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ROUNDUP: Sartorius legt ernüchterndes Quartalsergebnis vor - Aktie gibt nach

Dienstag, 24.04.2018 09:50 von dpa-AFX

GÖTTINGEN (dpa-AFX) - Der starke Euro hat das Wachstum des Pharma- und Laborausrüsters Sartorius zum Jahresstart gebremst. Umsatz und Ergebnis lagen in den ersten drei Monaten bis Ende März deutlich unter den Prognosen der Analysten. Damit wurde das Unternehmen aus Göttingen den hohen Erwartungen am Markt nicht gerecht. Auch die letztlich bekräftigte Jahresprognose änderte nichts an der enttäuschten Reaktion der Anleger, die dem Unternehmen zuvor noch kräftig Vorschusslorbeeren erteilt hatten.

Von Januar bis März legte der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 6 Prozent auf knapp 365 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Dienstag in Göttingen mitteilte. Experten hatten mit etwas mehr gerechnet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um knapp 5 Prozent auf fast 89 Millionen Euro - auch hier lagen die Schätzungen höher. Unter dem Strich stand ein Gewinn von gut 37 Millionen Euro - acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

An der Börse verlor die Aktie des im TecDax notierten Unternehmens kurz nach Handelsbeginn rund 4 Prozent an Wert. Das Papier war im Vorfeld allerdings schon recht hoch bewertet worden - allein in diesem Jahr liegt der Anstieg bei knapp 50 Prozent. Berenberg-Analyst Scott Bardo rechnet nun mit Gewinnmitnahmen. Neben den verfehlten Quartalsergebnissen habe Sartorius die Jahresziele auch nur bestätigt, nicht aber angehoben.

Konzernchef Joachim Kreuzburg strahlte dennoch Zufriedenheit aus: "Beide Sparten sind im Rahmen unserer Erwartungen gut in das Jahr gestartet", sagte er. Von der Währungsseite her habe es allerdings insbesondere durch die Schwäche des US-Dollar gegenüber dem Euro einigen Gegenwind gegeben, der das Gewinnwachstum gedämpft habe.

Der Bereich Bioprocess Solutions, in dem der Konzern Technologien für die Herstellung von Biopharmazeutika anbietet, wuchs umsatzseitig um rund 5 Prozent auf rund 263 Millionen Euro. Vor allem die Nachfrage nach Einwegtechnologien habe sich stark entwickelt - mit ihnen wird die Gefahr einer Kontamination der Arzneimittel deutlich verringert. 2017 hatte der Konzern in dieser Sparte noch mit Lieferengpässen und dem Abbau von Lagerbeständen bei einigen größeren Kunden zu kämpfen.

Einen weitaus größeren Impuls verzeichnete Sartorius aber erneut in seinem kleineren Unternehmensteil, dem Geschäft mit Laborausrüstung. Hier gingen die Erlöse um rund 10 Prozent nach oben. Einen großen Teil zum Wachstum trug die im März 2017 erfolgte Übernahme von Essen BioScience bei. Das Unternehmen mit Sitz in Ann Arbor (Michigan) entwickelt und vermarktet Zellanalytik-Systeme für die Arzneimittelforschung.

Für 2018 peilt Sartorius weiterhin einen Zuwachs beim Konzernumsatz von etwa 9 bis 12 Prozent und ein Plus von rund 0,5 Prozentpunkten für die operative Ertragsmarge (Vorjahr: 25,1 Prozent) an. Bis 2025 hat sich das Unternehmen eine Verdreifachung der Umsätze auf bis zu 4 Milliarden Euro vorgenommen. Die operative Marge soll im selben Zeitraum auf rund 28 Prozent zulegen./kro/tav/jha