Montag, 05.12.2022 15:19 von dpa-AFX | Aufrufe: 550

ROUNDUP: Ärzte warnen vor Gefährdung von Kindern - Debatte um Corona-Kurs

Ein Arzt nutzt ein Tablet (Symbolbild). © nito100 / iStock / Getty Images Plus / Getty Images http://www.gettyimages.de/

BERLIN/MAGDEBURG (dpa-AFX) - Angesichts der Notlage in der Kindermedizin wegen einer Welle an Atemwegsinfekten warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte vor gravierenden Risiken. "Es ist tatsächlich so, dass im Moment die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und auch das Leben ordentlich gefährdet sind", sagte Verbandssprecher Jakob Maske am Montag im Deutschlandfunk. Um Infektionen einzudämmen, riefen Gesundheitspolitiker dazu auf, aus Solidarität bei Bedarf auch Maske zu tragen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollten über den weiteren Kurs bei Corona-Vorgaben wie der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie der Isolationspflicht für Infizierte beraten.

Der FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann sagte der "Welt" (Montag) zur Infektionswelle bei Kindern: "Akut können wir das machen, was wir während der Pandemie gut eingeübt haben: Infektionen vermeiden und Infektionsketten unterbrechen." Dazu brauche es keine staatlichen Verordnungen. "Maske tragen, Hände waschen, bei Infektionen zu Hause bleiben." Um Kinderärzte zu entlasten, sollte man auch auf unnötige Vorgaben wie "Gesundschreibungen" von Kindern verzichten, die viele Kitas einfordern. SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt sagte der Zeitung, auch hier schützten Basis-Hygienemaßnahmen. "Alle sollten jetzt besonders mit den Kindern solidarisch sein."

Viele Kinderpraxen und Kinderstationen sind aktuell extrem überfüllt. Experten berichten von einer enormen Welle an Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), das für Babys gefährlich sein kann. Verbandssprecher Maske sagte, die grundsätzliche Krise des Systems sei durch Corona kaschiert worden. Das sei nun aber vorbei. "Wir haben jetzt einen ganz normalen Anstieg, wie wir ihn jeden Winter sehen von Infektkrankheiten - und die Systeme brechen zusammen." Schwerstkranke Kinder müssten beispielsweise über hunderte Kilometer aus Berlin verlegt werden, weil es keine Betten gebe.

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