Stellungnahme von Karl Ehlerding zur Sperre von 5,5 Mio. Stimmrechten auf der Hauptversammlung der conwert Immobilien Invest SE

Freitag, 16.05.2014 10:30 von DGAP - Aufrufe: 552

(DGAP-Media / 16.05.2014 / 10:30)
 
 Am 7. Mai 2014 wurde auf der Hauptversammlung der conwert Immobilien Invest
 SE unter anderem über zwei neue Verwaltungsratsmitglieder abgestimmt.
 Internationale Stimmrechtsberater (ISS, Glass Lewis) hatten sich für die
 unabhängigen Kandidaten Proschofsky und Hohlbein ausgesprochen. Kurz vor
 Abstimmungsbeginn wurde von der Verwaltungsratsvorsitzenden Kerstin
 Gelbmann 5,5 Mio. Aktien im damaligen Gegenwert von 58 Mio. Euro das
 Stimmrecht entzogen. Der Ausschluss von der Wahl wurde von Kerstin Gelbmann
 nur mit "Indizien für ein gemeinsames Vorgehen" begründet, ohne dabei ins
 Detail zu gehen oder diese Rechtsauffassung im Vorfeld der Hauptversammlung
 kundgetan zu haben. Nur dadurch konnten die vom Hauptaktionär Haselsteiner
 favorisierten Kandidaten Postl und Schoeller eine knappe Mehrheit in der
 Abstimmung erringen und damit die Kontrolle Haselsteiners im Verwaltungsrat
 mit nunmehr vier von fünf ihm nahestehenden Verwaltungsratsmitgliedern
 zementiert werden.
 
 Karl Ehlerding hält hierzu fest:
 
 Die in Rede stehenden Aktien befinden sich im wirtschaftlichen Eigentum
 verschiedener Mitglieder der Familie Ehlerding. Die Vermögen der einzelnen
 Familienmitglieder, die hunderte Kilometer voneinander entfernt wohnen,
 werden nachweislich seit 20 Jahren getrennt verwaltet. Die Willensbildung
 erfolgt getrennt. Die einzelnen Familienmitglieder haben im Rahmen des
 Verkaufs der Kommunale Wohnen an conwert im Januar 2013 in Summe 4,2% des
 Grundkapitals an conwert erhalten. conwert hat damals und in der Folge bis
 zum Tage der Hauptversammlung nachweislich selbst die Rechtsansicht
 vertreten, dass die Aktien nicht gemeinsam zu rechnen sind. Niemals hat ein
 einzelnes Familienmitglied die gesetzliche 4%ige-Meldeschwelle
 überschritten.
 
 Wie auch auf der Hauptversammlung des Vorjahres waren sämtliche angemeldete
 Aktien der Mitglieder der Familie Ehlerding im Teilnehmer- und
 Präsenzverzeichnis der conwert zugelassen und erfasst. Der Ausschluss der
 Stimmrechte durch die Verwaltungsratsvorsitzende und Haselsteiner-Vertraute
 Kerstin Gelbmann erfolgte befremdlicher Weise unmittelbar vor
 Abstimmungsbeginn nach mehrstündigem Hauptversammlungsverlauf. Dabei wurde
 auf ein ihr vorliegendes Rechtsgutachten verwiesen, ohne dass dessen Inhalt
 offen gelegt wurde. Die Gelegenheit zur vorherigen Stellungnahme wurde mir
 oder anderen Mitgliedern meiner Familie nicht gegeben.
   
 Das Rechtsgutachten wurde vom selben Rechtsvertreter verfasst, der conwert
 beim Zukauf der Kommunale Wohnen beriet und der auch den
 Hauptversammlungsablauf für conwert 2013 und 2014 juristisch leitete. Laut
 einem Medienbericht ist dieser Rechtsvertreter neben seinem Mandat für
 conwert auch immer wieder für den Hauptaktionär Haselsteiner und dessen
 Beteiligungsfirmen tätig. Das entsprechende Rechtsgutachten wurde mir erst
 drei Tage nach der Hauptversammlung übermittelt.
 
 Dieses Rechtsgutachten beruht aus meiner Sicht und der meiner Rechtsberater
 auf falsch getroffenen Annahmen und Schlussfolgerungen. Es erscheint mir
 plausibel, dass die Verwaltungsratsvorsitzende zum Zeitpunkt der
 Beauftragung des Rechtsgutachtens aus dem Teilnehmerverzeichnis bereits ein
 Votum für Herrn Proschofsky und Herrn Hohlbein erwartet hat.
 
 Beachtlich ist auch, dass zumindest die einzige nicht dem Großaktionär
 Haselsteiner nahestehende Verwaltungsrätin offenbar nicht in die
 Entscheidung des Stimmrechtsentzugs eingebunden war. Sie erklärte "aus
 haftungsrechtlichen Gründen" öffentlich auf der Hauptversammlung, nicht in
 die Entscheidung eingebunden gewesen zu sein. Die Entscheidung zum
 Ausschluss der Stimmen war dementsprechend offensichtlich nicht durch einen
 Verwaltungsratsbeschluss gedeckt.
 
 Der für die Wahl der Wunschkandidaten des Hauptaktionärs entscheidende
 Entzug meiner Stimmen und jener meiner Familienmitglieder erfolgte im
 Endergebnis somit offenbar durch einen Alleingang der dem Großaktionär
 nahstehenden Verwaltungsratsvorsitzenden Kerstin Gelbmann, basierend auf
 einem nach meiner Überzeugung fragwürdigen Gutachten eines (auch) für den
 Hauptaktionär tätigen Rechtsvertreters. Ich hätte nicht gedacht, dass ein
 derartiges Vorgehen in einem entwickelten Kapitalmarkt und Rechtsstaat
 möglich ist.
 
 Selbstverständlich werde ich gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung
 gerichtlich vorgehen. Zudem prüfen meine Rechtsvertreter die Möglichkeit,
 schadensersatzrechtlich gegen die involvierten Organe der Gesellschaft
 vorzugehen.
 
 Im Auftrag:
 Charles Barker Corporate Communications GmbH
 Tobias Eberle 
 Telefon: +49 69 794090-24
 Email: tobias.eberle@charlesbarker.de
 Ende der Pressemitteilung
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Emittent/Herausgeber: Charles Barker Corporate Communications GmbH Schlagwort(e): Immobilien 16.05.2014 Veröffentlichung einer Pressemitteilung, übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EQS Group AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. Medienarchiv unter http://www.dgap-medientreff.de und http://www.dgap.de
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