SJB FondsEcho.Flossbach von Storch – Multiple Opportunities .

Donnerstag, 04.12.2014 20:05 von SJB - Aufrufe: 3970

 

SJB FondsEcho. Flexibilität. Favorisiert. Flossbach von Storch – Multiple Opportunities (LU0323578657).

 

Im aktuellen Kapitalmarktumfeld, das oft durch seine Schnelllebigkeit besticht, ist es erwiesenermaßen ein großer Vorteil, die Anlageklassen eines Fonds flexibel auswählen zu können. Genau dies trifft auf den Multiple Opportunities aus dem Hause Flossbach von Storch zu, einen flexiblen Mischfonds mit aktivem Investmentansatz.

Der Flossbach von Storch – Multiple Opportunities R (WKN A0M430, ISIN LU0323578657) investiert jeweils in die Vermögensklassen, die angesichts der aktuellen Marktgegebenheiten langfristig am attraktivsten erscheinen. FondsManager Dr. Bert Flossbach hat die Vermögensverwaltung Flossbach von Storch im Jahre 1998 gegründet und ist seitdem im Vorstand. Flossbach nutzt als Grundlage für die Asset-Allokation eine eigene, unabhängig entwickelte Anlagestrategie, die aus ökonomischen, politischen und demografischen Parametern besteht und einer ständigen Überprüfung unterliegt. Die Portfoliostruktur des Fonds, so betont Flossbach, und damit zugleich dessen Chance-Risiko-Profil, basiert auf den fünf Leitlinien des Flossbach von Storch-Pentagramms, insbesondere dem Grundsatz der Diversifikation. Ganz bewusst orientiert sich der Multiple Opportunities an keinem Vergleichsindex, auch festgelegte Investitionsquoten gibt es nicht. Oberstes Ziel des FondsManagements ist es, mit Hilfe einer breit gestreuten Asset Allokation nachhaltig attraktive Renditen zu erwirtschaften.

Der Flossbach von Storch – Multiple Opportunities wurde am 23. Oktober 2007 aufgelegt und verfügt aktuell über ein FondsVolumen von 5,77 Milliarden Euro. Wichtigste Eckpfeiler der Portfoliozusammensetzung sind Aktien ertragsstabiler Unternehmen (rund 70 Prozent), Anleihen und Geldmarktinstrumente (jeweils ca. 10 Prozent) sowie Gold, das derzeit knapp 9,0 Prozent des Portfolios ausmacht. Mit dieser strategischen Vermögensallokation liegt der flexible Mischfonds im Vergleich mit seinen Wettbewerbern aus dem Multi-Asset-Bereich in der Performancestruktur ganz vorn: Im bisherigen Verlauf des Jahres 2014 wurde eine Wertentwicklung von +11,59 Prozent in Euro verzeichnet, seit Auflage summiert sich die Rendite auf insgesamt +103,60 Prozent. Wie lauten die weiteren Details der so erfolgreichen Investmentstrategie?

 

FondsStrategie. Diversifikation. Vollzogen.

Anlageziel des Flossbach von Storch – Multiple Opportunities ist ein nachhaltiger Wertzuwachs unter besonderer Berücksichtigung des Anlagerisikos. Basis der langfristig angelegten Investmentstrategie ist die fundamentale Analyse der globalen Finanzmärkte. Die daraus abgeleiteten Anlagemöglichkeiten werden umfassend nach ihren Chancen und Risiken beurteilt; das Renditepotenzial muss etwaige Verlustrisiken deutlich überkompensieren. Generell kann der Multi-Asset-Fonds sein Vermögen in Wertpapiere aller Art investieren, zu denen insbesondere Aktien, Anleihen aller Art, Geldmarktinstrumente, Zertifikate, Gold sowie andere Edelmetalle und Rohstoffe zählen. Die direkte Investition in Gold ist auf 15 Prozent des FondsVermögens beschränkt, der Einsatz von Derivaten zu Absicherungs- wie zu Anlagezwecken ist möglich. Besonders wichtig für FondsManager Bert Flossbach sind in einem von Strukturbrüchen geprägten Anlageumfeld die beiden Themen Flexibilität und Diversifikation. Da die Börse im Guten wie im Schlechten zu Übertreibungen neige, führt Flossbach aus, werde im Fonds stets ein entsprechender Liquiditätspuffer vorgehalten. Dieser verschaffe den entsprechenden Handlungsspielraum, um bei Bedarf auch auf unvorhergesehene Entwicklungen reagieren zu können. Weiterer zentraler Pfeiler der Anlagephilosophie ist die Diversifikation: Da es die absolut sichere Anlage nicht gebe, so der Marktexperte, werde einem möglichen Vermögensverlust durch eine breite, sinnvolle Streuung begegnet. Die weiteren drei zentralen Begriffe innerhalb des Flossbach von Storch-Pentagramms, das die Anlagephilosophie des Hauses beschreibt, sind “Wert”, “Qualität” und “Solvenz”. So strebt der Fonds danach, überbewertete Modethemen zu meiden, macht um Unternehmen oder Staaten mit einem zu hohen Schuldenstand einen Bogen und fokussiert sich stets auf die Substanz und Qualität einer Anlage. Welche Portfoliozusammensetzung resultiert aus diesen Vorgaben?

