Dienstag, 30.05.2017 16:33 von ARIVA.DE Redaktion | Aufrufe: 1730

Shoppen am Sonntag? Der Einzelhandel macht Druck

Galeria Kaufhof und Karstadt wollen den verkaufsoffenen Sonntag. - © istock.com/Kikovic

Beim Gang durch die Innenstadt merkt man es alleine an den leeren Ladenfronten, die viele deutsche Städte mittlerweile kennzeichnen: Der deutsche Einzelhandel steckt in einer schweren Phase. Schuld daran ist unter anderem die Masse an Online-Händlern, die eine viel breitere Produktpalette und die Möglichkeit, jeden Tag rund um die Uhr zu shoppen, anbieten. Da kann der Einzelhandel aktuell nicht mithalten, zumal mit dem Sonntag ein kompletter möglicher Verkaufstag ausfällt. Dagegen wollen die großen Kaufhäuser jetzt angehen: In einem ungewöhnlichen Bündnis haben sich Karstadt und Galeria Kaufhof, eigentlich große Rivalen, mit anderen regionalen Einkaufshäusern sowie einem Lebensmittelanbieter zusammengeschlossen, um die Debatte um den verkaufsoffenen Sonntag anzustoßen.


Verkaufsoffene Sonntage von den Gewerkschaften gekippt

Die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage variiert je nach Bundesland. Im Durchschnitt erteilen die Länder vier Mal im Jahr eine Genehmigung zum Sonntagsverkauf, in Berlin sind es sogar zehn. Doch auch diese geringe Anzahl an verkaufsoffenen Sonntagen wird von der Gewerkschaft Verdi angegriffen, die eine massive, anhaltende Klagewelle ausgelöst hat. Bisher bekommt Verdi vor Gericht recht und schafft es, immer mehr verkaufsoffene Sonntage zu verhindern. Alleine in Köln und Umgebung wurden laut Angaben der ,,Süddeutschen Zeitung‘‘ 26 für die kommenden Jahre geplante verkaufsoffene Sonntage gekippt. Aus diesem Grund haben die Manager von Karstadt und Galeria Kaufhof Köln als Zentrale für ihre neue Initiative ausgewählt.

Initiative ,,Selbstbestimmter Sonntag‘‘

Hinter der Initiative ,,Selbstbestimmter Sonntag‘‘ stecken neben Karstadt und Galeria Kaufhof auch die Luxuskaufhäuser der KDW Group, das Alsterhaus in Hamburg sowie auch weitere regionale Einzelhändler. Sie fordern die komplette Freigabe der Öffnungszeiten am Sonntag. Ziel der Aktion ist es, ,,den Sonntag wieder denen zu geben, denen er gehört: den Kunden, Mitarbeitern und Händlern,‘‘ sagte Karstadt-Chef Stephan Fanderl. Dabei gehe es nicht darum, an allen 52 Sonntagen im Jahr die Türen zu öffnen. Vielmehr soll dem Einzelhandel hiermit die Möglichkeit gegeben werden, überhaupt am Sonntag zu öffnen. Schließlich gehen dem Einzelhandel etwa 20 Prozent des Umsatzes an Sonntagen verloren – eine Zahl, die wohl in die kommenden Jahren noch höher ausfallen könnte.

Wollen Verbraucher überhaupt sonntags shoppen?

Laut Fanderl geht es gar nicht darum, den Gewinn zu steigern – sondern lediglich den fehlenden Umsatz am Sonntag wieder in den Einzelhandel zu holen. Die beiden Kaufhaus-Manager sind überzeugt, dass Verbraucher auch sonntags einkaufen wollen. Schließlich könne man beobachten, dass viele Kunden aus Nordrhein-Westfalen ins benachbarte Roermord in den Niederlanden fahren, um auch sonntags zu shoppen – ein Verhalten, das auch an der Grenze zu Polen beobachtet wird.

Dennoch ist der verkaufsoffene Sonntag stark umstritten. In den sozialen Medien befürworten viele den verkaufsoffenen Sonntag, fast genauso viele sprechen sich aber dagegen aus. Auch Umfragen verschiedener Zeitungen geben die gespaltene Meinung der Gesellschaft wieder. Eine Einigung zu dem Thema wird wohl noch sehr lange dauern, denn während Verdi weiterhin klagt, wollen die Kaufhäuser noch nicht vor Gericht ziehen. Schließlich hat das höchste deutsche Gericht bereits in 2004 und 2009 dagegen gestimmt, die Sonntagsöffnung zu lockern.

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