Mittwoch, 13.10.2021 20:54 von dpa-AFX | Aufrufe: 792

ROUNDUP: US-Notenbank peilt Reduzierung der Anleihekäufe in diesem Jahr an

Mehrere Bündel US-Dollar. © Adam Gault / DigitalVision / Getty Images http://www.gettyimages.de

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Fed steuert auf eine baldige Reduzierung der Anleihekäufe zur Stützung der Wirtschaft zu. Die Einschränkung des Kaufprogramms könnte Mitte November oder Mitte Dezember beginnen, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) der Sitzung der US-Notenbank vom 21. bis 22. September hervorgeht. Sollte die konjunkturelle Erholung weiter voranschreiten, könnten die Anleihekäufe etwa Mitte 2022 auslaufen, hieß es weiter.


Die US-Notenbank kauft derzeit monatlich Staats- und Hypothekenanleihen im Höhe von 120 Milliarden US-Dollar zur Stützung der Wirtschaft. Nach Einschätzung von Experten des Analysehauses Capital Economics wird die Fed die Reduzierung der Anleihekäufe auf der Zinssitzung Anfang November beschließen. Der zuletzt enttäuschend ausgefallene Arbeitsmarktbericht für September dürfte damit die Entscheidung nicht verzögern.

Wie aus dem Protokoll weiter hervorgeht, könnte die Reduzierung des Kaufprogramms in monatlichen Schritten erfolgen. Demnach sei eine monatliche Reduzierung der Käufe von Staatsanleihen um zehn Milliarden Dollar (Dollarkurs) und bei übrigen Wertpapieren um fünf Milliarden Dollar möglich.

Nach Einschätzung einiger Mitglieder der Notenbank könnten die aktuellen Materialengpässe im Verarbeitenden Gewerbe dazu führen, dass der Preisdruck länger als erwartet bestehen bleibt. Im September war die Inflation in den USA überraschend auf 5,4 Prozent gestiegen. Volkswirte hatten im Schnitt eine unveränderte Rate von 5,3 Prozent erwartet. Mit dem Anstieg erreichte die Inflation wieder das Niveau der Sommermonate Juni und Juli, als die Rate den höchsten Wert seit 2008 erreicht hatte.

Die Notenbank strebt lediglich eine Rate von zwei Prozent an. Die Fed hatte immer wieder deutlich gemacht, dass sie den Anstieg der Inflation als ein vorübergehendes Phänomen ansieht.

Die Finanzmärkte wurden durch die Veröffentlichung des Protokolls nicht nachhaltig bewegt. Die Anleger haben bereits fest mit dem Beginn der Reduzierung der Anleihekäufe in diesem Jahr gerechnet./jkr/he

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