 

FondsPortfolio. Aktien. Bevorzugt.

Im Portfolio des Flossbach von Storch – Multiple Opportunities liegen Aktien mit einem Anteil von 71,14 Prozent des FondsVermögens in der Asset Allokation vorn. Deutlich dahinter rangieren Rententitel, die 9,75 Prozent des FondsVolumens ausmachen. Gold liegt mit 8,65 Prozent Anteil am Portfolio auf dem dritten Platz, geringe Bestände von Wandelanleihen (0,62 Prozent) komplettieren die aktuelle Vermögenszusammensetzung. Zum Stichtag 30. November recht hoch sind die Kassenbestände des Mischfonds in Höhe von 9,97 Prozent des FondsVermögens – ein klares Zeichen für die Strategie, zur Wahrnehmung unvermittelt auftretender Investmentgelegenheiten ausreichend Liquidität vorzuhalten.

Bei der Währungszusammensetzung des FondsPortfolios ist eine Präferenz für den US-Dollar festzustellen. 42,72 Prozent der Bestände sind in der US-Währung notiert, Wertpapiere in Euro folgen mit 36,05 Prozent lediglich auf Platz zwei. FondsManager Flossbach berichtet, dass der Fonds durch seine Währungsallokation einen positiven Beitrag zur Wertentwicklung generieren konnte, da aufgrund der unterschiedlichen geldpolitischen und konjunkturellen Perspektiven der US-Dollar seit Jahresanfang gegenüber dem Euro deutlich aufgewertet hat. Anlagen in Schweizer Franken (11,58 Prozent) sowie in britischen Pfund (6,78 Prozent) runden die Währungsstruktur des Multi-Asset-Portfolios ab. Einzelne asiatische Währungen wie der koreanische Won (1,98 Prozent) sowie der japanische Yen (0,47 Prozent) werden als Beimischung verwendet. Hinzu kommt eine kleinere Position von Wertpapieren in norwegischen Kronen (0,43 Prozent). Flossbach erwartet für die kommenden Monate ein Szenario, in dem die Weltwirtschaft nur verhalten wächst. Um diesem Rechnung zu tragen, hat er bei seinen Aktienpositionen nicht zyklische Konsumtitel sowie Technologieaktien am höchsten gewichtet. Überdurchschnittlich stark engagiert ist der Mischfonds auch in den Sektoren Pharma sowie bei zyklischen Verbrauchsgütern.

 

FondsVergleichsindex. Korrelation. Gering.

Der Flossbach von Storch – Multiple Opportunities wird in unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse einer kombinierten Benchmark aus dem internationalen Aktien- sowie Anleihensektor gegenübergestellt. Diese besteht zu 70 Prozent aus dem weltweiten Aktienindex Dow Jones World, zu 30 Prozent aus dem Barclays Capital Aggregate Bond, der den globalen Anleihenmarkt abbildet. Wie die individuelle Portfoliozusammensetzung des Multi-Asset-Fonds bereits erahnen lässt, ist die Parallelität der Kursverläufe nicht besonders stark ausgeprägt. Die Korrelation zwischen Fonds und Vergleichsindex liegt über drei Jahre bei 0,31, für ein Jahr legt sie leicht auf 0,38 zu. Die weitgehende Unabhängigkeit des Fonds vom Verlauf der internationalen Aktien- und Anleihenmärkte wird durch diese Werte unterstrichen - genau wie durch den Blick auf die Kennzahl R². Diese liegt für drei Jahre bei 0,10, über ein Jahr fällt sie mit 0,14 etwas höher aus. Damit haben sich mittelfristig 90 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 86 Prozent. Welche Schwankungsintensität weist das so wenig mit dem breiten Markt korrelierte FondsPortfolio auf?

 

 

FondsRisiko. Beta. Gedämpft.

Der Flossbach von Storch – Multiple Opportunities hat für drei Jahre eine Volatilität von 6,34 Prozent zu verzeichnen, die knapp oberhalb des Schwankungsniveaus liegt, das der kombinierte Vergleichsindex aus DJ World und Barclays Capital Aggregate Bond mit 6,02 Prozent im selben Zeitraum aufzuweisen hat. Über ein Jahr verfügt der flexible Mischfonds ebenfalls über eine etwas höhere Volatilität als die Benchmark aus dem globalen Aktien- und Anleihenbereich: Hier beträgt die „Vola“ des Flossbach-Fonds 5,31 Prozent, während der von der SJB kreierte Referenzindex eine Schwankungsbreite von 4,80 Prozent verzeichnet. Die zwischen 0,3 und 0,5 Prozentpunkten höhere Volatilität des Multi-Asset-Portfolios gegenüber der Benchmark liegt in einem noch tolerablen Bereich – hier schlägt sich die flexibel gehandhabte Anlagestrategie des FondsManagements entsprechend nieder. Zu welchen Ergebnissen kommt die Beta-Analyse?

