Montag, 16.03.2015 14:42 von dpa-AFX | Aufrufe: 297

ROUNDUP: Valeant gewinnt mit noch höherem Gebot Bieterkampf um Salix

Eine Tageszeitung (Symbolbild). pixabay.com

LAVAL/RALEIGH (dpa-AFX) - Der kanadische Pharmakonzern Valeant muss für den Kauf des US-Medikamentenherstellers Salix deutlich tiefer in die Geldbörse greifen als zuerst gedacht. Die beiden Unternehmen hätten sich auf eine Übernahme geeinigt, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung. Gelingt die Übernahme, setzen sich die Kanadier damit zwar gegen ein Konkurrenzangebot durch, müssen aber mit 173 US-Dollar pro Aktie knapp ein Zehntel mehr auf den Tisch legen als bislang angekündigt. Das wären 11,1 Milliarden Dollar (Dollarkurs) in bar. Mit Schulden ist die Übernahme noch teurer. Laut Bloomberg-Daten wäre es für Valeant der größte Zukauf.


Bis Ende März läuft die Angebotsfrist, danach soll der Preis wieder auf 158 Dollar sinken, den Preis, den Valeant vor der jüngsten Erhöhung pro Aktie zahlen wollte. Für Salix wächst mit der neuen Vereinbarung auch die Hürde, das Geschäft doch noch platzen zu lassen. In diesem Fall müsste Salix 456,4 Millionen Dollar an Valeant zahlen, 100 Millionen mehr als bislang vorgesehen.

Mit dem höheren Angebot reagieren die Kanadier auf einen Angriff des US-Gesundheitsspezialisten Endo: Am vergangenen Mittwoch hatte der ein Übernahmeangebot von 175 Dollar je Anteilschein vorgelegt. Allerdings sollten die Aktionäre hier nur ein Viertel in bar erhalten, für den Rest würden Endo-Aktien ins Depot gebucht. Kurz nach dem höheren Gegengebot von Valeant zog sich Endo am Montag aus dem Rennen zurück. Auch dem britisch-irischen Pharmakonzern Shire war ein Interesse an Salix nachgesagt worden. Das Unternehmen hatte sich dazu nicht äußern wollen.

Salix ist ein schnell wachsendes Unternehmen, das vor allem Medikamente für den Verdauungstrakt herstellt. 2013 erwirtschafteten die US-Amerikaner rund 930 Millionen Dollar Umsatz. Am Ende des dritten Quartals 2014 hatten die Erlöse allerdings bereits bei 1,2 Milliarden Dollar gelegen und sich damit im Jahresvergleich fast verdoppelt.

Valeant hofft, mit dem Zukauf unter anderem seine Forschungskosten zu senken. Die Kanadier haben zahlreiche Arzneien im Angebot, produzieren aber überwiegend Mittel für Haut und Augen. 2013 kauften sie bereits den US-Kontaktlinsenhersteller Bausch & Lomb.

Mit einem erfolgreichen Salix-Kauf würde Valeant nach einer Schlappe im Übernahmekampf um den Botox-Hersteller Allergan im vergangenen Jahr einen Erfolg verbuchen. Wegen der hohen Entwicklungskosten für neue Medikamente kommt es im Pharmageschäft häufig zu Zusammenschlüssen./fri/jha/stb

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