in diesem Segment.

Trotz der Verluste am Dienstag zog der Börsenwert des Unternehmens in diesem Jahr um knapp ein Fünftel auf rund 1,6 Milliarden Euro an.

Xing will im laufenden Jahr beim Umsatz und operativen Ergebnis zweistellig zulegen - Wachstumstreiber soll dabei weiter die Unternehmenskundensparte sein. Hier profitiert das Karrierenetzwerk unter anderem vom Fachkräftemangel, wegen dem viele Unternehmen Unterstützung bei Portalen wie Xing suchen. Diesen Bereich hatte der Konzern zudem zuletzt mit Übernahmen ausgebaut.

So hatte New Work Anfang April mit Honeypot ein Stellenportal für IT-Fachkräfte für zunächst 22 Millionen Euro übernommen. Beim Erreichen bestimmter Ziele könnten zudem zusätzlich bis zu 35 Millionen Euro anfallen. Anders als üblich bewerben sich bei dieser Plattform Firmen bei potenziellen Mitarbeitern./zb/knd/fba


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