Dass die Wertschwankungen des Flossbach-Fonds nicht generell höher als diejenigen der Benchmark ausfallen, manifestiert sich in dem Beta des Fonds von 0,34 über drei Jahre. Im letzten Einjahreszeitraum liegt die Risikokennzahl mit 0,46 gleichfalls auf einem attraktiven Niveau. Der Multiple Opportunities partizipiert nur unterdurchschnittlich an den Kursbewegungen der globalen Aktien- und Rentenmärkte, wie die oftmals unter Marktniveau liegenden Beta-Werte beweisen: Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Kennzahl über drei Jahre ergibt, dass in 28 der letzten 36 Einjahresperioden das Beta niedriger als der Marktrisikofixwert von 1,00 ausfiel und dabei positive Werte von zutiefst 0,02 annahm. Lediglich in zwei Einzelzeiträumen lag die Risikokennzahl über Marktniveau und erreichte einen Wert von maximal 1,02. Damit schneidet der Fonds laut Beta-Analyse in seiner Risikostruktur besser als die Benchmark ab; in sechs der untersuchten Perioden bewegen sich Fonds und SJB-Vergleichsindex zudem gegenläufig, wie die negativen Beta-Werte von zutiefst -0,49 zeigen. Welche Performanceergebnisse generiert FondsManager Flossbach auf dieser Basis?

 

FondsRendite. Alpha. Ausgeprägt.

Per 1. Dezember 2014 hat der Flossbach von Storch – Multiple Opportunities über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +38,92 Prozent in Euro bzw. eine Rendite von +11,57 Prozent p.a. aufzuweisen. Ausgezeichnete Performancewerte für den flexibel agierenden Multi-Asset-Fonds, wie auch der Vergleich zum kombinierten SJB-Referenzindex aus 70 Prozent Dow Jones World und 30 Prozent Barclays Capital Aggregate Bond verdeutlicht: Für drei Jahre kommt dieser auf einen Wertzuwachs von +19,63 Prozent auf Eurobasis, was einem jährlichen Plus von +6,15 Prozent entspricht. Beim Wechsel auf die kurzfristige Betrachtung verliert das Flossbach von Storch-Produkt seinen Renditevorsprung: Über ein Jahr hat der individuell strukturierte Mischfonds +11,24 Prozent in Euro an Wert gewonnen, der zusammengesetzte Vergleichsindex verzeichnet mit +12,52 Prozent einen etwas höheren Wertzuwachs. Insgesamt ist FondsManager Flossbach aber klarer Sieger im Performancevergleich: Zum einen ist die längerfristig erzielte Mehrrendite stärker zu gewichten, zum anderen fällt diese in absoluten Zahlen weit höher als die kurzfristige Performanceeinbuße aus.

Die Qualität des Multi-Asset-Fonds offenbart sich weiter an dem klar positiven Alpha, das über drei Jahre bei 0,76 liegt. Auf Jahressicht befindet sich die Kennzahl gleichfalls im grünen Bereich und erreicht einen Wert von 0,45. Der ganze Erfolg der sehr eigenständigen Anlagestrategie des flexiblen Mischfonds zeigt sich im rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre. Hier erzielt der Multiple Opportunities in sämtlichen Einzelperioden eine überdurchschnittliche Wertentwicklung im Vergleich zum kombinierten Referenzindex. Der international anlegende Multi-Asset-Fonds verzeichnet in allen 36 Einjahreszeiträumen eine Outperformance zur Benchmark aus Dow Jones- und Barclays-Index und generiert positive Alpha-Werte von 1,61 in der Spitze. Dieses überzeugende Ergebnis wird durch die über drei Jahre erzielte Information Ratio von 0,72 abgerundet: Rendite und Risiko befinden sich in einem guten Verhältnis, FondsManager Flossbach navigiert vorzüglich durch die globalen Kapitalmärkte.

 

SJB Fazit. Flossbach von Storch – Multiple Opportunities.

Der Multiple Opportunities aus dem Hause Flossbach von Storch gehört völlig zu Recht zu den Favoriten der Anleger im Bereich der Mischfonds. Als Kernkomponente dienen internationale Aktien ertragsstabiler Unternehmen, hinzu kommen währungsoptimierte Anleihenbestände sowie Gold als Diversifizierung und Absicherung. Das Multi-Asset-Produkt überzeugt mit seiner flexiblen Portfolioallokation und schafft es langfristig, trotz moderater Schwankungen ein attraktives Renditeplus zum internationalen Aktien- und Anleihenmarkt zu erzielen. Ein solides Investment auch für unruhigere Börsenzeiten!

 

 

Erläuterungen

 

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

 

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

 

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

 

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

 

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

 

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

 

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

 

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

 

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

 

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

 

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

 

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

 

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

 

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

 

 
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